Kategorie: Städtische Bauprojekte

Strandbad: Renaturierung & Barrierefreiheit

Das Strandbad Friedrichshafen wird umgestaltet. Im Zentrum der Umbaumaßnahmen stehen die Uferrenaturierung sowie die Schaffung von Barrierefreiheit vom Strandbad-Eingang bis ins Wasser.
Überischtsplan Renaturierung Strandbad
Bild: 365° freiraum + umwelt

Das Strandbad Friedrichshafen wurde letztmalig in den 1960er Jahren umfänglich erweitert. Unabhängig von den im Gemeinderat am 27. Februar 2023 beschlossenen Maßnahmen zur Uferrenaturierung und Barrierefreiheit wurde bereits im Vorfeld die grundlegende Sanierung des Badestegs beauftragt. Weitere Schäden, die bisher noch durch Sanierungsarbeiten behoben werden konnten, treten aber regelmäßig im Bereich der Ufermauer und Mauerkrone auf. Durch massive Fundamentausspülungen sind mittlerweile Teile des Weges eingestürzt, die Mauer nicht mehr standsicher und eine Sanierung somit nicht mehr ausreichend.

Geplant ist daher die Renaturierung des gesamten Uferbereichs. Dadurch kann die Wasserqualität in der Flachwasserzone verbessert und mehr Naturnähe erzielt werden. Des Weiteren sollen sowohl der Freiraum als auch ein Seezugang barrierefrei gestaltetet werden.

Uferrenaturierung

Die Uferrenaturierung beinhaltet den Abbruch der Sitzstufen und der Hafenanlage zwischen Seewasserwerk und Badesteg zugunsten eines natürlich abgeflachten Ufers. Seeseitig wird das Gelände als Kiesufer, landseitig als Liegewiese ausgebildet. Als Ersatz für die Stufenanlage werden Holzdecks sowie zwei- bis dreireihige Steinstufen angeboten. Im Bereich des heutigen Hafenbeckens kann vollständig auf Terrassierungen verzichtet und das Ufer besonders flach ausgestaltet werden.

Barrierefreiheit

Neben mehr Naturnähe steht die Schaffung von Barrierefreiheit im Strandbad Friedrichshafen an erster Stelle. Der aktuell zu schmale Kassenbereich soll dementsprechend umgestaltet werden. Zudem sollen an das Hauptgebäude behindertengerechte WC- und Sanitäreinheiten angebaut werden. Ein separater Baubeschluss hierzu ist vor der Sommerpause geplant.

Für einen barrierefreien Übergang vom Gebäude zu den Liegewiesen werden die bereits vorhandenen Rampen bei den Umkleidebereichen erneuert und um zwei weitere Rampen im Bereich des Hauptzugangs ergänzt. Des Weiteren soll ein rollstuhlgerechter Weg von den neuen WC- und Umkleideräumen bis zum barrierefrei gestalteten Steg geschaffen werden. Auf den Liegewiesen werden für beeinträchtigte Gäste zudem Holzliegen aufgestellt.

Bezüglich eines barrierefreien Seezugangs wurden diverse Lösungen benachbarter Gemeinden intensiv geprüft. Bei den geprüften Rampen-Lösungen am Steg und in der Bucht stellen vor allem Veralgung, Verkiesung und Windgang sowie der Eingriff in die Flachwasserzone ein Problem dar. Der Zugang über einen Lift hingegen überzeugt sowohl in Hinblick auf das Landschaftsbild, die Gebrauchstauglichkeit und Genehmigungsfähigkeit als auch den Kosten- und Unterhaltsaufwand. Ergänzend zum Lift soll zudem ein Seezugang mit Handlauf gestaltet werden.

Zeit- und Kostenplan

Der Gemeinderat hat am 27. Februar 2023 den Grundsatz- und Baubeschluss zur Uferrenaturierung und Schaffung eines barrierefreien Seezugangs gefasst und die Verwaltung beauftragt, die entsprechende wasserrechtliche Genehmigung einzuholen. Aufgrund des hohen Wasserstandes im Winter 2024 konnten die Arbeiten nicht wie geplant vor der Badesaison 2024 durchgeführt werden: Um die Arbeiten im Uferbereich ausführen zu können, darf der Wasserstand des Bodensee maximal 3,30 Meter betragen. Um den Saisonbetrieb im Strandbad nicht einschränken zu müssen, finden die Umbaumaßnahmen, auch der Bau eines barrierefreien Seezugangs durch eine Liftanlage am Steg, erst nach dem Ende der Badesaison 2024 statt. Die Mitarbeitenden der Abteilung Stadtgrün des Stadtbauamtes werden alle weiteren Vorbereitungen treffen, so dass nach dem Ende der Badesaison, sofern der Wasserstand es zulässt, mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Der erwartete Gesamtkostenrahmen der Umbaumaßnahmen beläuft sich auf rund 2.000.000 Euro. Eine genaue Kostenberechnung erfolgt in der weiteren Planungsphase.