Friedrichshafener Tage der Demokratie

Demokratie braucht Begegnung, Austausch und Beteiligung

Von Mittwoch, 30. September bis Sonntag, 4. Oktober 2026 laden die Friedrichshafener Tage der Demokratie dazu ein, Demokratie aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken. Fünf Tage lang geht es um aktuelle politische Entwicklungen, historische Verantwortung, Zivilcourage, Erinnerungskultur, Kinderrechte und die Frage, wie wir als Gesellschaft miteinander leben wollen.

Mit Vorträgen, Workshops, Lesungen, Museumsführungen, Musik und Begegnungsformaten wird Demokratie in Friedrichshafen nicht nur diskutiert, sondern gemeinsam erlebt. Besonders sichtbar wird das in diesem Jahr bei der „Langen Nacht der Demokratie“ am 2. Oktober – eine landesweite Aktion, bei der in mehr als 50 Städten und Gemeinden in vielfältigen Formaten über Demokratie diskutiert, philosophiert und gestritten wird. Neu beziehungsweise erstmals besonders prominent im Kreis der Partner sind die Zeppelin Universität, das Jugend- und Kulturzentrum MOLKE und die Initiative Friedensbaum Friedrichshafen.

Die Veranstaltungsreihe knüpft an den „Tag der Demokratie“ an, den die Stadt Friedrichshafen 2024 erstmals veranstaltet hat. Nach der Ausweitung auf mehrere Tage im vergangenen Jahr geht das Format 2026 mit einem erneut gewachsenen Netzwerk an den Start. Koordiniert werden die Friedrichshafener Tage der Demokratie von der vhs Friedrichshafen. Alle Veranstaltungen sind wieder kostenfrei.

„Demokratie ist kein Zustand, den wir einfach voraussetzen können. Sie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, Fragen stellen, widersprechen, zuhören und Verantwortung übernehmen. Die Friedrichshafener Tage der Demokratie schaffen dafür ganz unterschiedliche Zugänge – vom Klassenzimmer über das Museum bis zur Tanzfläche“, sagt Erster Bürgermeister Andreas Hein.

Programm-Highlights im Überblick

Workshops: Demokratie selbst ausprobieren 

  • „Mut statt Wut – Zivilcourage ist lernbar!“ (30. September und 1. Oktober, MOLKE) Was tun, wenn man plötzlich zur falschen Zeit am falschen Ort ist? In praktischen Übungen und Rollenspielen lernen Schülerinnen und Schüler, Konfliktsituationen einzuschätzen und angemessen zu handeln. Der Workshop beschäftigt sich mit Angst, Macht und Ohnmacht und stärkt Solidarität, soziale Verantwortung und Empathie.
  • „Gemeinsam stark – Demokratie erleben!“ (1. Oktober, Spielehaus Friedrichshafen) Wie funktioniert Demokratie? Was sind Kinderrechte? Und wie können wir gemeinsam unsere Welt gestalten? Interaktive Mitmachstationen und Teamspiele machen demokratisches Miteinander für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse spielerisch erfahrbar.

Führungen: Geschichte hinterfragen, Verantwortung übernehmen

  • Tandem-Führung „Zwischen Erinnerung und Verantwortung“ (2. Oktober, Zeppelin Museum) Dr. Mark Niehoff und Dr. Tabea Widmann führen durch die Ausstellungen „Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus“ und „Eigentum verpflichtet. Eine Kunstsammlung auf dem Prüfstand“. Im Mittelpunkt stehen Erinnerungskultur, historische Verantwortung und demokratische Werte. 
  • Erinnerungspfad „Gegen das Vergessen“ (4. Oktober, Freizeitplatz Raderach) Gunar Seitz vom Arbeitskreis Heimatgeschichte Kluftern führt für die Initiative Friedensbaum Friedrichshafen über einen Rundweg zu den Spuren des ehemaligen Raketentestgeländes. Im Mittelpunkt stehen die 417 Zwangs- und Fremdarbeiter, die dort während der NS-Zeit eingesetzt wurden, sowie die regionale Geschichte des Nationalsozialismus.

Vorträge und Diskussion: Demokratie unter Druck

  • „Müssen wir an der Demokratie verzweifeln? Donald Trump, die AfD und der ganze Rest“ (30. September, Kiesel im k42) Prof. Dr. Joachim Behnke, Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaft an der Zeppelin Universität, beschäftigt sich mit den politischen Entwicklungen in den USA und Europa. Wie konnte es zu den aktuellen Umbrüchen kommen? Wer trägt Verantwortung – Politik, Wählerschaft oder Institutionen? Und was bedeuten diese Entwicklungen für unser Verständnis von Demokratie?
  • „Landshut 1977. Linksterrorismus in der Bundesrepublik“ (2. Oktober, Kiesel im k42) Die Bundeszentrale für politische Bildung und das Medienhaus am See laden zur Buchvorstellung und Diskussion über den Terrorismus der RAF und den „Deutschen Herbst“ ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie an die Ereignisse von 1977 erinnert werden kann und welche Bedeutung sie für die Gegenwart haben.

Literatur: Demokratie aus persönlichen Perspektiven

  • „An Worten wachsen“ (1. Oktober, Kiesel im k42) Geschichten und Gedichte eröffnen persönliche Zugänge zu Demokratie, Zusammenleben und unterschiedlichen Lebenswelten. In einem geschützten Raum wird Literatur laut gelesen und gemeinsam erlebt.
  • „Rose + Robert. Liebe in Zeiten der Kriege“ (1. Oktober, Kiesel im k42) Die multimediale Lesung der Graphic Novel von Jochen Voit und Lilya Matveeva erzählt die wahre Geschichte eines jungen Paares zwischen Liebe, Freiheit und Widerstand in der DDR und schlägt zugleich einen Bogen ins heutige Russland.

Musik, Jugendkultur und Begegnung

  • Lange Nacht der Demokratie (2. Oktober, MOLKE) Unter dem Motto „Jugendkultur trifft Demokratie“ wird die MOLKE zum Ort für Musik, Tanz, Kreativität und Begegnung. Die Jugendband „Strutter“, das Improvisationsensemble der Musikschule Friedrichshafen und die Tanzgruppe „Blue Venom!“ gestalten den Abend. Dazu entsteht ein Live-Graffiti von Daniel Schweizer. DJ „The Message“ sorgt für den musikalischen Ausklang.
  • „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“ (3. Oktober, Adenauerplatz) Mit gemeinsamem Singen ausgewählter Lieder der Hoffnung, des Friedens und des Dankes erinnert die deutschlandweite Initiative „Deutschland singt und klingt“ an die Friedliche Revolution von 1989 und die Wiedervereinigung. Die musikalische Leitung übernimmt Kantor Manuel Mader-Nachtrodt.

Das vollständige Programm ist online abrufbar unter: www.friedrichshafen.de/demokratie