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Die Fischbacher Ölmühle

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Die Fischbacher Ölmühle

In der Geschichts-Literatur zu Fischbach taucht gelegentlich der Hinweis auf, dass es an der Brunnisach einst sechs Mühlen gab. Leider ist nicht vermerkt wo sich diese Mühlen befanden. Um dies zu erforschen, machen wir uns auf eine Wanderung entlang der Brunnisach. Bei der unlängst am Oberlauf in Leimbach, am Wehr der ehemaligen Bergheimer Mühle, vom Landratsamt Bodenseekreis die ökologische Durchlässigkeit wieder hergestellt wurde.

Der Weg führt von der Mündung am Fischbacher Fildenplatz bis zur Quelle in Unterteuringen. Die Suche gilt den ehemaligen Mühlen, aber auch der Frage, welche Arten von Mühlen es einst gab, oder heute noch gibt. Mühlen sind zunächst Einrichtungen, um aus Getreide Mehl zu machen. Ein mit Wasser bewegtes Rad treibt über ein mechanisches Getriebe einen oder mehrere Mühlsteine. Es gab allerdings auch Mühlen, die mit den traditionellen Mühlsteinen nicht Getreide, sondern Gips oder Schießpulver mahlten.

Dann gibt es noch die Ölmühlen, die eigentlich keine Mühlen sind sondern Reiben und Stampfen. Ebenso gibt es noch die Sägewerke, die häufig, wie bei der Fischbacher Mühle, der Eichenmühle, der Mühle in Kluftern und der Bergheimermühle mit einer Mahlmühle kombiniert sind. Aber mit dem Begriff „Sägemühle" ist in der Regel nicht diese Kombination gemeint, sondern der Umstand, dass die Einrichtung von einem Wasserrad, einem „Mühlrad" angetrieben wurde.

Der Beginn der Suche gestaltet sich noch etwas schwierig, da von der südlichsten Mühle heute überhaupt nichts mehr vorzufinden ist. Der Abbruch alter Häuser und eine Brunnisach Sanierung in den Jahren 1988/89 in der alten Fischbacher Ortsmitte haben das ihrige dazu beigetragen. Dazu muss man schon die Spurensuche in frühen Katasterplänen und im Geburten- Heirats- und Sterberegister der Pfarrgemeinde Fischbach von 1784 bis 1876 aufnehmen, um Ort und Namen möglicher Mühlen und Müller zu erforschen.

Tatsächlich findet sich hier, eine an einer scharfen Bachbiegung gelegene ehemalige Ölmühle.Sofern möglich wurden Ölmühlen, für die meist nur ein kurzer Mühlenkanal angelegt wurde, an solchen Stellen platziert. In diesem Fall war der zufließende Kanal 13m und der Abfluss nach der Wasserstube nur 5,5 m lang.

Schloss der Müller das Wehr im Bach und öffnete das des Kanals, schoss das Wasser mit Wucht in den Kanal und setzte das Mühlrad in Bewegung.Der Standort der Mühle befand sich genau zwischen der Fischbacher Mühle und der Mündung der Brunnisach in den Bodensee. Genauer beschrieben, befand sich das heute nicht mehr existierende Haus 50 m vor der Brücke, auf der die B 31 die Brunnisach überquert. In einem Baugesuch des Zimmermanns Heckler von 1902 wird als Nachbar Jodok Knoblauch als Besitzer der Ölmühle geführt.

Derselbe erscheint nochmals 1904 in der Fischbacher Ortsgeschichte, als er das alte Schulhaus am Eichenmühleweg für 6.000 Reichsmark als Altersruhesitz kaufte. Um diese Zeit dürfte dann auch der Betrieb der Fischbacher Ölmühle zu Ende gegangen sein.

Zwischen ihm und dem damaligen Fischbacher Müller Joseph Strobel liegt ein Vertrag zu einem Steg über den Mühlbach vor. Zu dieser Zeit waren im Oberamt Tettnang noch 18 Ölmühlen im Betrieb.

In der Regel waren die Ölmüller, die in den amtlichen Aufzeichnungen oft mit der Berufsbezeichnung „Oeler“ geführt wurden, die armen Vettern der meist wohlhabenden Mahlmüller. Dennoch scheint es, in Fischbach zwischen ihnen gutnachbarliche Beziehungen gegeben zu haben.

In den Jahren 1854 bis 1859 war Ölmüller und Nachbar Xaver Berenwik mehrmals Taufpate bei den Kindern des Müllers Johannes Epple. Ab 1875 erscheint als Besitzer der Ölmühle Otto Stötzle, der sie bis etwa 1890 führte, um sie dann an Jodok Knoblauch zu verkaufen.

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