Kulinarische Brückenbauer: „Deutsch to Go“ am Tisch
Teig, Oklava, Zimt und viele gute Gespräche: Beim zweiten Kochabend des Projekts „Deutsch to Go“ wurden nicht nur Lahmacun gemeinsam zubereitet, sondern auch Rezepte ausgetauscht, Deutsch gesprochen und neue Kontakte geknüpft.

Unter dem Titel „Kulinarische Brückenbauer“ kamen 27 Teilnehmende aus Deutschland, Afghanistan, Indien, Jordanien und der Türkei zusammen, um gemeinsam zu kochen, Kultur zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
„Deutsch to Go“ ist ein Projekt der Stadt Friedrichshafen, Abteilung Gesellschaft. Regelmäßig treffen sich hier Menschen aus Friedrichshafen und der Region sowie aus verschiedenen Herkunftsländern – bei Spaziergängen, im Café oder bei gemeinsamen Aktionen, um Deutsch zu lernen und neue Begegnungen zu ermöglichen.
Kulinarischer Austausch am Herd
Nach dem Erfolg von „Schwätzle bei Spätzle“ standen dieses Mal türkische Spezialitäten im Mittelpunkt. Gemeinsam wurde geknetet, ausgerollt und gebacken. Besonders das hauchdünne Ausrollen des Teigs mit der traditionellen Oklava, einem langen Rollholz, erforderte viel Geschick und sorgte für großes Interesse. Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten ihre Techniken, gaben Tipps weiter und teilten dabei ganz selbstverständlich auch Geschichten aus ihrem Alltag und ihren Herkunftsländern.
Ein Buffet als Symbol für Vielfalt
Neben den frisch gebackenen Lahmacun entstand ein vielfältiges Buffet mit gemeinsam zubereiteten Spezialitäten. Unter Anleitung von Teilnehmenden aus der Türkei wurden unter anderem Linsenköfte und Bulgursalat zubereitet und Rezepte miteinander geteilt. Einen besonderen Höhepunkt bildete die traditionelle Süßspeise Aschura, die einige Teilnehmerinnen mit viel Engagement und mehrstündiger Vorarbeit zubereitet hatten.
Aschura vereint zahlreiche unterschiedliche Zutaten wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Früchte in einem Gericht. Erst das Zusammenspiel der verschiedenen Zutaten macht ihren besonderen Charakter aus. Damit wurde die Süßspeise an diesem Abend zu einem passenden Symbol für die bunt gemischte Gruppe, die gemeinsam kochte, lachte und Zeit miteinander verbrachte.
„Beim gemeinsamen Kochen kommt man leicht ins Gespräch. Man lernt voneinander, probiert Neues aus und entdeckt, wie viel man trotz unterschiedlicher Hintergründe gemeinsam hat“, sagt Projektleiterin Simone Hartel.
Der Kochabend zeigte einmal mehr, wie einfach Begegnung gelingen kann. Ob beim Spaziergang oder am Herd – wenn Menschen zusammenkommen, entstehen neue Verbindungen, gegenseitiges Verständnis und ein Gefühl von Gemeinschaft.