Fallenbrunnen: Baubeschluss Albert-Merglen-Schule
Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen hat den Baubeschluss zu Sanierung und Umbau des ehemaligen Kasernengebäudes Fallenbrunnen 18 gefasst: In das Gebäude sollen die Albert-Merglen-Schule und eine Kindertagesstätte einziehen, im Innenhof soll außerdem eine neue Sporthalle entstehen.

Für die Umsetzung des Gesamtprojekts sind voraussichtliche Investitionskosten von insgesamt 34,5 Millionen Euro vorgesehen. „Dieses Projekt wird die größte Investition der kommenden Jahre – und das völlig zurecht, gerade auch in einer finanziell angespannten Lage“, erläuterte Oberbürgermeister Simon Blümcke. „Wir stehen mit diesem Projekt im Wort bei den zukünftigen Schülerinnen und Schülern, den Eltern und der Bevölkerung: Die Albert-Merglen-Schule am neuen Standort findet breite Unterstützung und ist gewollt. Bei allen Herausforderungen, die bei diesem komplexen Bauprojekt noch vor uns liegen, ist die heutige Entscheidung ein wichtiges Signal für den Bildungsstandort Friedrichshafen und zeigt: Bildung hat in den nächsten Jahren Priorität und wird zur wesentlichen Aufgabe unserer Stadt.“
Bildungsstandort mit Schule und Kindertagesstätte
Das Bestandsgebäude Fallenbrunnen 18 wird umfassend saniert und für eine vierzügige gebundene Ganztagsgrundschule sowie eine fünfgruppige Ganztagskindertagesstätte umgebaut. Die Albert-Merglen-Schule wird überwiegend im südlichen und östlichen Gebäudeflügel angeordnet. Die Kindertagesstätte ist in den ersten beiden Geschossen des nördlichen Flügels vorgesehen. Die Kindertagesstätte wird als fünfgruppige Ganztagseinrichtung konzipiert.
Die Planung sieht für die Schule Klassenräume, Differenzierungsräume, Ganztags- und Projekträume sowie eine Mensa mit Ausgabeküche vor. Die Mensa im Dachgeschoss soll neben dem Schulbetrieb auch für schulische Veranstaltungen genutzt werden. Die Kindertagesstätte erhält einen direkten Zugang zu ihrem Außenbereich.
Sporthalle im Innenhof
Im Innenhof des Gebäudes wird eine Einfeldsporthalle mit einer Spielfeldgröße von 15 mal 27 Metern und einer lichten Höhe von 5,50 Metern errichtet. Die Halle erhält einen Umkleidebereich und eine vom Schulgebäude unabhängige Erschließung für den externen Sportbetrieb, sodass sie außerhalb der Schulzeiten auch von Vereinen genutzt werden kann. Das Dach der Sporthalle wird begrünt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Ein Teil der Südfassade soll außerdem als Boulderwand genutzt werden.
Umfassende Sanierung des Bestandsgebäudes
Die vorhandene Rohbausubstanz des Gebäudes kann weitgehend erhalten und weiter genutzt werden. Aufgrund erheblicher Schäden an der Dachkonstruktion ist jedoch ein Rückbau und vollständiger Ersatz des Dachstuhls vorgesehen. Auch die technischen Gebäudeanlagen müssen grundlegend erneuert werden.
Die Sanierung umfasst unter anderem die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle, neue Fenster und Außentüren, die Erneuerung der Innenräume sowie Maßnahmen für Brandschutz und Barrierefreiheit. Sowohl das Bestandsgebäude als auch die neue Sporthalle werden barrierefrei hergestellt. Im Schul- und im Kitabereich ist jeweils ein Aufzug vorgesehen.
Für das Bestandsgebäude wird der energetische Standard Effizienzgebäude 55 angestrebt. Die neue Sporthalle soll im Standard Effizienzgebäude 40 ausgeführt werden. Die Wärmeversorgung ist über das Fernwärmenetz im Gebiet Fallenbrunnen vorgesehen. Die Schul- und Kindergartenbereiche erhalten Fußbodenheizungen.
Kosten und Finanzierung
Für die Sanierung und den Umbau des Gebäudes zur Unterbringung von Schule und Kindertagesstätte sind voraussichtliche Gesamtkosten von 29,5 Millionen Euro vorgesehen. Für den Neubau der Sporthalle sind weitere 5 Millionen Euro veranschlagt. Die nutzungsbezogene Erstausstattung für Schule und Kindertagesstätte ist in den Gesamtkosten nicht enthalten.
Die Stadt rechnet zur Finanzierung des Vorhabens mit erheblichen Fördermitteln: Für den Schulbau kann mit einer Landesförderung in Höhe von 5 Millionen Euro gerechnet werden. Im Rahmen der Sportstättenförderung können 270.000 Euro beantragt werden. Für den Bau der Kindertagesstätte sollen aus dem Fördertopf für das Sanierungsgebiet Fallenbrunnen 1,9 Millionen Euro abgerufen werden. Darüber hinaus sollen aus dem sogenannten Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen (LuKIFG) Mittel für den Schulbau (14,66 Mio. Euro) und den Sportstättenbau (3.98 Mio. Euro) abgerufen werden.
Weitere Planung und Projekttermine
Mit dem Baubeschluss wird die Verwaltung beauftragt, die für die Realisierung erforderlichen weiteren Schritte einzuleiten und die notwendigen Verträge abzuschließen. Für die weitere Projektabwicklung sind die Genehmigungsplanung und das Bebauungsplanverfahren im vierten Quartal 2026 vorgesehen. Ebenfalls ab dem vierten Quartal 2026 sollen Planung, Ausschreibung und Vergabe der Vorabmaßnahmen beginnen.
Die Umsetzung der Vorabmaßnahmen ist vom vierten Quartal 2026 bis zum dritten Quartal 2027 vorgesehen. Die Werkplanung soll vom vierten Quartal 2026 bis zum vierten Quartal 2027 erfolgen. Für die Vergabepakete sind die Quartale 2027 vorgesehen. Die Bauzeit ist derzeit vom vierten Quartal 2027 bis zum vierten Quartal 2029 angesetzt.
Artenschutz als Voraussetzung für die Umsetzung
Um das Baurecht auch umsetzen zu können, müssen allerdings artenschutzrechtlichen Anforderungen im Bebauungsplanverfahren, insbesondere mit Blick auf die vorhandenen Fledermausquartiere, eingehalten werden. Das Artenschutzkonzept sieht ein Ausweichquartier während der Bauphase sowie die spätere Wiederansiedlung der Fledermäuse in den neu geschaffenen Quartieren des wiederaufgebauten Dachstuhls vor. Die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde und die erfolgreiche Weiterführung des Bebauungsplanverfahrens sind daher für den weiteren Projektablauf erforderlich. Verzögerungen im Verfahren können Auswirkungen auf den vorgesehenen Baubeginn, die Fertigstellung, die Kosten und die Förderfristen haben. Darüber hinaus bestehen weitere Kosten- und Terminrisiken durch mögliche zusätzliche Maßnahmen bei Tragwerk, Bodenbelastungen, Schadstoffen und Kampfmitteln.
Weitere Informationen und alle Vorlagen zu den aktuellen öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse sind zu finden unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de.