Freitag, 28. Oktober 2016
Kategorie: Radverkehr

Nicht zum Geisterradler werden

Für mehr Rücksicht im Friedrichshafener Straßenverkehr

Wer gegen die Fahrtrichtung auf Radwegen, Schutzstreifen oder der Fahrbahn unterwegs ist, handelt nicht nur leichtsinnig, sondern auch verboten. Auch wenn es im ersten Moment einfacher erscheint, die falsche Straßenseite zu nutzen: Geisterradler bringen sowohl sich selbst als auch andere Radfahrer und Fußgänger in Gefahr.

Im Abschnitt Löwentaler, Ailinger und Paulinenstraße zum Beispiel, fahren trotz eindeutiger Regeln viele entgegen der Fahrtrichtung, um die Bahnunterführung schnellstmöglich zu passieren. Aber nicht nur hier rechnen die entgegenkommenden Radler nicht mit Gegenverkehr und haben kaum Zeit zu reagieren.

Im Allgemeinen sind Linksfahrer überdurchschnittlich oft an Unfällen mit Autos beteiligt, weil Autofahrer an Einmündungen nicht mit ihnen rechnen. Radfahrer die aus einer Seitenstraße kommen, wie zum Beispiel von der Margaretenstraße in die Ailinger Straße, biegen häufig links ab und fahren verbotenerweise entgegen der Fahrtrichtung auf dem Radweg weiter. Und auch in der Zeppelinstraße fahren viele nach links, wenn sie von Süden kommend einbiegen.

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) will die Stadt Friedrichshafen darauf aufmerksam machen, dass mit ein wenig Rücksicht und Respekt im Straßenverkehr Unfälle vermieden werden können:

Rechts fahren

Auch für Radfahrer gilt das Rechtsfahrgebot. Radwege auf der linken Seite sind tabu, es sei denn, Verkehrsschilder erlauben es. Radfahrer sollten sich an einer Kreuzung deshalb stets die Zeit nehmen, die Straßenseite zu wechseln und auf dem gegenüberliegenden Radweg, Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder der Fahrbahn weiterzuradeln. Auch wenn es überflüssig erscheinen mag und mehr Zeit kostet: Es ist die sicherste Lösung.

Einfach mal den Vortritt lassen
Wer als Radfahrer schon einmal mehrere Minuten an einer vielbefahrenen Straße ohne Ampel oder ohne Überweg stand, weiß, wie nervig es sein kann, die Straßenseite zu wechseln. Deshalb die Bitte an die Autofahrer: am Straßenrad wartende Radler und Fußgänger bei zäh fließendem Verkehr einfach kurz die Straße überqueren lassen.

Nicht auf Radwegen parken oder halten
Ein zugeparkter Radweg, Schutz- oder Radstreifen bringt Radfahrer in Gefahr. Denn Radler ziehen es im Zweifel vor, auf der falschen, nicht zugeparkte Straßenseite zu radeln.
Radwege und Radfahrstreifen sind keine Parkplätze. Auf Schutzstreifen darf maximal drei Minuten gehalten werden.

Rücksichtsvoll durch die Einbahnstraße
Geöffnete Einbahnstraßen für Radfahrer sind inzwischen üblich, um mit dem Fahrrad schnell und unkompliziert von A nach B zukommen. In Friedrichshafen dürfen Radfahrer so gut wie alle Einbahnstraßen auch entgegen der Fahrtrichtung nutzen. Autofahrer sollten deshalb in Einbahnstraßen mit entgegenkommenden Radlern rechnen und vorsichtig fahren – das Gleiche gilt für Fahrradfahrer. Kommen sich beide doch einmal in die Quere, hilft im Zweifel ein kurzer Blickkontakt.

Mit dem Verkehrsfluss abbiegen

Während Autofahrer oft über eine extra eingerichtete Spur links abbiegen können, müssen Radfahrer Umwege bis zur nächsten Ampel oder zum nächsten Fußgängerüberweg in Kauf nehmen oder auf dem Radweg absteigen und die gesamte Fahrbahn überqueren. Einfacher ist es für Radler, im Verkehrsfluss auf der Fahrbahn mitzuschwimmen und mit den Autos abzubiegen.

Tu’s aus Liebe (Kampagnenmotto der AGFK-BW)
Wer im Straßenverkehr defensiv fährt, statt offensiv auf sein Recht zu beharren, trägt zu einem freundlichen und gelassenen Miteinander auf den Straßen bei.

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