Jahreshauptversammlung Abteilung Ailingen
Zwischen New York und Neubau-Plänen: Ein bewegtes Jahr für die Feuerwehr Ailingen mit personeller Kontinuität
AILINGEN – Am 20. Februar 2026 versammelte sich die Abteilung Ailingen der Feuerwehr Friedrichshafen zur Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus. Abteilungskommandant Michael Fischer blickte auf ein Jahr mit Herausforderungen, emotionaler Abschiede und internationaler Highlights zurück. Während die Wehr personell so stark wie selten zuvor ist, bleibt die räumliche Situation die größte Herausforderung für die kommenden Jahre.
Ehrengäste unterstreichen Bedeutung der Wehr

Dass die Abteilung in Ailingen einen hohen Stellenwert genießt, zeigte die prominente Gästeliste. Neben Ortsvorsteher Andreas Lipp und Kommandant Felix Engesser waren die Ortschaftsräte Angelika Drießen, Bruno Kramer und Jochen Meschenmoser anwesend. Auch der Kreisfeuerwehrverband Bodensee war durch den stellvertretenden Vorsitzenden Franz Burkhart vertreten.
Rückblick: Von der Ehrennadel bis nach Manhattan
Das Jahr 2025 begann bereits mit einer besonderen Auszeichnung beim Neujahrsempfang, bei dem drei Kameraden die Ailinger Ehrennadel erhielten. Neben der Ausbildung – Nico Paff, Isabell Sauter und Emily Gärtner schlossen ihre Truppmann Teil 1 erfolgreich ab – kam auch die Kameradschaft nicht zu kurz. Die Karfreitagsausfahrt führte die Wehr in die Vorarlberger Museumswelt, und beim Leistungsabzeichen in Frickingen bewiesen die Aktiven ihren hohen Ausbildungsstand. Das traditionelle Maifest war auch weder ein voller Erfolg.
Das absolute Highlight war jedoch die Reise nach New York im September. Gemeinsam mit dem Musikverein Berg nahmen die Kameraden an der traditionsreichen Steubenparade teil. Ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst, resümierte Fischer.
Statistik und Finanzen: 8.485 Stunden für die Sicherheit
Die nackten Zahlen beeindrucken:
- 76 Einsätze: Eine leichte Steigerung, wobei sich technische Hilfeleistung und Brandeinsätze die Waage hielten.
- 88 Angehörige: Davon 54 in der Einsatzabteilung, 20 in der Jugendfeuerwehr und 14 in der Altersabteilung.
- Starke Struktur: Ein Altersdurchschnitt von 39 Jahren bei einer Frauenquote von über 10 %.
- Finanzen: Kassier Nithin Sreeprakash berichtete von einer soliden Finanzentwicklung und einem positiven Kassenstand.
- Ein Vorbild an Disziplin war Robert Erath, der im vergangenen Jahr bei jeder einzelnen Übung anwesend war.
Schriftführerin Carina Dietenberger ergänzte das Bild durch den Bericht aus fünf Ausschusssitzungen, in denen teils kontrovers, aber konstruktiv um Kompromisse gerungen wurde – insbesondere bei Themen wie dem Maifest und der Fahrzeugbeschaffung.
Jugendfeuerwehr: Ein „Luxusproblem“ mit Warteliste
Jugendfeuerwehrwart Daniel Baumann, der das Amt von Samuel Fischer übernommen hat, berichtete von einem enormen Zuspruch. Mit über 20 Jugendlichen ist die Kapazität der Abteilung erschöpft. „Wir führen aktuell eine lange Warteliste“, so Baumann. Um den reibungslosen Übergang in die aktive Wehr zu garantieren – in den nächsten drei Jahren werden allein neun Jugendliche übernommen – werden derzeit keine Quereinsteiger von außen aufgenommen. Er bedankte sich bei seinem Vorgänger und blickte auf ein ereignisreiches Jahr mit 24-Stunden-Übung, Sommerfreizeit und Feuerlöscher-Training zurück. 2026 steht das 35-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr an.
Führungszeugnis: Kontinuität an der Spitze
Bei den anstehenden Wahlen setzten die Mitglieder auf Bewährtes: Michael Fischer wurde als Abteilungskommandant wiedergewählt. Auch sein Stellvertreter Sven Huber, der vor kurzem parallel als stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr Friedrichshafen berufen wurde, bleibt im Amt. Eine Änderung gab es im Ausschuss: Da Markus Eberle nicht mehr zur Wahl stand, rückt hier Daniel Baumann in das Gremium nach.
Technik-Update: Das neue LF20 kommt
Kommandant Felix Engesser überbrachte gute Nachrichten zur Fahrzeugbeschaffung. In wenigen Wochen wird das neue LF20 (Ersatz für das alte LF16/12) ausgeliefert. Es ist das erste Fahrzeug aus einem städtischen Projekt zur Vereinheitlichung der Ausstattung. Highlights des neuen Fahrzeugs:
- 3.000 Liter Wassertank
- Große Mannschaftskabine
- 6 Atemschutzgeräte, um auch speziellen Anforderungen (z.B. Tunnel) gerecht zu werden.
Die offizielle Weihe soll im Rahmen des Maifestes 2026 stattfinden. Auch die Planungen für ein neues HLF10 laufen bereits nach Plan.
Die Standortfrage: Zielmarke 2029
Sowohl Fischer als auch Ortsvorsteher Lipp sprachen die räumliche Enge an. Das aktuelle Feuerwehrhaus wird den wachsenden Anforderungen an Logistik und Hygiene nicht mehr gerecht. Andreas Lipp betonte, dass die Stadt trotz angespannter Finanzlage investiere. Das Ziel sei klar definiert: 2029 soll die erste Planungsrate für ein neues Feuerwehrhaus in Ailingen fixiert werden.
Ehrungen und Beförderungen
Der feierliche Rahmen wurde genutzt, um langjährige Verdienste zu würdigen:
- Werner Späth wurde zum Ehrenkommandanten ernannt, nachdem er bereits das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold erhalten hatte.
- Josef Erath erhielt das Goldene Ehrenzeichen für 40 Jahre aktive Dienstzeit.
Beförderungen auf einen Blick:
- Brandmeister: Eike Krapf
- Hauptfeuerwehrmann: Jochen Deppert
- Feuerwehrmann/-frau: Hanna Hornikel, Adrian Knecht, Kay Maier, Fabio Matt, Marlene Rall
Mit dem traditionellen Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr. Einer für alle, alle für einen“ schloss Michael Fischer eine harmonische Versammlung, die den Grundstein für ein sicheres 2026 legte.