Häfler Karte wird neu ausgerichtet

Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen hat der Neuausrichtung der Häfler Karte in seiner Sitzung am 19. Oktober zugestimmt: Der bislang einmal jährlich in pauschaler Höhe gewährte Zuschuss für besondere Bedürfnisse, der aber keiner Zweckbindung unterliegt, entfällt. Konkrete Vergünstigungen bleiben dagegen erhalten und werden um zwei gezielte Unterstützungen für Kinder und Jugendliche erweitert.

„Wir müssen angesichts der angespannten Finanzlage der Zeppelin-Stiftung verantwortungsvoll mit den vorhandenen Mitteln umgehen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, Menschen mit geringem Einkommen weiterhin wirkungsvoll zu unterstützen und insbesondere Kindern und Jugendlichen gesellschaftliche Teilhabe und Bildungschancen zu ermöglichen. Mit den neuen gezielten Förderungen wollen wir diese Unterstützung dort stärken, wo sie im Alltag besonders wichtig ist“, so Andreas Hein, Erster Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen.

Durch den Wegfall des einmaligen Zuschusses für besondere Bedürfnisse aus Mitteln der Zeppelin-Stiftung sollen jährlich rund 510.000 Euro eingespart werden. Für die Inhaberinnen und Inhaber der Häfler Karte wird künftig das Elternentgelt für die Betreuungsangebote in der Mittagszeit, das sogenannte Mittagsband, an den sechs städtischen Ganztagsgrundschulen vollständig erstattet. Die jährlichen Kosten liegen dafür bei voraussichtlich bis zu 92.000 Euro.

Auch der Zuschuss für Schülerferienaufenthalte gehört künftig zur Häfler Karte. Vorgesehen sind fünf Euro pro Ferientag für Kinder und Jugendliche von sechs Jahren bis zum vollendeten 14. Lebensjahr, für maximal 30 Tage im Jahr. Für Kinder und Jugendliche mit einem Grad der Schwerbehinderung von mindestens 50 Prozent ist der doppelte Zuschuss vorgesehen. Voraussetzung hierfür ist unter anderem, dass die Eltern einen Beschäftigungsumfang von mindestens 50 Prozent haben. Die jährlichen Kosten werden auf bis zu 121.000 Euro geschätzt.

Andere Vergünstigungen, beispielsweise in den Häfler Bädern, im Medienhaus am See, im Schulmuseum und im Zeppelin Museum, bei kulturellen Veranstaltungen der Stadt sowie bei Schul- und Kitamittagessen, bleiben bestehen. Auch die Einzelfallbeihilfe für Menschen in besonderen Notlagen aus Mitteln der Zeppelin-Stiftung bleibt erhalten.

Die Häfler Karte wird zunehmend genutzt: Im Jahr 2025 gingen 2.236 Anträge ein, davon wurden 2.003 genehmigt. Insgesamt wurden 4.429 Karten ausgegeben. Die neue Richtlinie soll zudem Regelungen zum Umgang mit Betrugs- und Missbrauchsfällen enthalten. Die neuen Vergünstigungen und die entsprechenden Regelungen sollen im kommenden Jahr evaluiert und bei Bedarf angepasst werden.

Weitere Informationen und alle Vorlagen zu den aktuellen öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse sind zu finden unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de.