Sonderausstellung - Auf Spurensuche

Samstag, 21. September 2019 - Sonntag, 13. Oktober 2019

Sonderausstellung "Aus Spurensuche" mit Frau Dr. Nurhan Sidal

Frau Dr. Nurhan Sidal, die im Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen vom 21. September bis 13. Oktober 2019 mit einer Sonderausstellung die Hilfsaktionen des Lions Clubs Friedrichshafen zur Blutstammzellenspende unterstützt, ist eine außergewöhnliche Künstlerin.
Nurhan Sidal, 1951 in Gaziantep (Türkei) geboren, hat sich schon als Kind mit 4 Jahren dafür interessiert, wie man ein Gefühl, einen Gedanken anders ausdrücken könnte als nur durch Sprache. Mit 15 hat sie am Gymnasium Kunst als Wahlunterricht genommen. Irgendwann kam sie mit einem Bild nach Hause, das sie im Unterricht begonnen hatte. Ihr Vater kritisierte und sagte: “Das ist nicht gut“. Schmollend legte sie die Pinsel zur Seite und malte nur noch, was von ihr in der Schule verlangt wurde. Dies war für Nurhan das vorläufige Ende ihrer Aktivitäten in der Malerei.
Sie studierte Zahnmedizin. Die Neugier, andere Länder kennenzulernen, führte sie nach Deutschland. Sie fand Kontakt zu Künstlerkreisen und die Liebe zur Malerei entfachte aufs Neue. 1981 packte sie ihre Pinsel wieder aus und begann zu malen. Neben der Tätigkeit als Zahnärztin in eigener Praxis lernte sie Aquarellieren und in Öl zu malen. Das Buch „Mathnawi“ von Mewlana Celaleddin Rumi, dem berühmten muslimischen Mystiker des 13. Jhd., weckte ihr Interesse an Sufismus und Metaphysik; seine Erzählungen beflügelten ihre Phantasie.
1995 wurde Nurhan Sidal von einer schweren Krankheit heimgesucht, die sie bis heute begleitet und mit der sie sich inzwischen mit regelmäßigen Bluttransfusionen arrangiert hat.
So begann eine ungewöhnliche Auseinandersetzung im Spannungsfeld zwischen Malerei, Krankheit und Sufismus. Die Bilder erzählen die Geschichten von Mikrokosmos bis Makrokosmos, und von den sich ständig verändernden Seelenzuständen der Künstlerin. Bei jeder Bluttransfusion beginnt in jeder Zelle von ihr ein neues Abenteuer. Und es dauert eine geraume Zeit, bis ihr eigenes Ich „die Fäden wieder in die Hand bekommt“.
Seit ihrer Ausstellung „Trace de vita“ 2011 in Maccagno am Lago Maggiore wird Nurhan Sidal in Italien sowohl von ihren Künstlerfreunden als auch von den Kunstkritikern als „Frida Kahlo des Bosporus“ bezeichnet.
Über ihre Malerei sagt sie selbst: „Manchmal haben meine inneren Bilder einen eigenen Rhythmus wie Musik.“ Das überträgt sie dann vom Pinsel auf die Leinwand; sie lässt los, lässt geschehen und fühlt sich dabei völlig frei. Manchmal aber weiß sie ganz genau, was sie malen will. Dann ist sie eins mit dem Pinsel, es entsteht eine Symbiose. Dabei schlägt ihr Herz auf der Spitze des Pinsels oder auf der Kante des Spachtels und die Farben ergänzen zu diesem Herzschlag die Ausdrucksform.
Ab 2013 erweiterte die Künstlerin ihre Themengebiete. Die Kriege in Nahost, die Not und das Leid der Flüchtlinge, Angst und Gewalt sowie Machtmissbrauch, aber auch die Umsetzung von Literatur in Malerei, hierbei mit dem speziellen Fokus auf Nazim Hikmet und seine Gedichte, stehen dabei im Mittelpunkt der malerischen Auseinandersetzung.
Seit 2009 ist Nurhan Sidal ständig in der südlichen Region Baden-Württembergs sowohl bei Einzelausstellungen als auch bei diversen Gruppenausstellungen vertreten. Aber auch in Italien und in Frankreich (2014 in Paris) hat sie mit ihren Ausstellungen für Furore gesorgt.
Die von Nurhan Sidal geschaffenen Kunstwerke sind Ausdruck des von ihr erlebten Lebens. Mit ihren Werken macht die Künstlerin ihre Kunst zum Aufschrei ihrer Seele.
Sehr verehrte Betrachter, lassen Sie sich berühren von den ganz besonderen Werken von Frau Dr. Nurhan Sidal.

Geöffnet - zu den Veranstaltungen im Hugo-Eckener-Saal.

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Veranstaltungsort & Veranstalter

Veranstaltungsort
Graf-Zeppelin-Haus
Olgastraße 20
88045 Friedrichshafen
Tel. +49 7541 2880
http://www.gzh.de
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Veranstalter
Lions Club Friedrichshafen
Schmidstr. 42
88045 Friedrichshafen