Wissenswertes zur Teil-Freigabe B 31 neu

Fragen und Antworten zur Teil-Freigabe für den Abschnitt zwischen Fischbach und Schnetzenhausen

Anfang August 2020 soll der Abschnitt  zwischen Fischbach (Anschluss FN-Fischbach) und Schnetzenhausen (Anschluss FN-West) als Alternativroute für den Pkw-Verkehr freigegeben werden.

Hier haben wir wichtige Fragen und Antworten zur Teil-Freigabe B 31 neu zusammengestellt.

Die Bauarbeiten liegen so gut im Zeitplan, dass ein Großteil der B 31 neu im Juli fertig gestellt und damit ab Anfang August genutzt werden kann. Volkswirtschaftlich ist es kaum darstellbar, dass ein bereits fertig gestellter Straßenabschnitt mit einer Länge von 5,8 km (bei einer Gesamtlänge von 7,1 km) dem Verkehr nicht zur Verfügung steht. Aus verkehrlicher Sicht wurden sämtliche Aspekte hinsichtlich Be- und Entlastungen intensiv geprüft mit dem Ergebnis, dass eine Öffnung des Teilabschnitts für den Pkw-Verkehr als Alternativroute zweckmäßig und sinnvoll ist. Bei der Prüfung berücksichtigt wurden insbesondere eine Wirkungsanalyse einer abschnittsweisen Verkehrsfreigabe sowie Schallberechnungen.

Die Öffnung des Teilabschnitts wird Anfang August 2020 erfolgen.

Aufgrund der Probleme beim Auffahren der Baugrube für den Tunnel wurden alle Zeitpuffer bereits vor der Corona-Pandemie aufgebraucht. Die Pandemie hat weitere Verzögerungen erzeugt, die nicht mehr aufgeholt werden können.

Die endgültige Verkehrsfreigabe verschiebt sich dadurch gegen Ende des ersten Quartals 2021. Die Einhaltung dieses neuen Termins ist wesentlich vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängig.

Karte Trassenverlauf B 31 neu
Karte: Modus Consult Ulm

Die B 31 neu wird zwischen der Anschlussstelle FN-Fischbach und FN-West als Alternativroute für Pkws geöffnet.
Die dazwischenliegende Anschlussstelle FN-Nordwest ist ebenfalls nutzbar.

Der Abschnitt zwischen der Anschlussstelle FN-West und FN-Mitte ist während der Teil-Freigabe noch nicht befahrbar. In diesem Teilstück befindet sich auch der Tunnel Waggershausen, der als eines der letzten Bauwerke fertig gestellt wird.

Der neu befahrbare Abschnitt der B 31 neu ist 5,8 km lang.

In Fahrtrichtung Meersburg wird der Pkw-Verkehr an der Kreuzung Hochstraße/Maybachstraße nach rechts als Alternativroute auf die Hochstraße und dann über die Anschlussstelle FN-West auf die B 31 neu geführt.

In Fahrtrichtung Lindau wird der Pkw-Verkehr an der Anschlussstelle FN-Fischbach als Alternativroute auf die B 31 neu geführt.

Alle für Kraftfahrstraßen zugelassenen Fahrzeuge bis maximal 3,5 Tonnen dürfen die B 31 neu im geöffneten Teilabschnitt befahren.

Eine Lenkung des Lkw-Durchgangsverkehrs über die B 31 neu würde die Kreuzung Hochstraße/Maybachstraße erheblich beeinträchtigen und folglich zu Verkehrsbehinderungen führen. Daher muss dieser auf der bisherigen Trasse geführt werden.

Die gutachterliche Untersuchung hat ergeben, dass die Ortsdurchfahrt Fischbach und die Albrechtstraße bei der Teilfreigabe geringfügig entlastet werden. Verkehrszunahmen sind in den Zufahrtsbereichen zur B 31 neu zu erwarten, also entlang der Zufahrt zur Anschlussstelle FN-West (Hochstraße) sowie entlang der K 7740 (Waggershauser Straße, Sonnenbergstraße).

Bei der Alternativroute über die Hochstraße handelt es sich um eine Landesstraße. Landesstraßen sind Straßen, die untereinander oder zusammen mit Bundesfernstraßen ein Verkehrsnetz bilden und vorwiegend dem durchgehenden Verkehr innerhalb des Landes dienen. Die gutachterliche Untersuchung hat ergeben, dass die Leistungsfähigkeit der Straße, insbesondere an den Kreuzungsbereichen, gegeben ist. Durch die Maßnahme wird außerdem die enorme Verkehrsbelastung und damit verbunden die Überlastung der Ortsdurchfahrt Fischbach und der Albrechtstraße etwas gemindert.

An der Kreuzung Maybachstraße/Hochstraße/Albrechtstraße und an der Kreuzung Waggershauser Straße/Jettenhauser-Straße/Colsmanstraße werden Anpassungen an der Ampelanlage vorgenommen, um die Verkehrsströme optimal abwickeln zu können.

Zudem wurden alle Querungsstellen und Radwegführungen in den betroffenen Abschnitten hinsichtlich des höheren Verkehrsaufkommens auf ihre Verkehrssicherheit hin geprüft.

Eine bereits zu Beginn der Teilfreigabe für den Radverkehr vorgesehene Maßnahme stellt eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h (derzeit 100 km/h) im Bereich der Sonnenbergstraße zwischen der Einmündung Hochstraße und Ortstafel Waggershausen dar. Hier können Radfahrer freiwillig auf der Fahrbahn fahren (es besteht auch die Möglichkeit den Gehweg zu nutzen). Da die Fahrbahn kurvenreich und schmal ist, soll die reduzierte Geschwindigkeit dem Schutz der Radfahrer dienen.

Während der Teilfreigabe werden zudem ergänzende Zählungen des Verkehrsaufkommens durchgeführt, um ggf. mit zusätzlichen verkehrssichernden Maßnahmen reagieren zu können.

Durch eine Teilfreigabe zwischen Immenstaad und FN-West wird eine geringfügige verkehrliche Entlastung auf der derzeitigen B 31 möglich sein. Die verkehrsentlastende Wirkung mit -3.800 bis -2.400 Kfz/24h an Werktagen kommt insbesondere der B 31 Meersburger Straße und B 31 Zeppelinstraße in Fischbach zugute. Da bei der Teilfreigabe alle Lkws > 3,5 to auf der alten B 31-Trasse und der Inneren Umgehung verbleiben, hat dies zur Folge, dass die Lärmpegel um -0,1 dB(A) am Tag und -0,2 dB(A) in der Nacht in Fischbach abnehmen. In der Albrechtstraße werden bei Verkehrsentlastung von -1.500 Kfz/24h keine Lärmpegeländerungen erwartet.

Entlang der L 328b-Trasse von Sparbruck (ab Anschlussstelle FN-West) bis zur Maybachstraße wird eine Zunahme des Verkehrsaufkommens bei der L 328b (Hochstraße) an Werktagen um rund +2.300 Kfz/24h erwartet. Da auf dieser Strecke nur Lkws bis 3,5 to von der B 31 alt auf die Neubaustrecke umgeleitet werden, nehmen die Lärmpegel am Tag lediglich um +0,3 dB(A) und in der Nacht um +0,2 dB(A) zu. Die Lärmpegelveränderungen liegen jeweils deutlich unter 1 dB(A) und sind damit nicht wahrnehmbar.

Die durch Mehrverkehre entstehenden Belastungen auf der Alternativroute führen zu keinen nennenswerten Beeinträchtigungen von Feuerwehr und Rettungsdienst. Ebenso sind keine nennenswerten Verbesserungen in der Ortsdurchfahrt Fischbach und der Albrechtstraße aufgrund der Wenigerverkehre zu erwarten. Allerdings können durch das Vorhandensein der Alternativroute über die B 31 neu für die Rettungsdienste selbst durchaus Verbesserungen entstehen.

Bei der Alternativroute über die Hochstraße handelt es sich um eine Landesstraße. Landesstraßen sind Straßen, die untereinander oder zusammen mit Bundesfernstraßen ein Verkehrsnetz bilden und vorwiegend dem durchgehenden Verkehr innerhalb des Landes dienen. Ebenso handelt es sich bei der Waggershauser Straße um eine Kreisstraße, die dem überörtlichen Verkehr dient. Die gutachterliche Untersuchung hat ergeben, dass die Leistungsfähigkeit der Straßen, insbesondere an den Kreuzungsbereichen, gegeben ist.

Anlieger, die Grundstückszufahrten an viel befahrenen Straßen besitzen, müssen sich im Bedarfsfall vorsichtig hinaus- und hineintasten. Dies gilt umso mehr für Fahrzeugführer größerer landwirtschaftlich genutzter Fahrzeuge. In der Regel ist dies bei Einhaltung des Gebotes der rücksichtsvollen Teilnahme am Straßenverkehr problemlos machbar, wie sich dies entlang zahlreicher Straßenzüge im Stadtgebiet mit höherer Verkehrsbelastung deutlich zeigt.

Bei den genannten Sperrungen handelte es sich um vollständige Sperrungen von Fahrbeziehungen, d. h. die gesamte Verkehrsmenge (Pkw und Lkw) musste dazu in beide Fahrtrichtungen über eine einzige Umleitungsstrecke ausweichen. Während der Teilfreigabe wird wesentlich weniger Verkehr über die Hochstraße auf die B 31 neu geleitet. Insofern sind die Verkehrsführungen bei Vollsperrungen mit der gegebenen Situation einer Teilfreigabe nicht vergleichbar.

Nein. Erfahrungsgemäß werden die Verkehrsmengen der Pendler in der Sommerzeit aufgrund der Ferienzeiten geringer, sodass diese die Urlauber-Mehrverkehre in der Regel ausgleichen. Gerade zu den Pendler-Stoßzeiten ist dann sogar weniger Verkehr zu erwarten. Inwiefern sich im Sommer noch das durch die Corona-Pandemie veränderte Mobilitätsverhalten auf die Verkehrsbelastungen positiv auswirkt, lässt sich heute noch nicht abschätzen.

Bei jeder verkehrsrechtlichen Entscheidung müssen alle für das Ergebnis relevanten Faktoren sorgsam gegeneinander abgewogen werden. Dies betrifft u. a. natürlich die negativen Auswirkungen auf die Anwohner der geplanten Zuführungsstrecke zur B 31 neu sowie die positiven Auswirkungen auf die Anwohner entlang der B 31 alt durch weniger Verkehr. Zudem wäre es volkswirtschaftlich  kaum darstellbar, dass ein bereits fertig gestellter Straßenabschnitt mit einer Länge von 5,8 km (bei einer Gesamtlänge von 7,1 km) dem Verkehr nicht zur Verfügung steht. Aus verkehrlicher Sicht wurden sämtliche Aspekte hinsichtlich Be- und Entlastungen intensiv geprüft mit dem Ergebnis, dass eine Öffnung des Teilabschnitts für den Pkw-Verkehr als Alternativroute zweckmäßig und notwendig ist.

Im Zusammenhang mit der Entscheidung über die vorzeitige Verkehrsfreigabe durch die Stadt Friedrichshafen als staatliche untere Straßenverkehrsbehörde war das Regierungspräsidium Tübingen, das Landratsamt Bodenseekreis, die Polizei und die DEGES GmbH beteiligt.

Es sind noch einige wenige bauliche Restarbeiten an den jeweiligen Anschlussstellen notwendig. Diverse Abnahmen baulicher und verkehrlicher Art müssen vor der Teil-Freigabe erfolgen und werden derzeit mit den jeweiligen Stellen abgestimmt.

Laut Auskunft des Planfeststellungsreferates des Regierungspräsidiums Tübingen stellt die Teilfreigabe keine Planänderung dar und bedarf daher keiner Änderungen am Planfeststellungsbeschluss.

Die im Zusammenhang mit einer Teilfreigabe der B 31 neu entstandenen Bürgerinitiativen wurden vorab über die Planung informiert und angehört. Der Finanz- und Verwaltungsausschusses wurde am Montag, 15. Juni über die Anhörung und den Stand zur Teilfreigabe B 31 neu in öffentlicher Sitzung informiert, außerdem wurde eine Pressemitteilung der Stadt mit weiterführenden Informationen veröffentlicht. Die Stadtverwaltung plant zudem gemeinsam mit Modus Consult deren Gutachten in einer Informationsveranstaltung in Friedrichshafen vorzustellen und zu erläutern. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.