Geschichte der Luftschifffahrt

Geburtsstätte der „Fliegenden Giganten“

LZ 1 – Erste Fahrt: 2. Juli 1900

Erstes Starrluftschiff nach den Ideen des Grafen von Zeppelin 1901 nach drei Fahrten wegen Geldmangels abgewrackt.

Historische Aufnahme Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Z 4 – Erste Fahrt: 20. Juni 1907

Historische Aufnahme Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Es besaß erstmals eine provisorische Passagierkabine und war als Heeresluftschiff vorgesehen. Voraussetzung für die Abnahme war eine 24-stündige Dauerfahrt. Am 4. August 1908 startete LZ 4 in Manzell zu dieser Dauerfahrt mit zwölf Personen an Bord. Probleme mit einem Motor führten zu einer Landung bei Echterdingen. Ein Gewittersturm riss das Schiff aus seiner Verankerung. Es geriet in Brand und wurde vollständig zerstört. Eine Welle nationaler Anteilnahme führte in ganz Deutschland zu einer spontanen Spendenaktion, die mehrere Millionen Mark erbrachte. Mit diesen Spendengeldern wurden die heute noch bestehende Zeppelin-Stiftung und die Luftschiffbau Zeppelin GmbH gegründet. Weitere Firmengründungen wie Maybach Motorenbau GmbH, ZF Friedrichshafen AG oder Dornier GmbH folgten.

LZ 7 „Deutschland“ – Erste Fahrt: 19. Juni 1910

Historische Aufnahme Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Erstes Passagierschiff der „Deutschen-Luftschifffahrt-Aktiengesellschaft“ (Delag). Das Schiff absolvierte insgesamt sieben Fahrten und beförderte 212 Personen. Am 28. Juni 1910 strandete LZ 7 im Teutoburger Wald und musste abgewrackt werden.

LZ 10 „Schwaben“ – Erste Fahrt: 26. Juni 1911

Historische Aufnahme. menschen an einem Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Mit 224 Fahrten und 1553 zahlenden Passagieren war die „Schwaben“ eines der erfolgreichsten Schiffe der DELAG. 1912 verbrannte das Schiff auf dem Landeplatz.

Historische Aufnahme Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Knapp zweieinhalb Jahre war die „Viktoria Luise“ im Delag-Passagierbetrieb und beförderte insgesamt knapp 2300 Passagiere. Ab August 1914 ging das Luftschiff in den Heeres- und Marinedienst über. Insgesamt legte das Schiff 64.125 Kilometer zurück und hatte etwas mehr als 22.000 Personen an Bord. Im Oktober 1915 brach die „Viktoria Luise“ beim Einhallen auseinander.

Historische Aufnahme: Luftschiff über Rathaus
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Das erste Zeppelin-Luftschiff der kaiserlichen Marine trug die Dienstbezeichnung L 1 und diente als Versuchs- und Schulschiff. Am 9. September 1913 geriet L 1 während eines Flottenmanövers in ein schweres Gewitter und wurde bei Helgoland auf das Wasser gedrückt. 14 Mann der Besatzung starben, nur sechs konnten gerettet werden. Bis dahin hatte das Schiff 74 Fahrten absolviert.

Historische Aufnahme Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

LZ 26 wurde vom Heer unter der Bezeichnung Z XII in Dienst gestellt, sein Bau ging aber noch auf einen zivilen Auftrag der Delag zurück. Von seiner Basis Maubeuge in Belgien wurde das LZ 26 im Juli 1915 auf den östlichen Kriegsschauplatz nach Allenstein verlegt und stand bis 1916 unter dem Kommando von Ernst August Lehmann.

Am 8. August 1917 wurde das inzwischen veraltete Luftschiff auf dem Luftschiffhafen Jüterbog zerlegt.

LZ 38 war das erste Zeppelin-Luftschiff des Typs „p“ von dem bis Anfang 1916 insgesamt 22 Exemplare gebaut wurden.
Diese Schiffe waren gegenüber ihren Vorgängern in der Leistung deutlich verbessert. LZ 38 wurde von seiner Einsatzbasis in Belgien über der Westfront und Großbritannien eingesetzt und war das erste Luftschiff über London.

Am 7. Juni 1915 wurde LZ 38 in seiner Halle in Brüssel-Evere durch einen britischen Fliegerangriff zerstört.

Historische Aufnahme Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

LZ 62, der bei der Marine als L 30 in Dienst gestellt wurde, war das erste Luftschiff des Zeppelin-Typs „r“. LZ 62 verkörperte einen weiteren deutlichen Fortschritt gegenüber den vorherigen Schiffen. Neben der Steigerung des Traggasvolumens auf 55.200 Kubikmeter wurde auch die Aerodynamik des Schiffskörpers optimiert. Neu waren die seitlichen Einzelmaschinengondeln. Nach insgesamt 123 Fahrten mit einer Fahrtstrecke von 55.226 Kilometer wurde LZ 62 am 17. November 1917 außer Dienst gestellt und musste nach dem Ende des Krieges als Reparationsleistung an Belgien ausgeliefert werden.

Historische Aufnahme Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

LZ 90 wurde im Auftrag des Heeres gebaut, nach dem Ende der Heeresluftschifffahrt 1917 aber von der Marine übernommen. Zwischen dem 26. und dem 31. Juli 1917 war LZ 90 bei einer Dauerfahrt über der Ostsee 101 Stunden in der Luft.
Nach Kriegsende im Dezember 1920 als Reparationsleistung an Italien abgeliefert und auf den Namen „Ausonia“ getauft, machte das Schiff noch mehrere Fahrten bevor es 1921 zerstört wurde.

Historische Karte
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Zwischen dem 21. und dem 25. November 1917 führte L 59 von Jambol in Bulgarien eine Afrikafahrt durch. Dies war die erste Interkontinentalfahrt eines Luftschiffes. Bei dem Unternehmen sollten 13,9 Tonnen Ladung, bestehend aus Gewehren, Munition, Medikamenten und Verbandsstoffen, zu den deutschen Kolonialtruppen gebracht werden. Nach mehr als der Hälfte der Fahrtstrecke wurde L 59 durch einen Funkspruch zurückgerufen und danach von Jambol zu Angriffsfahrten im Mittelmeerraum eingesetzt. Dabei stürzte L 59 am 7. April 1918 in der Straße von Otranto brennend ab.

Historische Aufnahme: Maschinenraum
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

LZ 114 wurde für die Marine gebaut aber wegen des Kriegsendes nicht mehr abgeliefert und kam im Juli 1920 als Reparationsleistung nach Frankreich, wo es unter dem Namen „Dixmude“ fuhr. Unter dem Kommandanten Jean du Plessis gelang eine 118 Stunden dauernde Fahrt, auf der das Schiff rund 8000 Kilometer über dem Mittelmeer zurücklegte. Am 18. Dezember 1923 ging die „Dixmude“ aus unbekannter Ursache vor der Küste Siziliens verloren. Niemand von der Besatzung überlebte.

Historische Aufnahme einer zerstörten Stadt
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Die „Bodensee“ war das erste Schiff, das im regulären Fahrplanbetrieb zwischen Friedrichshafen und Berlin fuhr. LZ 120 verfügte über die optimale Stromlinienform und hatte eine kombinierte Passagier- und Führergondel. Im Dezember 1919 wurde der Verkehr nach insgesamt 103 Passagierfahrten und einer zurückgelegten Gesamtstrecke von 51.258 Kilometer auf Anordnung der Alliierten eingestellt. Am 3. Juli 1921 überführte der Luftschiffführer Dr. Hugo Eckener das Schiff nach Ciampino bei Rom und übergab es als Reparationsleistung an Italien.
Als „Esperia“ absolvierte es noch einige Fahrten, bevor es 1928 abgewrackt wurde.

Historische Aufnahme Zeppelin
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Das Reperationsschiff LZ 126 wurde im Oktober 1924 nach einigen Probefahrten von Dr. Eckener nach Lakehurst überführt, wo es nach 85 Stunden Fahrt landete. Unter dem Namen „Los Angeles“ absolvierte es für die US Navy zahlreiche Versuchs- und Langstreckenfahrten, wie zum Beispiel Testfahrten, bei denen Flugzeuge aufgenommen oder abgesetzt wurden. 1939 wurde das bis dahin einsatzfähige Schiff abgewrackt.

Historisches Plakat mit einem Zeppelin
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Das LZ 127 wurde als Versuchsschiff für Langstreckenfahrten mit 20 Passagieren, Post und Fracht gebaut und wurde nach einigen Aufsehen erregenden Versuchsfahrten ab 1931 im regulären Fahrdienst zwischen Friedrichshafen und Brasilien eingesetzt. Es bewährte sich bis zu seiner Außerdienststellung sehr erfolgreich im Südamerikadienst. Eine Weltrundfahrt, eine Arktisfahrt, sieben Nordatlantik- und 140 Südatlantiküberquerungen zählten zu seiner Erfolgsbilanz.

Große Fahrten:

  • Fahrt um die Welt, 13.August bis 4. September 1929
  • Arktisfahrt, 24. bis 31.Juli 1931

LZ 129 „Hindenburg“ – Erste Fahrt: 4.März 1936

Historische Aufnahme Rauch
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

Mit innen liegenden Passagierräumen für 55 Fahrgäste trat die „Hindenburg“ ihren fahrplanmäßigen Dienst nach Nord- und Südamerika an. Standorte waren unter anderem Frankfurt am Main und Friedrichshafen-Löwental.

Nach 63 Fahrten im Nord- und Südamerikadienst und einer zurückgelegten Gesamtstrecke von 337.129 Kilometer verbrannte das Schiff am 6. Mai 1937 bei der Landung in Lakehurst aus ungeklärten Gründen. 62 Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten sich aus den Flammen retten, 35 kamen ums Leben.

LZ 130 „Graf Zeppelin“ – Erste Fahrt: 14. September 1938

Historische Aufnahme Luftschiff
© Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

„Graf-Zeppelin“ war das letzte fertig gestellte, historische Luftschiff. LZ 130 machte Aufklärungsfahrten im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums entlang der Grenzen zu Polen, der Niederlande und Großbritanniens. Nach der letzten Fahrt am 20. August 1939 wurde es im Frühjahr 1940 auf Befehl Göhrings zusammen mit dem namensgleichen LZ 127 in Frankfurt zerstört.

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