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Mühlensterben

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Mühlensterben

Alle Wassermühlen an der Brunnisach sind inzwischen längst den Weg alles Irdischen gegangen. Das „Mühlensterben“ setzte mit der Einführung der Dampfkraft um 1880 und der Nutzung elektrischer Energie um 1920 unwiderruflich ein. Die damals größeren Mühlen konnten sich leichter behaupten, bei ihnen, wie z.B. in Fischbach, rentierte sich die technische Erneuerung fürs Erste. Die verbliebenen bäuerlichen Kleinmühlen die über 1970 hinaus immer noch über ihren bäuerlichen Kundenstamm verfügten, mussten weitgehend ihre Mahlwerke stilllegen. Der Grund ergab sich aus der Volltechnisierung der Landwirtschaft. Die Einführung des Mähdreschers zwang zum Getreideverkauf direkt vom Acker in die Trockensilos des Landhandels.

Als sich 1978 die vereinigte Müllerinnung Bodenseekreis und Ravensburg zur Hauptversammlung trafen, zählte sie neben Hans Dehm aus Fischbach, gerade noch weitere sieben Mitglieder. Dies waren nur noch zehn Prozent der Betriebe, die vor 20 Jahren existierten. Umso erstaunlicher ist es, dass in der Dehmmühle bis 1993 gemahlen werden konnte.

Dehm hatte das Glück, noch recht lange kleinere bäuerliche Betriebe aus Fischbach und der Umgebung bis Immenstaad, als Zulieferer zu haben. Darüber hinaus verfügte er über einen festen Kundenstamm an Bäckereien, Gaststätten und Privatabnehmern. Allerdings ließ sich der Rückgang auch hier nicht aufhalten. Der Anbau von Getreide wurde zu Gunsten des Obstbaus aufgegeben. Viele kleine Bäckereien schlossen ihren Betrieb und die Hausfrauen kauften ihr Mehl im Supermarkt. Dazu kam, dass die verbliebenen Bäcker Silos für die Mehllagerung einrichteten. Müller Hans Dehm lieferte aber immer noch das Mehl in Säcken. Die Anschaffung eines Silos und eines Silowagens rentierte sich für den kleinen Betrieb nicht mehr. In den auslaufenden fünf Jahren nahm Hans Dehm eine Arbeitsstelle an. Er mahlte noch in seiner Freizeit und seine Ehefrau öffnete die Mühle halbtags für den Verkauf.

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