40. Kulturufer zieht positive Bilanz
Zehn Tage Sommer, Sonne und ein begeistertes Publikum: Das 40. Kulturufer machte seinem Jubiläum alle Ehre. Bei hochsommerlichen Temperaturen strömten tausende Besucherinnen und Besucher an die Häfler Uferpromenade und sorgten für eine lebendige Festivalausgabe. Mit einem abwechslungsreichen Programm, besonderen Jubiläumsmomenten und einer entspannten Festivalatmosphäre zieht das Kulturufer eine positive Bilanz.

Bereits die Eröffnung machte deutlich, dass die 40. Festivalauflage etwas Besonderes werden würde. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Simon Blümcke sprach Erster Bürgermeister Andreas Hein mit Künstler Günter Mattei über die Entstehung und Geschichte der ikonischen Kulturufer-Illustrationen, die das Festival seit vier Jahrzehnten prägen. Ein besonderer Höhepunkt folgte gleich im Anschluss: Die beliebten Kulturufer-Motive wurden in eigens von der Bernd-Blindow-Schule gefertigten Kostümen lebendig und spazierten als lebensgroße Figuren über das Festivalgelände.
„Seit 40. Jahren bietet das Kulturufer Kulturvielfalt in traumhafter Kulisse“, so Oberbürgermeister Simon Blümcke. „Auch in diesem Jahr hat das das bunte Angebot wieder tausende Besucherinnen und Besucher aller Altersklassen an die Häfler Uferpromenade gelockt und begeistert. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitwirkenden im Vorder- und Hintergrund, allen Künstlerinnen und Künstler sowie allen Organisatorinnen und Organisatoren, die das Kulturufer wieder einmal zu einem einmaligen Kulturhighlight gemacht haben“, so Blümcke weiter.
Das Kulturufer-Programm in den Zelten
Mit gut besuchten Zeltveranstaltungen, einem ausverkauften Auftritt von Tridiculous und dem Konzert der französischen Rockband Dead Chic startete das Kulturufer erfolgreich in seine Jubiläumsausgabe. Insgesamt spannte das Programm in den beiden Festivalzelten einen Bogen von Poetry Slam, Kabarett und Schauspiel über Konzerte bis hin zu elektronischer Musik, Tanz und Comedy. Dabei setzte das Kulturufer im Jubiläumsjahr erneut auf eine große stilistische Vielfalt und bot sowohl bekannten Künstlerinnen und Künstlern als auch neuen Formaten eine Bühne.
Erstmals war mit Marvin Suckut ein Poetry Slam Teil des Kulturufer-Programms, ergänzt durch einen kreativen Schreibworkshop rund um das Format. Große Nachfrage verzeichneten außerdem das Comedy-Theater mit Anna Schäfer, die Show des Liedermacher Falk, die Konzerte von Anda Morts und dem renommierten Jazz-Ensemble The Rosenberg Trio sowie die Travestie-Show mit Chris Kolonko und der ausverkaufte Kabarettabend mit Florian Schroeder zum Festivalabschluss.
Auch elektronische Musik erhielt im Jubiläumsprogramm mehr Raum: Julian Maier-Hauff war am ersten Festivalsamstag beim kostenfreien Abendprogramm im Kleinen Zelt zu erleben. Am letzten Samstag brachte Walinkula unterschiedliche DJ-Sets in den Gondelhafen, wo zahlreiche Menschen unter freiem Himmel ausgelassen in den Abend tanzten. Damit setzte das Kulturufer neben bewährten Programmpunkten auch neue Impulse und öffnete sich weiter für verschiedenste Formate und Genres. Insgesamt wurden rund 7.200 Tickets verkauft (2025: rund 7100).
Großer Beliebtheit erfreute sich erneut das Familienprogramm im Kleinen Zelt mit renommierten Kinder- und Jugendtheatern. Bereits zum Auftakt sorgte das Familienkonzert mit „Herr Jan und seine Superbänd“ für ein volles Haus. Auch die Figurentheater „Der kleine Eisbär“ und „Petterssons Feuerwerk“ waren nahezu ausverkauft. Traditionell zog auch das „Valentinos Traumtheater“ zahlreiche Besucherinnen und Besucher an und bewies einmal mehr seinen festen Platz im Kulturufer-Programm.
Aktionswiese: Spielehaus & Spielbus mit wissenhochzwei
Auf der Aktionswiese luden Spielehaus und Spielbus unter dem Motto „Zeit für Kinder – Spielen, Familie, Abenteuer“ zu vielfältigen Mitmach-Angeboten ein. Das von Margret Beck und Mario Christmann konzipierte Programm verband bewährte Klassiker mit neuen kreativen Ideen und setzte bewusst auf Teilhabe, Umweltbewusstsein und gemeinschaftliches Erleben. Insgesamt zählte die Aktionswiese an neun Tagen über 11.500 Besucherinnen und Besucher.
Davon vergnügten sich über 3.800 Kinder, Eltern und Großeltern beim Bogenabteuer, auf der Bewegungsbaustelle, an der 100 Meter langen Murmelbahn, im großzügigen Sandspielraum sowie bei den fantasievollen Spielstationen. Zu den Publikumsmagneten gehörten die Grünholzwerkstatt mit über 800 und die Steinkunstwerkstatt mit circa 540 Besucherinnen und Besuchern, in denen mit großer Begeisterung geschnitzt, gedrechselt, gemeißelt und gestaltet wurde. In der Kinderkunstwerkstatt verwandelten zudem 500 kleine und große Künstlerinnen und Künstler an fünf Tagen Karton und Recyclingmaterialien in kreative Kunstwerke.
Besondere Akzente setzten die Sanften Strukturen, die zum Jubiläum nach vielen Jahren auf das Kulturufer zurückkehrten. Bei ihrer Kunstaktion „Nestbau – Weben wie die Webervögel“ entstanden mit etwa 250 Kindern und Eltern an fünf Tagen beeindruckende Weidennester, die nicht nur Kunstobjekte, sondern zugleich Spiel- und Begegnungsräume waren.
Das Märchenzelt sorgte mit seinen Erzählstunden an zwei Tagen für rund 600 leuchtende Kinderaugen und Professor Bubbles begeisterte mit seiner interaktiven Seifenblasenkunst an zwei Tagen circa 700 Besucherinnen und Besucher. Zudem schnupperten beim Zirkustraining an vier Tagen über 900 Kinder, Jugendliche und Erwachsene Zirkusluft.
Das Häfler Bildungsnetzwerk wissenhochzwei sorgte auf der Aktionswiese außerdem für „Vielfalt in Aktion“. Etwa 220 Kinder folgten hier gespannt den Lesungen von Möwe Frieda vom Medienhaus am See. Ebenso rund 220 Kinder bauten mit der Wissenswerkstatt einen Bauteiltester zur Strommessung und über 350 Kinder bastelten mit dem Zeppelin Museum kleine Zeppelin-Modelle und Postkarten zum 30- jährigen Bestehen des Museums.
„Durch das konsequente Konzept aus Kreativität, Naturerfahrung, Bewegung und selbstbestimmtes Spiel hat die Aktionswiese einmal mehr bewiesen, dass sie weit mehr ist als ein Spielbereich. Sie ist ein Ort des Miteinanders, an dem Kinder ihre Fähigkeiten entdecken, Familien gemeinsame Zeit erleben und Generationen miteinander ins Gespräch kommen“, so Ines Weber, Leiterin des Amtes für Gesellschaft, Bildung und Soziales der Stadt Friedrichshafen.
Jugend-KULT-Ufer vom Jugend- und Kulturzentrum MOLKE
Das Jugend-KULT-Ufer der MOLKE war in diesem Jahr mit neu renoviertem Bauwagen auf dem Kulturufer vor Ort und zog mit Live-Musik, Straßenkunst, Kreativangeboten und leckeren Getränken zahlreiche Besucherinnen und Besucher an: Das MOLKE-Café verkaufte insgesamt knapp 800 Getränke. Die ALOA-Bar gab rund 2.700 alkoholfreie Cocktails und rund 2.300 sonstige Getränke aus. In der Jugend-KULT-Werkstatt wurden über 650 Jugendliche und junge Erwachsene beim Siebdruck und Graffitisprayen sowie beim Perlenbasteln kreativ. In der Musikmuschel gaben sowohl regionale und überregionale Bands aus Deutschland als auch internationale Bands unterschiedlichste Musikstile zum Besten und begeisterten damit circa 3.500 Gäste.
Open Air Kino mit fünf Filmen
Auch das Open Air Kino des culturverein caserne e. V. auf dem Kulturufer war ein voller Erfolg und das besucherstärkste seit vielen Jahren. Insgesamt genossen an den fünf Filmabenden knapp 1.700 Besucherinnen und Besucher das besondere Kinoerlebnis unter freiem Himmel. Damit setzt sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre eindrucksvoll fort: Seit 2023 hat sich die Besucherzahl mehr als verdreifacht. Besucherstärkster Abend war bei Biopic „Michael“ mit 405 Gästen. Das Programm umfasste außerdem die Filme „On the Wave“, „Vivaldi und Ich“, „Der Astronaut – Project Hail Mary“ und „Monsieur Robert kennt kein Pardon“.
„Das stabile Sommerwetter, das besondere Ambiente auf der Wiese vor der Freitreppe und vor allem die große Bandbreite unseres Filmprogramms haben ein wunderbar gemischtes Publikum zusammengebracht“, so Anika Bollinger vom culturverein caserne e. V. „Vom Surf-Dokumentarfilm über Biopic, Historienfilm und Science-Fiction bis zur Komödie war für ganz unterschiedliche Interessen und Generationen etwas dabei“, so Bollinger weiter.
Straßenkunst von Feuershows bis Live-Musik
Die Straßenkunst bestätigte einmal mehr ihren Stellenwert als Herzstück des Kulturufers: Rund 40 Vorstellungen pro Tag verwandelten die Häfler Uferpromenade in eine große Freiluftbühne. Straßenkünstlerinnen und -künstler aus aller Welt boten Feuershows, Tanz, Akrobatik, Straßentheater, Zauberkunst und Live-Musik. Besonders der erste Festivalfreitag erwies sich dabei als außergewöhnlicher Publikumsmagnet: Bis zu 300 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten einzelne Vorstellungen.
Kunsthandwerkermarkt für alle Sinne
Ebenso blickt der Kunsthandwerkermarkt des Kulturufers auf eine rundum gelungene Veranstaltungszeit zurück. Die 47 Ausstellerinnen und Austeller zeigten sich von der Besucherresonanz und den Verkäufen sehr zufrieden.
„Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz zum Kunsthandwerkermarkt. Sowohl die Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker als auch die Besucherinnen und die Besucher haben die wunderschöne Lage direkt am Bodenseeufer und die entspannte und friedvollen Stimmung genossen“, so Friederike Geissler, Verantwortliche für Märkte und Veranstaltungen der Stadt Friedrichshafen. „Besonders erfreulich ist auch das seit vielen Jahren gewachsene gute Miteinander unter den Ausstellerinnen und Ausstellern, das den besonderen Charakter des Marktes prägt“, so Geissler weiter.
Green-Event-Zertifizierung und Festivalatmosphäre
Auch organisatorisch zieht das Kulturufer eine positive Bilanz. Die neuen Foodtrucks erweiterten das kulinarische Angebot und wurden von Besucherinnen und Besuchern sehr gut angenommen. Mit der erstmaligen Zertifizierung als „Green Event BW“ setzte das Kulturufer in diesem Jahr zudem ein sichtbares Zeichen für mehr Umweltbewusstsein. Dazu gehörte unter anderem ein neues System zur Mülltrennung, das vom Publikum aufmerksam und verantwortungsvoll genutzt wurde.
„Vier Jahrzehnte Kulturufer stehen für vier Jahrzehnte gelebte Kultur für alle. Das Jubiläum hat gezeigt, dass das Festival seine besondere Atmosphäre bewahrt und sich zugleich stetig weiterentwickelt. Ob Straßenkunst oder Zeltprogramm – die Begeisterung des Publikums war an allen zehn Festivaltagen trotz großer Hitze spürbar“, so Dr. Anita Huhn, Leiterin des Amtes für Kunst und Kultur der Stadt Friedrichshafen.