Kachinam – Kachina Figuren der Hopi-Indianer (Arizona)

Samstag, 09. November 2019 Samstag, 18. Januar 2020
Holzfigur

1895/96 besuchte der deutsche Kunst- und Kulturhistoriker Aby Warburg die Hopi in Arizona. In den rituellen Tänzen dieser Pueblo-Indianer erlebte er das Entfesseln, Bändigen und Transformieren universeller Energien, für ihn wie die Wiederentdeckung der Feste und Kunst der Renaissance. Am 21. April 1923 hielt er als Patient in der Klinik „Bellevue“ in Kreuzlingen vor Patienten und Ärzten den legendären Vortrag über das Schlangenritual der Hopi.

Seitdem beschäftigen sich in Paris André Breton – der führende Theoretiker des Surrealismus – als auch der Dichter Paul Eduard mit dem indianischen Denken, stellten eine Identität mit den surrealistischen Vorstellungen fest und sahen es als wichtige Inspirationsquelle. Deshalb wurden Kachina-Figuren in Ausstellungen gezeigt und in surrealistischen Zeitschriften abgebildet. Auch Künstler wie Marcel Duchamp und Max Ernst sammelten die Figuren. Auch in der Nachkriegszeit blieb das Interesse an den Kachinam wach: der spätere französische Kultusminister André Malraux hat sie ebenso gesammelt wie der Maler Karel Appel oder in Deutschland Horst Antes, dessen Sammlung von ca. 700 Exemplaren in zwei Wanderausstellungen 1981 bis 1982 und 2001 bis 2003 in europäischen Museen gezeigt wurde.

Nach einer altindischen Sage kamen die Kachinam einst aus der Unterwelt auf die Erde. Als den Menschen wohlgesinnte Geister bringen sie Regen und Fruchtbarkeit, nehmen in Gebeten ausgesprochene Wünsche entgegen und schützen vor Krankheiten, strafen aber auch schuldig Gewordene der Dorfgemeinschaft. Selbst unsichtbar, finden diese mythischen Wesen bei den Pueblo-Indianern im südwestlichen Nordamerika ihre Verkörperung in jenen maskierten und verkleideten Tänzern, die – ebenfalls Kachinam genannt – zwischen der Winter- und Sommer-Sonnenwende bei tagelang dauernden kultischen Festen rituelle Tänze aufführen. Darüberhinaus unterhalten sie die Menschen mit ihren Liedern und bringen den Kindern Dinge zum Essen und andere Geschenke. Nach altem Brauch werden in den Tanzpausen an die Mädchen kleine geschnitzte und bemalte Holzfiguren (Kachinam) verteilt, die in den Pueblos an den Wänden aufgehängt werden.

Eröffnung: Freitag, 8. November, 20 Uhr
Eröffnungsredner ist der Sammler Volker Volkens, der wiederholt die Pueblo-Dörfer der Hopis besuchte und aus dessen Besitz ein Teil der ausgestellten Stücke stammt.

Vortrag mit Film: Donnerstag, 16. Januar, 20 Uhr
„Aby Warburgs Entdeckung der Hopi-Indianer als frühe Heroen der Kultur“  mit Hannes Heer M. A., Historiker, Hamburg

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Freitag 14–19 Uhr,
Samstag 10–13 Uhr
und nach Vereinbarung

Veranstaltungsort & Veranstalter

Veranstaltungsort
Galerie Bernd Lutze
Zeppelinstr. 7
88045 Friedrichshafen
Tel. +49 7541 22713
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Veranstalter
Galerie Bernd Lutze
Zeppelinstr. 7
88045 Friedrichshafen
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