Freitag, 03. Juli 2026
Kategorie: Feuerwehr

Jahreshauptübung der Abteilung Ailingen

Dichter Rauch in einer Produktionshalle, mehrere vermisste Personen und zunächst nur wenige Informationen über das tatsächliche Ausmaß des Brandes: Mit diesem realitätsnahen Szenario stellte die Feuerwehr Friedrichshafen, Abteilung Ailingen, ihre Einsatzkräfte im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptübung vor eine anspruchsvolle Aufgabe. 

Der Fahrzeugführer geht mit dem Angriffstrupp vor
Der Fahrzeugführer geht mit dem Angriffstrupp vor

Rund 35 Feuerwehrangehörige sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe beteiligten sich an der Übung auf dem Gelände eines Industriebetriebs im Ailinger Ortsteil Berg. Nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde die Lage erkundet. Schnell zeigte sich, dass das angenommene Schadensereignis umfangreicher war als zunächst gemeldet. Das Alarmstichwort wurde deshalb umgehend erhöht und weitere Einsatzkräfte nachgefordert. Oberste Priorität hatte die Rettung von vier vermissten Personen aus der stark verrauchten Produktionshalle. Mehrere Atemschutztrupps durchsuchten das weitläufige Gebäude systematisch nach den Vermissten. Parallel dazu wurde eine leistungsfähige Löschwasserversorgung aufgebaut und die Einsatzleitung eingerichtet. Zur Absicherung der Einsatzstelle stand außerdem die Drehleiter bereit. Alle vier vermissten Personen konnten im Verlauf der Übung aufgefunden und anschließend an die Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe zur weiteren Versorgung übergeben werden. An der Übung beteiligt waren das Löschgruppenfahrzeug LF 20, das LF 16, das Klein-Tanklöschfahrzeug (KTLF), der Schlauchwagen SW 2000, der Einsatzleitwagen ELW 1, die Drehleiter sowie ein Krankentransportwagen der Johanniter-Unfall-Hilfe. Im Mittelpunkt der Übung stand das taktische Vorgehen bei einem Brand in einem Industriebetrieb. Geübt wurden insbesondere die Menschenrettung unter Atemschutz, die Führungsorganisation, der Aufbau einer leistungsfähigen Löschwasserversorgung sowie die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst. Bei der anschließenden Nachbesprechung zog Kommandant Felix Engesser ein positives Fazit. Das Übungsobjekt habe den Einsatzkräften zahlreiche realistische Herausforderungen geboten. Das über viele Jahre gewachsene Betriebsgelände mit rund 85 Beschäftigten, die komplexe Gebäudestruktur, lange Angriffswege sowie die eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten hätten eine ruhige, strukturierte und besonnene Einsatzführung erfordert. Erschwerend sei hinzugekommen, dass keine Brandmeldeanlage vorhanden war und sich die angenommene Einsatzstelle tief im Gebäude befand. Umso wichtiger seien eine schnelle Lagebeurteilung, die frühzeitige Erhöhung des Alarmstichworts sowie die rechtzeitige Nachforderung weiterer Einsatzkräfte gewesen. Engesser lobte insbesondere die Arbeit der Führungskräfte. Die Lage sei klar strukturiert abgearbeitet worden, auf die Zugführer sei jederzeit Verlass gewesen. Auch die Mannschaft habe die gestellten Aufgaben engagiert und mit hoher Professionalität bewältigt. Als Optimierungspunkt wurde das Schlauchmanagement angesprochen. Gerade bei weitläufigen Industrieobjekten müsse auf eine saubere Schlauchführung und einen zügigen Aufbau der Einsatzmittel geachtet werden, um im Einsatz wertvolle Zeit zu gewinnen. Ein besonderer Dank galt dem Unternehmen, das sein Betriebsgelände für die Übung zur Verfügung gestellt hatte. Solche Übungen seien für beide Seiten eine echte Win-win-Situation. Die Feuerwehr könne unter realistischen Bedingungen trainieren und wichtige Ortskenntnisse gewinnen, während das Unternehmen wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall erhalte. Gleichzeitig freute sich Kommandant Engesser über das große Interesse der zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer, die die Übung aufmerksam verfolgten. Im Anschluss an die Übung kamen die Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus Ailingen zusammen. Dort wurde Alexander Günthör mit dem Ehrenkreuz in Silber des Kreisfeuerwehrverbandes Bodenseekreis e. V. ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung wurden seine langjährigen Verdienste und sein außergewöhnliches Engagement für das Feuerwehrwesen gewürdigt. Die Feuerwehr Friedrichshafen, Abteilung Ailingen, bedankt sich bei allen Beteiligten, den Helferinnen und Helfern, der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie dem Unternehmen für die Unterstützung und die Bereitstellung des Übungsobjekts. Die Jahreshauptübung zeigte einmal mehr, wie wichtig regelmäßige Übungen unter möglichst realistischen Bedingungen sind, um die Einsatzbereitschaft und die Zusammenarbeit aller Beteiligten kontinuierlich zu stärken.