Dienstag, 23. Juni 2026
Kategorie: Schulmuseum

Wir trauern um Gerhard Ahner

Kurz vor seinem 87. Geburtstag ist Gerhard Ahner im Juni verstorben. Bis 2020 gehörte der pensionierte Gymnasiallehrer, zuletzt am Karl-Maybach-Gymnasium Friedrichshafen, zum Team unserer Museumsführerinnen und -führer.

Ein Porträtfoto von Gerhard Ahner
Kurz vor seinem 87. Geburtstag ist Gerhard Ahner verstorben.

Gerhard Ahner war auch nach seinem Ausscheiden dem Schulmuseum bis zuletzt verbunden und ein immer gern gesehener Gast, wenn er mal schnell reingehuscht kam oder sich bei einer Veranstaltung blicken ließ.

Gebildet, sprachgewandt, nicht nur in seinem Fach Französisch, weltoffen und auf intelligente Weise witzig und hintersinnig: Diese Eigenschaften machten Gerhard Ahner stets zu einem beliebten Gesprächspartner. 

Ob er nun 30 Zweitklässler, eine Gruppe pensionierter Gymnasiallehrer oder eine Reisegruppe vor sich hatte, stets lebten seinen fundierten und kurzweiligen Führungen durch die Schulgeschichte sowohl von seinem historischen Wissen als auch von den Anekdoten, die er aus seinem Schüler- und Lehrerdasein zum besten geben konnte.

Herr Ahner war insofern ganz Pädagoge, als er sich immer wieder mit Ideen zu den Führungen zu Wort meldete und historische Objekte gezielt einband, weil sie didaktisch „passten“. Damit hat er unsere Bildungsangebote immer wieder bereichert.

Unvergessen ist sein Beitrag zur Ausstellung „Schulgeschichte, ganz privat“, die das Schulmuseum 2011 anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Friedrichshafen zeigte. Hier hatte er ein persönliches Schulwegerlebnis aus der Pennälerzeit in Scherenschnitt gefasst und mit satirischen Versen unterschrieben: 

„Da plötzlich wird das Fahrrad munter,
es stellt sich quer – der Bub fällt runter (...)

„Verdammt, verflixt und zugenäht“.
Jetzt ist ihm klar: er kommt zu spät.

Doch kämpft er weiter, gibt nicht auf,
mal ist er unterm Rad, mal wieder drauf.

Mit einem Sturz nach schneller Wende
hat die Schreckensfahrt ein Ende. (...)“

Wer ihn kannte, weiß: Das ist ein typischer „Ahner“! Wir werden Gerhard Ahner in dankbarer Erinnerung behalten.