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Neustadt

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Geschichtspfad Neustadt

Ehemaliges Hotel Deutsches Kreuz

Nach 1812 errichtete Johann Kaufmann am zentralen Platz der Friedrichshafener Neustadt ein Siedlerhaus. Nach einer Erweiterung wurde es ab 1848 als Hotel "Deutsches Haus" genutzt. 1853 verlegte Louis Deeg die seit 1821 mit dem Gasthof "Rad" verbundene Posthalterei hierher und damit in die Nähe des 1847 fertig gestellten Stadtbahnhofs. Bis 1918 blieben Posthalterei und Postexpedition mit dem Hotel verbunden, das zeitweise auch als Hotel "zur Post" firmierte. Lange galt es als bestes Hotel der Stadt; Graf Ferdinand von Zeppelin wohnte hier von 1898 bis 1910. 1918 wurde das Hotel aufgegeben und an die Stadt verkauft. Sie vermietete Wohnungen und brachte hier das Bezirksarbeitsamt, die Fürsorge, die Mütterberatungsstelle und den Verkehrsverein, eine "Volksküche" für Bedürftige und ein Musikhaus unter. Beim Luftangriff vom 28.4.1944 wurde das Haus vollständig zerstört. Nach Abtragung der Ruine befand sich hier ein Parkplatz, bis das Grundstück 1992-1995 mit dem "Seehotel" neu bebaut wurde.

Stadtbahnhof

Das Empfangsgebäude des ältesten Bahnhofs am Bodensee wurde 1846/47 erbaut. Architekt war Oberbaurat Ludwig Friedrich von Gaab (Stuttgart).Der Bahnhof wurde am 8.11.1847 mit dem ersten Teilstück der Südbahn Friedrichshafen-Ravensburg eröffnet. Das Königreich Württemberg hatte sein Ziel erreicht, als erstes Land mit der Eisenbahn am Bodensee zu sein. Der Bau der Bodenseegürtelbahn von Lindau über Friedrichshafen nach Überlingen in den Jahren 1899-1901 führte zur Erweiterung des Bahnhofsgebäudes durch zwei Seitenflügel. Nach der Zerstörung des Westflügels beim Luftangriff vom 20.7.1944 wurde dieser Teil in der alten Form wiederaufgebaut, so dass das 1899-1901 geschaffene Bild des Stadtbahnhofs bis heute erhalten ist.

Schloss Friedrichshafen

Das 1089 erstmals erwähnte Benediktinerinnen-Kloster Hofen war eine Stiftung der Gräfin Bertha von Buchhorn. Es befand sich im Areal des Buchhorner Grafensitzes, an der Stelle des heutigen Schlosses. Nach dem Tod des Grafen Otto II. 1089 fielen die Hausgüter und mit ihnen das Kloster Hofen an Herzog Welf IV., der es um 1101 der Benediktiner-Abtei Weingarten unterstellte.
Als die Klosterfrauen von Hofen die Bevormundung von Weingarten lockern wollten, führte dies 1420 zur Aufhebung des Frauenklosters. Bis 1594 residierte aber noch ein Weingartner Mönch als Propst in Hofen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1634 das ganze Dorf Hofen und die alten Klostergebäude von den Schweden zerstört. Das Bild zeigt das Klosterareal vor 1634; das große Gebäude in der rechten Bildhälfte war der ehemalige Amtssitz der Pröpste.
1654-1661 entstand an der Stelle dieser zerstörten Propstei unter Leitung von Michael Beer ein "Neuer Bau" für die Verwaltung der Klostergüter. Ab 1695 ließ Weingarten unter Einbeziehung des "Neuen Baus" durch Christian Thumb eine wesentlich größere Klosteranlage errichten, die nach der Einweihung 1702 von einem Männerkonvent als Priorat Hofen bezogen wurde. 1802 fiel das Priorat mit Weingarten an den Fürsten von Oranien-Nassau, der es sogleich aufheben ließ.
Aus der barocken Klosteranlage wurde das Schloss Friedrichshafen des Hauses Württemberg. Die ehemalige Klosterkirche wird seit 1812 als Pfarrkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Friedrichshafen genutzt.

Königinnen-Paulinenstift

1856 erfolgte in angemieteten Räumen die Gründung einer Höheren Töchterschule durch Königin Pauline von Württemberg. Seit 1864 befanden sich Schule und Internat mit grenzüberschreitendem Einzugsgebiet in einem Neubau an der Friedrichstraße. Angegliedert war eine einjährige Haushaltsklasse. 1897 wurde ein Gartensaal an- und der Seegarten ausgebaut. Kontinuierliches Wachstum führte 1925 zum Erwerb des Mörikehauses an der Ecke zur Olgastraße mit Umbau für Schule und Kindergarten, sowie zur Errichtung des nördliche Anbaus 1933 und der Turn- und Festhalle an der Schillerstraße 1937. 1936 wurde die Mädchenrealschule wie alle Privatschulen geschlossen; erhalten blieb nur die Haushaltsschule. Nach den Luftangriffen von 1944 war nur noch der beschädigte Anbau nutzbar.1950 erfolgte der Wiederaufbau als Altenheim und Haushaltsschule. 1974 endete die Zeit der Mädchenschule; 1976 wurde das Altenheim an die ev. Heimstiftung übertragen. Das neue Hauptgebäude an der Olgastraße ist 1980-1981 entstanden.

Karl-Olga-Brunnen

Der Brunnen entstand 1886 nach einer Initiative des im Jahr zuvor gegründeten Verschönerungsvereins. Er ist aus rotem Veroneser Marmor im Renaissancestil ausgeführt und trägt die Initialen K und O (Karl und Olga) des damaligen Königspaares von Württemberg. Bei der Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Friedrich- und Olgastraße wurde der ursprünglich der Kreuzung zugewandte Brunnen am alten Standort zum See hin ausgerichtet.

Ehemaliges Kurhaus und Kurgatenhotel

Durch eine Stiftung des Königs Karl von Württemberg entstand 1864 an dieser Stelle ein Kurgarten. Dort errichtete eine Aktiengesellschaft 1872 ein Kurhaus als gesellschaftlichen Treffpunkt; 1877 ging dieses Haus in den Besitz der Stadt über. 1909/10 wurde das Kurhaus abgerissen und an seiner Stelle von der Luftschiffbau Zeppelin GmbH das Kurgartenhotel als mondänes Haus für ihre Besucher und Fahrgäste errichtet (vgl. Bild).Im Luftangriff vom April 1944 wurde das Dach des Kurgartenhotels schwer beschädigt. Von 1945 bis 1956 diente das Gebäude als französische Kommandantur. Nach der Rückgabe stand es bis zum Abriss 1971 meist leer.
Nach bedeutender Vergrößerung des Grundstücks durch Aufschüttungen am Ufer und Erwerb von Nachbargrundstücken wurde hier von 1982 bis 1985 das Graf-Zeppelin-Haus errichtet.

Uferpromenade

Die Uferpromenade wurde von 1911 bis 1913 in zwei Abschnitten gebaut. Als erster Bauabschnitt entstand im Winter 1911/12 die Promenade vom Kurgartenhotel bis zur Altstadt mit Yachthafen und Gondelhafen (vgl. Bild). Die Forderung des jungen Zeppelinkonzerns nach einem weltmännischen Teil Friedrichshafens war damit erfüllt. Königsschloss, Kurgarten mit Kurgartenhotel und der über die Uferpromenade erreichbare Yachthafen lagen dicht beieinander. Eine Freitreppe führt vor dem seit 1910 bestehenden ältesten Teil des Stadtgartens in den See.Im zweiten Bauabschnitt im Winter 1912/13 wurde das Seeufer vor der Altstadt aufgeschüttet und die Uferpromenade bis zum Schiffshafen fortgesetzt.
Der Yachthafen, ursprünglich Teil der Gesamtanlage, wurde in zwei Erweiterungen (1959, 1992) bedeutend vergrößert und neu gestaltet.

Ehemalige Villa Bühler-Scupin

Gustav von Bühler (1817-1892), königl. württ. Geheimer Hofrat und Abgeordneter im württ. Landtag, erhielt 1885 die Genehmigung zum Bau einer Villa am Friedrichshafener Bodenseeufer (vgl. Bild). Das Haus war voller Kunstschätze und von erlesener Einrichtung. Später wohnte hier seine Enkelin Dora Bühler-Scupin (1875-1944), verheiratet mit dem Offizier Erich Scupin (1870-1924); als "Majorin" war sie in der Stadt und in der Umgebung bekannt und beliebt. Sie machte das Haus zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt. Hier fanden Hauskonzerte, Dichterlesungen und Theateraufführungen statt, besonders beliebt waren Aufführungen im Park der Villa.
Beim Luftangriff vom 28.4.1944 zerstörten Sprengbomben die Villa vollständig. Die Majorin und 14 weitere Menschen kamen dabei ums Leben. Dora Scupin ruht auf dem Alten Friedhof im Familiengrab Bühler.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

König Wilhelm I. von Preussen (1797-1888) wurde als erstes Oberhaupt des zweiten Kaiserreichs ab 1871 zu einer wichtigen Symbolfigur im damals wieder geeinten Deutschland. Wegen familiärer Bindungen zum Hause Baden kam er häufig an den Bodensee auf die Insel Mainau.
Nach dem Tod des Kaisers beschloss der Friedrichshafener Verschönerungsverein die Errichtung eines Denkmals. Nach einem Entwurf des jungen, aus der Stadt gebürtigen Künstlers Bruno Diamant (1867-1942) wurde eine Büste in Bronze gegossen und auf einen Sockel aus belgischem Granit gestellt. Die Enthüllung fand am 3.7.1889 statt. Das Denkmal stand zunächst im Uferrondell am Kohlbach in der Nähe der Altstadt; beim Bau der Uferstraße erhielt es 1912 einen neuen Standort im neuen Stadtgarten.

Gustav-Schwab-Gedenkstein

Der schwäbische Dichter Gustav Schwab (1792-1850) gehörte zum württembergischen Literatenkreis um Ludwig Uhland und Justinus Kerner. Schwab schrieb Romanzen und Lieder. Zu seinen bekanntesten Werken gehörten neben nacherzählten Sagen des klassischen Altertums die Ballade "Der Reiter und der Bodensee" und der 1827 erschienene erste Reiseführer zum Bodenseeraum.
Dieser Gedenkstein wurde 1895 vom Friedrichshafener Verschönerungsverein im Park des städtischen Kurhauses an der Olgastraße aufgestellt; vom Münchner Bildhauer Bruno Diamant (aus Friedrichshafen, 1867-1942) entworfen, wurde er aus einem grob gehauenen Kalksteinblock und einem aus Kupfer getriebenen Porträtrelief geschaffen. 1912 erfolgte die Versetzung an die neue Uferstraße.

Kriegerdenkmal

Ab 1921 zunächst auf dem Alten Friedhof geplant, wurde das Kriegerdenkmal nach Durchführung eines Wettbewerbs 1929 von Kunstbildhauer Erwin Dauner (Ludwigsburg) entworfen und 1930 von Steinmetz Josef Heckler (Fischbach) in Tuffstein gehauen. Die Einweihung fand am 23.11.1930 statt.
Das Kriegerdenkmal erinnert heute an die zahllosen Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Alljährlich findet hier am Volkstrauertag eine Gedenkfeier für die Kriegstoten statt.

Zeppelinbrunnen

Vor dem Alten Rathaus ließ Kaufmann Florian Vollenweider (1845-1917) 1909 an der Stelle des Marktbrunnens einen großzügigen neuen Brunnen errichten. Bildhauer Bruno Diamant (München) schuf ihn aus Lyoner Kalkstein. Dargestellt war ein Knabe, der, auf einer Weltkugel stehend, ein Luftschiff in den Armen hielt (vgl. Bild). Bei der Einweihung am 24.7.1909 erfolgte die Namensgebung nach Graf Ferdinand von Zeppelin (1838-1917).
Der Brunnen überstand den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet und wurde erst bei den Aufbauarbeiten in der Altstadt 1956 abgebrochen. 1961-2000 fand nur der oberste Teil Verwendung in einem neu gestalteten kleineren Zeppelinbrunnen auf dem nördlichen Kirchplatz. Im Juli 2000 wurde der Zeppelinbrunnen zum 100jährigen Jubiläum des ersten Luftschiffaufstiegs in seiner ursprünglichen Form nachgebaut und am neuen Standort in den Uferanlagen aufgestellt.

Ehemaliger Schlosshafen

1611 erstmals erwähnt, wurde die "Städe" (Landestelle) von Hofen im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die Wiederher-stellung 1696 für den lokalen Warenumschlag, zunächst für den Neubau des Klosters Hofen, führte zu langen Aus-einandersetzungen mit Buchhorn, das wirtschaftliche Nach-teile befürchtete. Die Differenzen wurden erst 1789 beendet.
Im Zuge politischer Umwälzungen verschärfte sich die Konkurrenz zwischen dem ab 1806 württembergisch gewordenen Hofen, das die Landestelle auf Staatskosten für den Fernhandel ausbauen ließ, und der 1802-1810 bayerischen Stadt Buchhorn. Nach dem Erwerb Buchhorns fügte König Friedrich von Württemberg 1811 beide Orte zur Stadt Friedrichshafen zusammen und gewährte beiden Häfen gleiche Rechte und Privilegien.
Am Warenverkehr war die Landestelle beim Schloss fortan wenig beteiligt. Bedeutung erlangte sie durch die Nutzung des Schlosses als kgl. Sommerresidenz (vgl. Bild). Nach 1918 wurde der Schlosshafen kaum noch genutzt. 1932 stillgelegt, ist er rasch verfallen; Reste sind noch bei Niedrigwasser zu sehen.

Ehemalige Alte Apotheke

Die Alte Apotheke ist das letzte in der ursprünglichen Form erhaltene Gebäude der 1812 begonnenen Neustadt. Wilhelm Weismann (1786-1836) errichtete das Haus, nachdem er 1812 die Apothekenkonzession des aufgehobenen Klosters Löwental erworben hatte, als klassizistischen Putzbau mit symmetrischer Fassadengliederung und Mittelportal. Nach dem Tod Jakob Bayers (1751-1834) konnte er dessen 1778 erteilte Konzession hinzu erwerben und mit seinem Haus vereinigen. Bis 1922 blieb es dann die einzige Apotheke in der Stadt. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg nur leicht beschädigt.
Von 1926 bis 1983 befand sich die Alte Apotheke im Besitz von Albert und Barbara Mügel. Aus dem Vermächtnis der Witwe Mügel entstand 1983 die städtische "Barbara-Mügel-Stiftung". Von Pächtern wurde der Apothekenbetrieb bis 1992 weitergeführt. Seit 2002 befindet sich hier das Studio Friedrichshafen des Südwestrundfunks. 

Ehemaliges kgl. Elektrizitätswerk

Im April 1890 wurde zwischen der Hofkammer des württembergischen Königshauses und dem Staat ein Vertrag zur Errichtung einer gemeinschaftlichen Anlage zur Beleuchtung des Schlosses und zur Stromversorgung staatlicher Einrichtungen (Eisenbahn, Zoll, Post) geschlossen. Über das erste Fernkabel in Württemberg wurde von hier aus die Verbindung mit dem Schloss hergestellt. Dieses erste Elektri-zitätswerk in Friedrichshafen, das auf dem Gelände der Eisenbahnwerkstätte errichtet wurde, nahm den Betrieb am Jahreswechsel 1891/92 auf. Die Stromerzeugungsanlage wurde 1908 erweitert und verbessert.
1907 errichtete die Stadt östlich der Riedleparkstraße ein leistungsfähigeres Elektrizitätswerk, an das 1915 Schloss, Bahn, Post und Zoll angeschlossen wurden. Das alte Elektrizitätswerk legte man still. Die Maschinenhalle wurde 1915, das zuletzt für Wohnzwecke genutzte Verwaltungsgebäude an der Riedleparkstraße 1998 abgebrochen.

Ehem. Eisenbahnausbesserungswerk

An der Endstation der auf Staatskosten errichteten, im November 1847 in Betrieb genommenen Südbahn wurde am 1. Juli 1848 die Eisenbahnwerkstätte Friedrichshafen eröffnet. Die Abbildung zeigt den Stand unmittelbar vor dem Bau der Bodensee-Gürtelbahn (1899). Bis zur Zusammenlegung der Länderbahnen zur Reichsbahn (1920) kamen nur württem-bergische Schienenfahrzeuge, danach Lokomotiven und Waggons aller Länderbahnen zur Ausbesserung nach Friedrichshafen. Das bekannteste hier gewartete Fahrzeug war der Schnelltriebwagen SVT 877 "Fliegender Hamburger" mit Maybach-Dieselmotoren. Ab etwa 1925 kamen alle motorisierten Triebwagen Deutschlands zu Abnahmeläufen hierher.
Im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, wurde der Betrieb ab 1945 zur zentralen Werkstätte der französischen Besatzungszone mit einem Zweigwerk im Gelände des Luftschiffbaus Zeppelin und zeitweise über 1000 Mitarbeitern. Ab 1952 ging die Auslastung des Werks rasch zurück, so dass es am 1. Juni 1960 dem Werk Cannstatt angegliedert und am 31. Dezember 1974 endgültig geschlossen wurde.

Villa Colsman

Das Haus wurde unmittelbar nach Gründung der Luftschiffbau Zeppelin GmbH am Haupteingang zum neuen Werftgelände als firmeneigenes Direktorenwohnhaus 1909/10 von Paul Bonatz erbaut. Es diente dem ersten von Graf Zeppelin ernannten Geschäftsführer Alfred Colsman als repräsentative Dienstwohnung. Colsman schuf durch seine Firmen-gründungen die Grundlage für die Vielfalt der industriellen Entwicklung Friedrichshafens (vgl. nebenstehende Tafel).
Der kompakte Baukörper des Hauses mit hohem Sockel, steilem Walmdach und mittebetonten Quergiebeln, sowie die strenge Symmetrie der Gartenfront mit vorgewölbter Fenster-front des Hauptwohnraums sind charakteristisch für eine Stadtvilla der damaligen Zeit. Nach dem Ausscheiden Colsmans aus dem Konzern 1929 wurde das Haus zum Dreifa-milienhaus umgebaut und in Teilen als Büro genutzt. Trotz der Nähe zu den benachbarten kriegswichtigen Industrie-anlagen wurde die Villa durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg nur geringfügig beschädigt, so dass sie innen und außen weitgehend original erhalten ist.

Riedlehof

Am 24.5.1909 kaufte die Luftschiffbau Zeppelin GmbH den Riedlehof von Josef Menges. Ab 1916 übernahm die Zeppelin Wohlfahrt GmbH den Hof zur Pacht und baute ihn zum Musterhof aus. Nach dem Zukauf des Sauter'schen Hofes (Waggershausen) um 1920 umfasste die Fläche rund 76 ha. Leiter und späterer Pächter des Riedlehofes war Albert Stöffler. Mit Viehzucht, Getreide- und Gemüseanbau wurden vor allem die Betriebe der Zeppelin-Wohlfahrt versorgt. Die 1925 eingerichtete Gutsmolkerei gab vier Jahre später den Anstoß zur Gründung der Oberland-Milchversorgung Ravensburg (OMIRA).
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude des Riedlehofs fast vollständig zerstört. Ab 1966 wurden große Flächen mit Ausstellungshallen der Internationalen Bodensee-Messe (IBO) überbaut, die bis zur Eröffnung der neuen Messe 2002 genutzt wurden. Auf einem Teil der Hofstelle errichtete die Stadt Friedrichshafen 1971 die Graf-Soden-Realschule.

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