Beirat für Architektur und Stadtgestaltung der Stadt Friedrichshafen

Der 2018 vom Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen beschlossene Beirat für Architektur und Stadtgestaltung ist ein unabhängiges, interdisziplinär besetztes Expertengremium aus vier renommierten Sachverständigen.
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Aufgaben & Zusammensetzung

Der Beirat für Architektur und Stadtgestaltung (kurz: Gestaltungsbeirat) sowie die Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat haben im Februar 2019 ihre Arbeit aufgenommen. Der Gestaltungsbeirat beurteilt stadtbildprägende Bauvorhaben im gesamten Stadtgebiet im Hinblick auf ihre städtebauliche, architektonische und landschaftsarchitektonische Qualität. Indem öffentliche und stadtbildprägende private Bauvorhaben von einem qualifizierten Beratergremium mit einem neutralen Blick von außen beurteilt werden, soll die örtliche Baukultur gefördert werden. Die Mitglieder des Beirats stehen den Bauherren und Architekten beratend zur Seite und unterstützen diese in der Anfangsphase des Entwurfs, möglichst bevor eine Baugenehmigung beantragt wird.

Die frühzeitige Beratung im Gremium bringt für alle Beteiligten Vorteile. Im Vordergrund stehen dabei die Integration in den städtebaulichen Kontext sowie die gestalterische und funktionale Optimierung, aber auch Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Des Weiteren dient der Gestaltungsbeirat als Plattform, um in möglichst transparenten Beurteilungsvorgängen die nicht selten unterschiedlichen Interessen der am Bau Beteiligten zusammenzuführen. Durch seine unabhängige, neutrale Beraterfunktion ermöglicht der Beirat neue Perspektiven und kann manch „festgefahrene“ Situation in Baugenehmigungs­ und Planverfahren lösen. Einen Vorteil für Bauherren bietet auch die höhere Planungssicherheit durch die frühzeitige Abstimmung mit der Verwaltung. So können alle Beteiligten gemeinsam an einem Tisch individuelle Lösungen für das jeweilige Bauvorhaben entwickeln.

Die Tätigkeit des Gremiums soll deshalb nicht als Zensur, sondern als Dienstleistung und Mehrwert für Architekten, Bauherren und Verwaltung verstanden werden. Unabhängig davon liegt die Planungshoheit und Nutzung planungsrechtlicher Instrumente selbst­ verständlich in der Zuständigkeit der Fachämter und des Gemeinderates. Der Beirat ist lediglich beratend tätig.

Mitglieder

Portrait: Andrea Gebhard

Andrea Gebhard, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin
Andrea Gebhard ist seit 35 Jahren als Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin tätig. Dabei war sie 15 Jahre Abteilungsleiterin bei der Stadt München, 2000-2006 Geschäftsführerin der BUGA 2005 GmbH in München, bevor sie sich 2007 selbstständig gemacht hat. Seit 2009 führt sie das Büro mahl gebhard konzepte in München. 2007-2013 war sie Präsidentin des BDLA, derzeit ist sie Vorsitzende des Beirats der Bundesstiftung Baukultur sowie Vorsitzende der Landesgruppe Bayern der DASL. 2015 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz für ihre Verdienste in der Landschafts- und Freiraumplanung ausgezeichnet.

Porträt Josef Fink

Josef Fink, Architekt
Josef Fink ist 1960 in Langenegg / Bregenzerwald geboren. Das Studium absolvierte er von 1979  bis  1985 in Innsbruck bei Josef Lackner, Leopold Gerstel und Othmar Barth. Seit 1990 arbeitet er als selbstständiger Architekt. 1994 gründete er zusammen mit Markus Thurnher das Büro Fink Thurnher in Bregenz. Er engagiert sich in mehreren Gestaltungsbeiräten in Städten und Gemeinden in Deutschland und Österreich. Zudem ist er als Preisrichter bei diversen Wettbewerben in Österreich und Deutschland tätig und war Vorsitzender beim Wettbewerbsausschuss Vorarlberg von 2010 bis 2018. Das Büro mit Sitz in Bregenz bearbeitet Projekte, welche zumeist aufgrund von Wettbewerbserfolgen beauftragt werden, in kleinem Team mit hohem Anspruch. Die Aufgaben sind so unterschiedlich wie die Standorte der Projekte. Einen Schwer­ punkt in der Arbeit von Fink Thurnher  Architekten bilden seit Ende der 1990er Jahre die Themenbereiche Bildungs­ und Wohnbauten.

Porträt Peter Fink

Peter Fink, Architekt und Stadtplaner
Peter Fink ist 1963 in Burgau geboren. Er ist Architekt und Stadtplaner. 1993 gründete er das Büro Architekten Mühlich, Fink & Partner (mfp) in Ulm. Er engagierte sich über mehrere Jahre in den Gestaltungsbeiräten in Weingarten, Überlingen, Weilheim i. OB, in Radolfzell und ist aktuell Mitglied des mobilen Gestaltungsbeirats der Architektenkammer Baden-Württemberg Für seine Arbeit  erhielt er mehrere Auszeichnungen, u. a. den Deutschen Städtebaupreis, den Preis für Zukunftsfähige Stadterneuerung in Baden-Württemberg.

Porträt Wolfgang Riehle

Wolfgang Riehle, Architekt und Stadtplaner
Wolfgang Riehle wurde 1953 geboren und studierte an der Universität Stuttgart. Er war bis Ende 2018 Geschäftsführer und Gesellschafter von Riehle + Assoziierte Architekten und Generalplaner mit Büros in Reutlingen und Stuttgart. Von 2006 ­ 2012 war er Mitglied der Kommission für Stadtgestaltung der Landeshauptstadt München, aktuell engagiert er sich als Vorsitzender in den Gestaltungsbeiräten der Städte Baden­Baden und Mühlacker. Er ist Ehrenpräsident der Architektenkammer, deren Präsident er von 1998 bis 2014 gewesen ist, sowie Ehrenmitglied der Ingenieurkammer Baden­Württemberg. Ausgezeichnet wurde er 2014 mit der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden­Württemberg und 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz.

Sitzungstermine & Protokolle

Die öffentlichen Sitzungen des Beirats für Architektur und Stadtgestaltung der Stadt Friedrichshafen (kurz: Gestaltungsbeirat) finden in einem etwa zweimonatigen Turnus im Großen Sitzungssaal, Technisches Rathaus, Charlottenstraße 12, 88045 Friedrichshafen statt. Die aktuellen Sitzungstermine und im Anschluß daran die jeweiligen Protokolle werden im Amtsinfoportal der Stadt Friedrichshafen veröffentlicht.

Zu den aktuellen Sitzungsterminen und Protokollen

Archiv der Protokolle

Sonstige Veranstaltungen

Die Stadt Friedrichshafen lädt dazu ein, die aktuellen Mitglieder des Gestaltungsbeirats anhand von Werkvorträgen mit anschließender Diskussion kennen zu lernen. Die Vortragsgsreihe „Standpunkte“ ist bei der Architektenkammer Baden-Württemberg zur Anerkennung als Fortbildung beantragt. Sie wird gefördert durch das Ministerium Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

Allgemeine Informationen

Cover Zeitschrift Baukultur

Ausführliche Informationen können Sie auch unserer Zeitschrift für Baukultur, Architektur und Stadtgestaltung (Ausgabe 2020) entnehmen.

Stadtbildprägend sind alle Bauvorhaben, die aufgrund ihrer Lage und/oder Größenordnung für das Stadtbild von Friedrichshafen kennzeichnend sind.
In der Regel benennt die Verwaltung Bauvorhaben, die im Gestaltungsbeirat vorgestellt werden. Des Weiteren hat der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt die Möglichkeit, Vorhaben dem Gestaltungsbeirat zur Beratung zu empfehlen. Bauherren und Architekten können auch selbst vorschlagen, ihre Bauvorhaben im Gestaltungsbeirat beraten zu lassen.

Optimaler Zeitpunkt der Beratung im Gremium

Eine Beratung im Gestaltungsbeirat sollte so früh wie möglich erfolgen. Generell gilt: Bauvorhaben sollten dem Beirat bereits im frühen Planungsstadium – möglichst bevor ein Bauantrag vorbereitet wurde – anhand von Lageplan, Entwurfsplänen und städtebaulichem Modell vorgestellt werden. Dies ermöglicht eine frühzeitige Abstimmung mit der Verwaltung zu baurechtlichen Belangen und bietet die Möglichkeit, dass alle Beteiligten gemeinsam an einem Tisch individuelle Lösungen für das jeweilige Bauvorhaben entwickeln können. Auch wenn nicht alle geforderten Unterlagen vorliegen, ist eine Beratung dennoch möglich.

Öffentlichkeit

Ob die Beratung öffentlich oder nicht öffentlich erfolgt, entscheiden letztlich Bauherr bzw. Architekt. Die öffentliche Beratungstätigkeit wird jedoch seitens der Geschäftsstelle angestrebt, um den baukulturellen Dialog zu stärken und für qualitätsvolles, nachhaltiges Planen und Bauen zu sensibilisieren. Durch die über den Gestaltungsbeirat hergestellte Öffentlichkeit und Transparenz des Planungsprozesses wird die Akzeptanz der einzelnen Bauvorhaben und die Auseinandersetzung der Bürger mit ihrer gebauten Umwelt gefördert.

Ablaufschritte von Projekten im Gestaltungsbeirat – Wie sieht ein typischer Ablauf einer Sitzung des Gestaltungsbeirats aus und was gibt es dabei zu beachten?

  • Anfrage/Prüfung Beratung im Gestaltungsbeirat
    Bauherren/Architekten, die eine Beratung ihrer Bauvorhaben im Gestaltungsbeirat wünschen, können sich direkt an die Geschäftsstelle wenden.
    Alternativ kann auch eine Anfrage seitens der Geschäftsstelle beim Bauherrn erfolgen, sofern eine Bauvoranfrage/Bauantrag im Bauordnungsamt eingereicht wurde und das Projekt nach interner Vorprüfung eine Beratung im Gestaltungsbeirat vorgeschlagen wird
  • Einreichen der Sitzungsunterlagen
    Prüfung der Unterlagen durch die Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat sowie verwaltungsintern nach grundsätzlichen baurechtlichen Belangen.
  • Ablauf Sitzung des Gestaltungsbeirats
    • Vormittags: Vorbesprechung mit dem Gestaltungsbeirat
      • Vorstellung der Bauvorhaben und Interne Vorbesprechung mit der Verwaltung (Rahmenbedingungen, planungs­ und baurechtliche Belange, Entwurfskonzept)
      • Ortsbesichtigung der einzelnen Bauvorhaben durch die Mitglieder des Beirats
    • Nachmittags:
      • Beratung in nichtöffentlicher/öffentlicher Sitzung
      • Kurze Projektvorstellung (ca. 5 min) durch die Bauherren und Planer
      • Diskussion mit den Beiratsmitgliedern, Klärung von Rahmenbedingungen und Rückfragen
      • Empfehlung des Beirats
  • Nachbereitung der Sitzung/Protokollerstellung
    • zeitnahe Erstellung eines Protokolls mit Empfehlungen zur Weiterplanung oder zur Überarbeitung und nachmaligen Wiedervorlage im Gestaltungsbeirat
    • Geschäftsstelle übermittelt die Stellungnahme an Bauherren/Planer und, sofern diese zustimmen, wird das Protokoll auf dem Stadtportal veröffentlicht
  • Eventuelle Wiedervorlage im Gestaltungsbeirat (erfordert nochmaliges Einreichen der Unterlagen)
  • Bauantrag und Baugenehmigung
    • Einreichen des Bauantrags mit den überarbeiteten Plänen
    • Prüfung und Bearbeitung durch das Bauordnungsamt
    • Abschließende Beteiligung der Fachämter
    • Baugenehmigung

Die Geschäftsführung, die Aufstellung der Tagesordnung, die Vorbereitung der Sitzungen sowie die Dokumentation
der Beratungsergebnisse des Gestaltungsbeirats obliegen der Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat.

Des Weiteren betreut die Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat folgende Projekte:

Alle Unterlagen sind in digitaler Form als PDF-Datei sowie in 2-facher Ausfertigung als Verkleinerung in DIN A3 zur Verfügung zu stellen.

  • Lageplan, städtebauliche Einbindung M 1:1000 / 1:500
  • Arbeitsmodell mit umgebender Bebauung M 1:500
  • Fotos zur Umgebungsbebauung
  • Vorplanung (inkl. Ansichten) M 1:200
  • Nutzungskonzept
  • Aussagen zur Materialwahl und Farbgebung
  • Darstellung der Außenanlagen M 1:200

Mit dem Vortragsformat „Standpunkte“ bietet die Stadt Friedrichshafen in regelmäßigen Abständen Vorträge zu baukulturellen Themen an und lädt alle Baukulturinteressierten herzlich zu den Vorträgen mit anschließender Diskussion ein. Die Veranstaltungen sind kostenlos und werden von der Architektenkammer Baden-Württemberg i.d.R. mit 1,5 Stunden als Fortbildung anerkannt und durch das Ministerium Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert. Die Vorträge bieten eine wunderbare Gelegenheit die Beiräte kennenzulernen und im Anschluss über Themen der Stadtgestaltung, Architektur und Baukultur zu diskutieren.

Die von der Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat initiierte Vortragsreihe „Standpunkte“ startete mit vier Werkberichten der neu gewählten Mitglieder des Beirats. In ihren Vorträgen gaben die Gestaltungsbeiräte Einblick in bisher realisierte Bauten und ihre Auffassung von Architektur.

Bisherige Vorträge:

  • Josef Fink „Bauen mit und im Bestand“
  • Andrea Gebhard „Grüne Infrastruktur als Ziel der Stadtentwicklung“
  • Peter Fink „in Ulm, um Ulm und um Ulm herum“
  • Wolfgang Riehle „Einheit und Vielfalt“

Nächste Veranstaltungen

Kontakt

Frau Andrea Fuchs
Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat
Tel. +49 7541 203-4035
Fax +49 7541 203-84035

Informationen & Sprechzeiten

Netzwerk Baukultur

Baukultur und Wirtschaftsministerium Logo

Das Netzwerk Baukultur Baden-Württemberg will allen Akteuren und Interessierten ein Forum und dem Thema Baukultur eine öffentlichkeitswirksame Plattform bieten.
www.baukultur-bw.de

Gefördert durch das Ministerium Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg