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Omer Maslic - Ein Meilenstein der Partnerschaft

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Omer Maslic - Ein Meilenstein der Partnerschaft

Größtes Projekt im Rahmen der Nachkriegshilfe für Sarajevo

Die Unterzeichnung des Städtepartnerschafts-Vertrags zwischen Sarajevo und Friedrichshafen jährt sich in diesem Frühjahr zum 30. Mal. Dies wollen die Freunde Sarajevos zum Anlass für eine Artikelserie nehmen, die wöchentlich über Leben, Sport, Wirtschaft, Kultur und den Alltag in Sarajevo sowie das Leben von Menschen aus Sarajevo in Friedrichshafen heute und während des Krieges berichtet. Sarajevo– "Omer Maslic": Dieser Name war in den vergangenen Jahren immer wieder zu hören und zu lesen, wenn es um die Städtepartnerschaft zwischen Sarajevo und Friedrichshafen ging. Was steckt dahinter?

 

Der Name stammt von einem jugoslawischen Widerstandskämpfer aus der Zeit des Zweite Weltkriegs. Den Namen trägt heute noch, wie schon seit 1946, ein ambulantes Gesundheitszentrum in Sarajevo, dessen offizieller Name "Heilanstalt Novo Sarajevo" ist. Das Gesundheitszentrum ist eines von mehreren solcher ambulanten Zentren, in denen ein wesentlicher Teil des staatlichen Gesundheitswesens im Großraum Sarajevo abgewickelt wird. 

Omer Maslic selbst ist ein dreistockiges lang gestrecktes Gebäude mit einem Flachdach. Es steht etwa fünf Autominuten außerhalb der eigentlichen Innenstadt direkt an der Zufahrtsstrasse zum Flughafen und gehört zur Neustadt Sarajevos.

Seine Umgebung ist dicht bebaut, mit vielen hohen Wohnblocks. Als Gesundheitszentrum versorgt es ein Gebiet mit rund 40.000 Menschen. Dementsprechend voll sind die Wartebereiche und die Ambulanzen.  


Chirurgie, Innere Medizin, Hals-Nasen-Ohren, Augen, Kinderheilkunde, Röntgen und als etwas besonderes auch den Bereich Psychologie/Neurologie sind die sieben stark frequentierten Abteilungen.

Während des Krieges und der Belagerung von Sarajevo wurde das Gebäude massiv beschädigt. Mit einer nur noch sehr dürftigen apparativen medizinischen Ausstattung konnte in dem kaputten Haus die medizinische Versorgung der Bevölkerung, die in den Nachkriegsjahren mehr denn je darauf angewiesen gewesen wäre, nur völlig unzureichend nachgekommen werden. Allein in der Inneren Abteilung wurden pro Monat 12. 000 Patienten behandelt. 

1997 ordneten die zuständigen Behörden wegen der Sicherheitsmängel und der desolaten hygienischen Zustände die Schließung der Klinik an. Das Gesundheitszentrum musste saniert werden, doch nur das Mauerwerk war noch zu gebrauchen. Und Geld war keines vorhanden.

Das war die Gelegenheit für die Stadt Friedrichshafen. Hier konnte die Absicht ein Wiederaufbauprojekt zu fördern, in die Tat umgesetzt werden. Die Planung für den Wiederaufbau von Omer Maslic sah vor, den bisherigen Gebäudetrakt um einen Erweiterungsbau zu verlängern und die Gesamtfläche auf rund 3100 Quadratmetern zu vergrößern. Die Kostenschätzung lag bei 2,5 Millionen Mark. 

Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen genehmigte am 14. Oktober 1996 die stolze Summe von rund 807. 000 Mark aus Haushalts- und Spendenmitteln für dieses Wiederaufbauprojekt. Rund 430. 000 Mark sollte der Kanton Sarajevo für die medizinische Einrichtung beisteuern. Den "Rest" also zirka 1,2 Millionen Mark sollten von der Europäischen Union geholt werden. Was nach langen Bemühungen denn auch gelang.


Unter der verantwortlichen Leitung des Kantons Sarajevo begannen 1997 die Sanierungsarbeiten. Friedrichshafen hatte die Baugesellschaft mbH aus Freiburg eingeschaltet, die einen Vertreter vor Ort hatte, der die Maßnahme begleitete. Wie bei Sanierungen üblich, gab es immer wieder Probleme zu bewältigen und so war man am Ende glücklich, als die Arbeiten abgeschlossen und sogar die veranschlagten Kosten weitgehend eingehalten worden waren.


Am Montag, 6. November 2001 war es soweit. Um 13 Uhr wurde die neue Poliklinik Omer Maslic eröffnet. Die medizinische Einrichtung ist auf dem neuesten Stand der Technik. Die Räume sind hell und freundlich, die Wartebereiche großzügig und die Laboratorien leistungsfähig. Presse und Fernsehen berichteten ausführlich darüber und würdigten auch die Verdienste der Stadt Friedrichshafen an diesem Projekt.

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