Es ist Zeit für Gesundheit
Liebe Häflerin, lieber Häfler,

diese Woche werden die Weichen gestellt für die zukünftige Kliniklandschaft der Region: Am Montag hat der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen einstimmig über weitere finanzielle Unterstützungen für die stationäre medizinische Gesundheitsversorgung entschieden.
Bis zu 74 Millionen Euro können in den nächsten Jahren aus Stadt und Zeppelin-Stiftung fließen, je nachdem für welchen zukünftigen Krankenhausträger sich der Kreistag des Bodenseekreises in seiner Sitzung am Mittwochabend entscheidet. Zusätzlich zu diesen Millionen wird die Stadt als Kreiskommune natürlich weiterhin über die Kreisumlage bei der Finanzierung der stationären medizinischen Versorgung im Boot sein. Als größte Stadt im Kreis stemmt Friedrichshafen immerhin rund 30 Prozent der Einnahmen des Bodenseekreises aus der Kreisumlage.
Und damit kommen wir zum Wesentlichen: Bei all den wahrlich schwindelerregenden Zahlen, über die jetzt entschieden wurde und wird, geht es am Ende nur um eines: um die Sicherstellung der stationären medizinischen Gesundheitsversorgung im Kreis. Kurz: Es ist Zeit für Gesundheit und das ist das Wichtigste überhaupt.
Aber warum steht die Entscheidung gerade jetzt an? Weil Friedrichshafen die Finanzierung des Klinikums nicht mehr alleine stemmen kann. Wir konnten in der aktuellen Situation der Zeppelin-Stiftung nicht so weitermachen wie bisher. Alleine in diesem Jahr stehen auf der Einnahmenseite aus Dividenden gerade mal etwas über 27 Millionen Euro – statt geplanten und eigentlich benötigten 85 Millionen. Wir mussten also handeln und gemeinsam mit dem Kreis eine solide Lösung für das Klinikum finden, das für die Stadt und ihre Zeppelin-Stiftung immer eine freiwillige Aufgabe war. Laut Gesetz liegt die Pflicht aber beim Kreis, wenn sie kein anderer für ihn erfüllt. Auf dem langen Weg zur Lösung waren sich aber zum Glück alle einig: Am Ende muss die Region gewinnen und ihre Bevölkerung sich weiterhin auf eine sichere stationäre medizinische Versorgung verlassen können.
Als Stadt, das hat der Gemeinderat am Montag beschlossen, geben wir in diesem Prozess des Übergangs nicht nur guten Willen, sondern echtes Geld. Wir übernehmen auch ausdrücklich Verantwortung für Risiken, die aus der Vergangenheit rühren – denn die Vergangenheit haben wir gestaltet und begleitet. Dafür stehen wir ein.
Jetzt stehen wir am Ende eines langen Prozesses intensiver Verhandlungen und vor der Entscheidung für eine nachhaltige Lösung für die Menschen unserer Region. Die Entscheidung liegt nun beim Kreistag. Ausdrücklich danken möchte ich allen, die in den vergangenen Monaten diesen Prozess begleitet und unterstützt haben. Und vor allem geht mein Dank an alle Mitarbeitenden des Klinikums für die herausragende und verlässliche Leistung auch unter den erschwerten Bedingungen der letzten Zeit. Das ist nicht selbstverständlich. Vielen Dank!
Ihr
Simon Blümcke
Oberbürgermeister
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