Demokratiekonferenz: Starke Impulse

Partnerschaft für Demokratie lädt zum Dialog – Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Stadtgesellschaft im Gespräch

Menschen sitzen auf Stühlen
Viele engagierten sich bei der Demokratiekonferenz 2026, denn der 8. Mai steht für die Verpflichtung, Demokratie nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen, sondern sie aktiv zu gestalten, zu schützen und weiterzuentwickeln.

Am 81. Jahrestag des Kriegsendes in Europa und dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus luden die Partnerschaft für Demokratie in Friedrichshafen bestehend aus dem Amt für Gesellschaft, Bildung und Soziales sowie dem Verein Arkade e. V. zur Demokratie-Konferenz ein. Das bewusst gewählte Datum am 8. Mai stand für Verantwortung, Demokratie aktiv zu gestalten, zu schützen und weiterzuentwickeln. 

Den Auftakt machte PD Dr. Rolf Frankenberger, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Rechtsextremismusforschung (IRex) an der Universität Tübingen, dem bundesweit ersten universitären Institut dieser Art. Er stellte die Ergebnisse einer Struktur- und Ressourcenanalyse vor, die als Grundlage für die Weiterentwicklung des städtischen Integrationsplans zu einem „Plan für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ dient. Sein Vortrag stieß auf großes Interesse und führte zu einer engagierten Diskussion.

Drei Thementische – viele Stimmen aus der Stadtgesellschaft

Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden intensiv in drei moderierten Themengruppen. Im Mittelpunkt standen Fragen, welche Menschen erreicht werden sollen, an welchen Orten, Begegnung möglich ist und welche Formate sich dafür eignen. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Deutlich wurde dabei die große Bedeutung des Sozialraums: Quartiere, Nachbarschaften und öffentliche Plätze gelten als zentrale Orte für Begegnung, Dialog und gemeinsames Handeln. Künftig sollen dort verstärkt Angebote entstehen, die das Miteinander fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

„Unsere neu aufgestellte Abteilung Gesellschaft ist mehr als eine organisatorische Veränderung – sie ist ein klares Signal. Ich bin überzeugt, dass Zusammenhalt dort entsteht, wo Menschen sich begegnen – im Quartier, auf der Straße, im Alltag“, so Bastian Rädle, Abteilungsleiter Gesellschaft, Stadtverwaltung Friedrichshafen.

„Integration, Quartiersarbeit und bürgerschaftliches Engagement gehören zusammen. Die künstliche Trennung zwischen Geflüchteten, Zugewanderten und alteingesessener Bevölkerung wollen wir hinter uns lassen – denn Friedrichshafen gehört uns allen. Was uns verbindet, ist stärker als das, was uns trennt. Und das wollen wir gemeinsam sichtbar machen“, so Rädle weiter. 

Landshut als Demokratielernort – ein Vorhaben mit Strahlkraft

Ein weiterer Schwerpunkt war das Projekt „Landshut als Demokratielernort“, das von Steffen Krautzig von der Bundeszentrale für politische Bildung geleitet wird.  Die „Landshut“, das 1977 von einer RAF-nahen Terrorgruppe entführte Flugzeug, soll in Friedrichshafen zu einem außerschulischen Lern- und Erinnerungsort werden. Die Teilnehmenden sahen darin einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung und Erinnerungskultur.

Ein gelungener Auftakt mit Impulsen für die Quartiersarbeit

Bei der Demokratie-Konferenz waren die Teilnehmenden offen, engagiert und gesprächsbereit. Die gesammelten Impulse fließen nun in die weitere Arbeit der Abteilung Gesellschaft der Stadtverwaltung Friedrichshafen ein – insbesondere in die Quartiers- und Sozialraumarbeit, die mit Unterstützung des Bundesprogramms „Demokratie leben“ weiter ausgebaut wird.

Die zentrale Botschaft der Konferenz: Demokratie entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam handeln.