Donnerstag, 15. Oktober 2026

Bundeskongress der Räte der Religionen

Angesichts wachsender gesellschaftlicher Polarisierung haben die Räte der Religionen ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt gesetzt. Eine Häfler Delegation war beim Bundeskongress der Räte der Religionen in Stuttgart dabei.

Gruppenbild mit großer Gruppe
Foto: BKRR

Am 11. und 12. Oktober 2026 haben sich mehr als 90 Vertreterinnen und Vertreter aus 45 Städten zum 9. Bundeskongress der Räte der Religionen in Stuttgart getroffen. Mit dabei war eine Delegation aus Friedrichshafen. Unter dem Motto „Religion – Bedrohung oder bedroht?“ diskutierten die Religionsgemeinschaften über das friedliche Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft.

Globale Krisen, Pandemie-Nachwirkungen und geopolitische Konflikte wie im Nahen Osten belasten das gesellschaftliche Klima und fördern Vorurteile, Antisemitismus sowie antimuslimischen Rassismus. Dem setzt das Friedrichshafener Forum der Religionen eine entschlossene Gemeinschaft entgegen. 

Auf dem Kongress berieten die Delegierten, wie das friedensstiftende Potenzial von Religionen die Demokratie stärken kann. Kulturelle und religiöse Pluralität soll dabei nicht als Gefahr, sondern als tragende Säule einer toleranten Stadtgesellschaft verteidigt werden.

Prominente Impulse und starker Dialog
Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg lud als Gastgeber zur Auftaktveranstaltung des Bundeskongresses in die Stuttgarter Synagoge ein, bevor das Abendprogramm später mit einem interreligiösen Friedensgebet auf dem Schlossplatz startete. Beim anschließenden Abendempfang im Weißen Saal des Neuen Schlosses würdigten der baden-württembergische Sozialminister Oliver Hildenbrand und der Stuttgarter Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport Dr. Clemens Maier den Dialog der Räte als „gelebte Demokratie“. 

Als Hauptredner beleuchtete der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume, die Renaissance von Verschwörungstheorien. Er riet dazu, sich auch kritisch mit den Schattenseiten der eigenen religiösen Traditionen auseinanderzusetzen. Am Ende gehe es darum, sich im Dialog auf das Verbindende zu konzentrieren.