Stadt kauft Waldgrundstücke im Seewald

Die städtischen Flächen im Seewald werden größer: In nichtöffentlicher Sitzung stimmte der Gemeinderat dem Erwerb von 14 Flurstücken im Seewald auf den Gemarkungen Friedrichshafen, Kehlen und Eriskirch von der Hofkammer des Hauses Württemberg zu.

Luftbild Friedrichshafen-Ost mit Seewald
Im Seewald verfügt die Stadt künftig über eine große, zusammenhängende Waldfläche von rund 465 Hektar. (Foto: Frankenair)

„Der Erwerb dieser großen, zusammenhängenden Waldfläche ist eine Investition in unsere Zukunft und in den Klimaschutz. So sicher und schützen wir unsere Umwelt und unseren Boden. Davon haben auch die Bürgerinnen und Bürger einen besonderen Nutzen, denn die Naherholung spielt eine immer bedeutendere Rolle. Spaziergänge durch den Wald steigern die Lebensqualität und fördern die Gesundheit“, so Oberbürgermeister Simon Blümcke.

Derzeit verfügt die Stadt Friedrichshafen über rund 300 Hektar Stadtwald. Durch den Zukauf erhöht sich der städtische Waldbesitz um rund 165 Hektar. Damit verfügt die Stadt künftig über eine große, zusammenhängende Waldfläche.

Henrik M. Lingenhölin, Präsident der Hofkammer freut sich, „dass mit der Stadt Friedrichshafen ein naheliegender und nachhaltiger Erwerber für die Forstflächen im Seewald gefunden werden konnte“. Die Hofkammer wird sich zukünftig stärker auf deren zusammenhängende Flächen in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und Heilbronn konzentrieren. Die Veräußerung dieser Teilfläche im Bodenseekreis hat somit Bewirtschaftungsvorteile für die Hofkammer, wie ökologische Vorteile für die Stadt Friedrichshafen.   

Nachhaltiges Waldmanagement 

Die Fläche soll gemäß den 45 Grundsätzen des Waldmanagements der Stadt bewirtschaftet werden. Das bedeutet unter anderem: Die natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften sollen erhalten und entwickelt werden, auch der Aspekt der Klimaanpassung spielt eine Rolle. Um die Resistenz, Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Baumbestände zu fördern, sollen verschiedene naturnahe Baumarten verwendet werden.

Der erweiterte Stadtwald leistet zudem einen wesentlichen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel. Bei zunehmenden Hitzetagen kühlt er das Stadtgebiet und das Umland, verzögert das Abfließen des Wassers nach Starkregen und schützt den Boden vor Erosion. Hinzu kommt, dass der Wald dauerhaft CO₂ bindet. Dadurch ist es möglich, die gesteckten Klimaschutzziele ohne den Aufbau zusätzlicher technischer Infrastruktur und ohne Folgekosten zu erreichen. 

Die Waldflächen erfüllen außerdem wichtige Filter- und Pufferfunktionen für das Grund- und Oberflächenwasser. Größere Flächen erhöhen die ökologische Resilienz und fördern die Biodiversität. 

Als Ökokontomaßnahme ist die Wiedervernässung von etwa 43 Hektar entwässerten Gleyböden (durch oberflächennahes Grundwasser geprägte Böden) vorgesehen. Gleichzeitig soll auf einer Fläche von etwa zwei Hektar eine Sumpffläche entstehen. So kann eine ökologische Aufwertung von rund 2,5 Millionen Ökopunkten erzielt werden. Die Ausgaben hierfür belaufen sich auf rund 250.000 Euro. Diese können in den kommenden Jahren durch Erlöse aus der Vermarktung von Fichtenholz aus einem 120 Hektar großen Teil des Stadtwalds refinanziert werden.

Wichtig ist, dass der vergrößerte Stadtwald die wohnortnahe Naherholung für die Bürgerinnen und Bürger verbessert. Er schafft Raum für mehr Umweltbildung und stärkt somit die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit den kommunalen Waldflächen.