Dienstag, 15. September 2026

Beurkundet: Hofkammer verkauft Wald an Stadt

Insgesamt 14 Flurstücke im Seewald hat die Hofkammer des Hauses Württemberg an die Stadt Friedrichshafen verkauft. Das Grundstücksgeschäft ist inzwischen notariell beurkundet und abgeschlossen. 

Wilhelm Herzog von Württemberg und Oberbürgermeister Simon Blümcke mit Urkunde
Wilhelm Herzog von Württemberg und Oberbürgermeister Simon Blümcke freuen sich über den erfolgreichen Übergang von 165 Hektar Waldflächen in städtisches Eigentum.

Den Kauf der insgesamt rund 165 Hektar Waldflächen auf den Gemarkungen Friedrichshafen, Kehlen und Eriskirch hatte der Gemeinderat im März 2026 beschlossen. Mit den zusätzlichen Flächen wächst der Bestand der städtischen Waldflächen auf rund 465 Hektar. Im Seewald verfügt die Stadt nun zudem über eine große zusammenhängende Waldfläche, was die Bewirtschaftung einfacher macht.

„Wir sehen den Erwerb als wichtige Investition in die Zukunft, sowohl mit Blick auf den Klimaschutz, also auch für die Bürgerinnen und Bürger: Städtischer Wald spielt für Lebensqualität, Naherholung und Freizeit eine zunehmende Rolle“, betont Oberbürgermeister Simon Blümcke. 

Für Wilhelm Herzog von Württemberg zeigt sich mit dem Verkauf erneut die besondere Verbundenheit des Hauses Württembergmit der Stadt: „Es ist uns ein Anliegen, dass die Forstflächen nun in den städtischen Besitz eingebettet und weiterhin nachhaltig gepflegt und bewirtschaftet werden.“ Die Hofkammer wird sich zukünftig stärker auf deren zusammenhängende Flächen in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und Heilbronn konzentrieren. 

Nachhaltiges Waldmanagement 

Die hinzugewonnenen Flächen werden nun nach den Grundsätzen des städtischen Waldmanagements bewirtschaftet. Dabei sollen etwa die natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften erhalten und entwickelt werden, auch der Aspekt der Klimaanpassung spielt eine Rolle. Um die Resistenz, Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Baumbestände zu fördern, sollen verschiedene Baumarten gefördert werden. Die Waldflächen erfüllen außerdem wichtige Filter- und Pufferfunktionen für das Grund- und Oberflächenwasser. Größere Flächen erhöhen die ökologische Resilienz und fördern die Biodiversität. 

Als Ökokontomaßnahme ist die Wiedervernässung von etwa 43 Hektar entwässerten Gleyböden (durch oberflächennahes Grundwasser geprägte Böden) vorgesehen. Gleichzeitig soll auf einer Fläche von etwa zwei Hektar eine Sumpffläche entstehen. So kann eine ökologische Aufwertung von rund 2,5 Millionen Ökopunkten erzielt werden. Die Ausgaben hierfür belaufen sich auf rund 250.000 Euro. Diese können in den kommenden Jahren durch Erlöse aus der Vermarktung von Fichtenholz aus einem 120 Hektar großen Teil des Stadtwalds refinanziert werden.