Neugestaltung des Uferparks

Der Uferpark soll neu gestaltet werden: Die verschiedenen Bereiche von Gondelhafen bis Schloss werden den heutigen Anforderungen und Wünschen nicht mehr gerecht. Außerdem ist der Uferpark teilweise stark sanierungsbedürftig – Zeit für ein Gesamtkonzept.
Uferpark

Die historische öffentliche Grünanlage am See mit ihrer attraktiven Seepromenade wird geprägt durch Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen sowie durch den vorgelagerten Yachthafen. Mit der Auslobung eines Städtebaulichen Ideenwettbewerbes mit 25 Teilnehmern, der vom Gemeindrat im April 2016 beschlossen wurde, ist die Stadt Friedrichshafen in das Großprojekt „Neugestaltung Uferpark“ gestartet. Der Ideenwettbewerb, für den sich Planerbüros bis im November 2016 bewerben konnten, richtete sich an Arbeitsgemeinschaften bestehend aus Landschaftsarchitekten, Architekten/Stadtplaner und Verkehrsplaner.

  • Schaffung von Seezugängen
  • Zonierung des Parks in belebte Zonen und Rückzugsbereiche
  • Erschließung bisher nicht zugänglicher Bereiche im westlichen Teil des Parks
  • bessere Anbindung an Friedrichstraße und Bahnhof
  • geeignete Verbindung vom Graf-Zeppelin-Haus zum Schlosshorn
  • Definition und Befestigung von Veranstaltungsflächen (Seehasenfest, Kulturufer etc.).
  • ggf. veränderter Querschnitt der Friedrichstraße
  • Trennung von Fuß- und Radverkehr
  • Verbesserung der Fußgängersituation entlang der Nordseite Friedrichstraße

Nachdem die beiden Gewinnerentwürfe des vorangegangenen Wettbewerbsverfahrens – ein Entwurf zum Bereich Uferpark und einer zum Bereich Bahnhofsvorplatz und Friedrichstraße – zusammengeführt wurden, hat die Stadtverwaltung die neue Planungsgrundlage im März 2019 dem Gemeinderat vorgestellt. Darin wurden auch die Anregungen der bisherigen Bürgerbeteiligung aufgenommen. Teilweise werden dabei auch alternative Ideen zur Diskussion gestellt.

Nach der Vorstellung im Gemeinderat ist daher eine weitere Bürgerinformation vorgesehen, bei der die Möglichkeit besteht, nochmals Rückmeldungen zur Planung zu geben. Danach soll der Gemeinderat abschließend beraten und über die Planung beschließen. Die Bürgerinformation ist für Sommer 2019 geplant, die Gemeinderatsentscheidung dann voraussichtlich für das dritte Quartal 2019.

Teil des Wettbewerbsverahfens war ein Ideenwettbewerb, dessen Aufgabe für die teilnehmenden Planungsbüros lautete, für den Uferpark sowie für die Friedrichstraße und den Bahnhofsvorplatz Ideen darzustellen. Dabei sollten die vorhandenen Strukturen und Interessenskonflikte analysiert und berücksichtigt werden.

Ein Preisgericht mit externen und internen Vertretern hat aus 18 Arbeiten vier gleichwertigen Preisträger ausgewählt. Die Preisträger stellten bei einem Workshop ihre Entwürfe vor und anschließend wurde darüber mit Bürgerinnen und Bürger diskutieren. Am 28. November 2018 hat das Preisgericht in der abschließenden Sitzung die überarbeiteten Beiträge bewertet und zwei erste Preise vergeben:

Die ersten Preise gingen an die Planungsgemeinschaft K1 Landschaftsarchitekten Berlin und Gunnar Tausch, Stadtplaner und Architekt Berlin sowie an die Planungsgemeinschaft Professor Schmid Treiber Partner, Freie Landschaftsarchitekten, Leonberg und Henning Baurmann, Architekt, Karlsruhe.

Außerdem wurden zwei dritte Preise vergeben, die an die Planungsgemeinschaft Heinrich Landschaftsarchitektur GmbH in Winterthur und Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbHi in Bregenz, sowie an die Planungsgemeinschaft Jochen Koeber Landschaftsarchitektur Stuttgart und Markus Hering, Architekt Friedrichshafen gegangen sind.

Die Planung zum Uferpark erstreckt sich vom Gondelhafen im Osten bis zum Bereich GZH und Schloss, nach Norden hin wird der Bahnhofsvorplatz in der Planung mitberücksichtigt. Die Umgestaltung soll in kleineren Abschnitten erfolgen, damit die gesamte Planung besser umgesetzt werden kann und der Uferpark auch während der Umsetzungsphase nutzbar bleibt. Die Stadtverwaltung schlägt vor, im Jahr 2021 mit dem Abschnitt Gondelhafen und Seezugang bis zum Beach Club zu beginnen.

Bahnhofsvorplatz: Neu geordnet, grün und mit guter Sicht

Wichtigste Änderung im Vergleich zum heutigen Bestand ist beim Bahnhof eine geänderte Anordnung der Bussteige, die dann auch überdacht sein sollen. Die heutige Grünfläche am Bahnhof soll durch Wege aufgewertet werden und zur Aufenthaltsqualität beitragen, die markanten Bäume sollen dabei erhalten bleiben – insgesamt soll der Bahnhofsvorplatz durch die neue Gestaltung, aber auch an Funktionalität gewinnen: Der Bezug zum See wird gestärkt, Busverkehr und Fußgänger werden besser und sicherer geführt und auch der Denkmalschutz des Bahnhofsgebäudes wird berücksichtigt: Durch die neue Anordnung der Bussteige und die neue Verkehrsführung wird die Sichtbeziehung zwischen Bahnhof und See gestärkt, das historische Bahnhofsgebäude wird durch die Umgestaltung stärker freigestellt und damit auch betont.

Reduzierter Stadtbalkon als Alternative

Für den ursprünglich als „Stadtbalkon“ bezeichneten Vorschlag der Planer schlägt die Stadtverwaltung zwei Alternativen vor: Entweder die Gestaltung als Aufenthaltsfläche und einer Versetzung des Zeppelindenkmals auf den Bahnhofsvorplatz. Oder die Beibehaltung der bisherigen Struktur, wobei Geh- und Radweg gestalterisch an die Planung des Bahnhofsvorplatzes einbezogen werden sollen. Bei dieser Variante könnte das Zeppelindenkmal am bisherigen Standort verbleiben.

Allee Friedrichstraße – nördlich oder südlich

Auch zur Allee Friedrichstraße bringt die Verwaltung zwei Alternativen in die Diskussion ein: Variante eins entspricht dem Vorschlag der Planer, die eine Allee auf die Nordseite der Friedrichstraße pflanzen möchten. Bei der Verlegung der Allee auf die Nordseite könnte der Gehweg breiter angelegt werden, die Bäume würden für Anwohner, Fußgänger und Geschäfte für mehr Aufenthaltsqualität und ein gutes Stadtklima sorgen. Alternative zwei sieht die Beibehaltung der Allee auf der Südseite vor.

Lammgarten, Minigolf und Spielplatz – am bisherigen Standort

Lammgarten, Minigolf und Spielplatz können an ihren bisherigen Standorten bleiben – so sieht es der Planungsvorschlag der Verwaltung vor. Für den Lammgarten ist der Abriss des baufälligen Gastronomiegebäudes im Norden vorgesehen, außerdem soll das bisherige Kioskgebäude durch einen Neubau für Gastronomie, Kiosk und Toiletten ersetzt werden.


Neue Mole am Gondelhafen, Seezugang, Erhalt der Bäume und seenaher Uferweg

In der Planung Uferpark mitberücksichtigt ist ein Neubau der baufälligen Mole am Gondelhafen – inklusive einer neuen Steganlage. Außerdem ist zwischen Gondelhafen und Klangschiff ein verbesserter Seezugang mit Stufen statt Ufermauer vorgesehen. Das Wegenetz im Uferpark soll behutsam verändert werden, dabei soll der Baumbestand möglichst erhalten bleiben. Vor allem im nordwestlichen Bereich könnte der bisher ungenutzte Bereich als Erholungsbereich besser integriert werden. Schließlich ist vorgesehen, den Uferweg von Graf-Zeppelin-Haus bis zum Schloss als seenahen Uferweg fortzusetzen.

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