Stadt beschließt Ausbaustrategie für Photovoltaik

Der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt hat in seiner Sitzung am 10. Februar 2026 einer neuen Ausbaustrategie für Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäudeflächen mehrheitlich zugestimmt. Ziel ist es, den weiteren Ausbau von Solarenergie wirtschaftlich sinnvoll, technisch machbar und mit möglichst hoher Klimaschutzwirkung voranzubringen.

Kern der Strategie bleibt der Ausbau von Photovoltaikanlagen in städtischer Eigenregie durch das Stadtbauamt. Ergänzend wird die Stadtverwaltung vom Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt ermächtigt, kommunale Gebäudeflächen dort, wo es besonders geeignet ist, Dritten im Rahmen eines Stromliefer-Contractings zur Verfügung zu stellen. In diesen Fällen errichten und betreiben externe Partner die Anlagen, während der erzeugte Strom direkt vor Ort genutzt wird und die Stadt ihn zu einem günstigeren Preis als den regulären Netzstrom bezieht.

Die Verwaltung wird beauftragt, den Photovoltaikausbau eigenständig umzusetzen und die dafür erforderlichen Stromliefer- und Dachnutzungsverträge abzuschließen. 

Die Größe der Photovoltaikanlagen soll sich nicht pauschal an einer maximalen Flächenausnutzung orientieren, sondern an der größtmöglichen Klimaschutzwirkung bei wirtschaftlich sinnvoller Umsetzung. Nicht alle Flächen eignen sich gleichermaßen für eine Belegung etwa aufgrund statischer Einschränkungen, Verschattung, Denkmalschutz oder anstehender Sanierungen. Zudem soll ein angemessener Spielraum für künftig steigenden Strombedarf, etwa durch Elektromobilität oder Wärmepumpen, berücksichtigt werden.

Hintergrund der Entscheidung ist das Ziel der Klimastadt Friedrichshafen, bis 2040 klimaneutral zu werden. Der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden ist dabei ein zentrales Handlungsfeld. Das technische Potenzial wird derzeit auf rund 5.000 bis 6.000 Kilowattpeak geschätzt, wovon nach aktueller Einschätzung etwa zwei Drittel realistisch umsetzbar sind. Viele Dächer können jedoch erst im Zuge notwendiger Sanierungen mit Photovoltaik ausgestattet werden.

In den vergangenen Jahren konnte der Ausbau durch ein eigenes PV-Budget deutlich beschleunigt werden. Aufgrund der angespannten Haushaltslage konnten im Doppelhaushalt 2025/2026 keine Mittel bereitgestellt werden.

Für den weiteren Ausbau sieht die Verwaltung daher eine Kombination aus Eigenrealisierung und Stromliefer-Contracting vor. Der Fremdbetrieb mit vollständiger Netzeinspeisung wird aufgrund der geringen Klimaschutzwirkung und wirtschaftlicher Nachteile nicht empfohlen.

Für die Umsetzung der Strategie sollen ab dem Doppelhaushalt 2027/2028 – sofern es die Haushaltslage zulässt – jährlich investive Mittel in Höhe von rund 300.000 Euro bereitgestellt werden. Langfristig rechnet die Stadt bei Anlagen mit hoher Eigenstromnutzung mit wirtschaftlichen Vorteilen, da sich die Investitionen über die Laufzeit amortisieren und zukünftige Strompreissteigerungen abfedern lassen.

Mit der beschlossenen Strategie schafft die Stadt Friedrichshafen die Grundlage für einen kontinuierlichen, wirtschaftlichen und klimaschutzwirksamen Ausbau der Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden.

Weitere Informationen und alle Vorlagen zu den aktuellen öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse sind unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de zu finden. Weitere Informationen gibt es auch unter www.klimastadt.friedrichshafen.de.