Mittwoch, 27. Juli 2022

Stadt setzt weitere Energiesparmaßnahmen um

Um weiter Energie einzusparen, schickt die Stadt Friedrichshafen das Sportbad ab Montag, 1. August in vorzeitige und verlängerte Revision. Ab Montag, 19. September werden zudem alle drei Freibäder geschlossen. Insgesamt können somit rund 380 Megawattstunden Wärme eingespart werden.
Sportbad Friedrichshafen
Das Häfler Sportbad wird früher in eine verlängerte Revision geschickt – eine von mehreren Maßnahmen der Stadt, um Energie zu sparen. (Foto: Felix Kästle)

Die Stadt Friedrichshafen hat sich zum Ziel gesetzt, noch mehr Energie einzusparen – als wichtigen Beitrag zu den landesweiten Maßnahmen aufgrund der gedrosselten Gaslieferung Russlands. Bereits seit April wurde in zahlreichen städtischen Gebäuden die Raumtemperatur auf die gesetzlich festgelegte Mindesttemperatur gesenkt. In den Bädern wurde im Frühjahr außerdem die Wassertemperatur in den Becken um ein Grad reduziert – mit Ausnahme der Kinderbecken. Jetzt ergreift die Stadt weitere Maßnahmen.

Einsparpotenzial in den Schulen

Bei den Schulen soll zur kommenden Heizperiode eine Senkung der Raumtemperaturen unter Beachtung von vorgegebenen Mindestwerten erfolgen. Die Klassenstufen 1 bis 4 sollen jedoch – wie auch die Kindertagesstätten – von der Reduzierung ausgenommen werden. Die dadurch erwarteten Einsparungen sind stark abhängig von den Außentemperaturen in den Wintermonaten. Als Faustformel gilt jedoch: Durch eine ganzjährige Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad kann eine Gaseinsparung von rund 6 Prozent erzielt werden. Die Regelung erfolgt von den jeweils verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zentral. Wo eine zentrale Steuerung nicht möglich ist, werden die Heizkörper von Hand zurückgedreht.

Einsparpotenzial in den Bädern

Auch bei den Bädern gibt es weiteres Einsparpotenzial, das genutzt werden soll: Bis Sonntag, 31. Juli befindet sich das Sportbad Friedrichshafen noch im gewohnten Betrieb. Ab Montag, 1. August bis Mitte September geht das Sportbad dann in vorzeitige und verlängerte Revision und bleibt daher für die allgemeine Öffentlichkeit geschlossen. Die bereits vereinbarten Schwimmkurse in der ersten Augustwoche können trotzdem noch stattfinden.

Durch die Schließung des Sportbads können insgesamt 130 Megawattstunden Wärme pro Monat eingespart werden. Im Vergleich: Mit dieser Energiemenge können etwa 150 Wohnungen mit 70 Quadratmetern und einem durchschnittlichen Heizenergieverbrauch von 870 Kilowattstunden pro Monat vier Wochen lang beheizt werden.

Energieeinsparungen durch frühere Freibad-Schließung

Zudem hat die Stadtverwaltung beschlossen, alle drei Freibäder ab Montag, 19. September zu schließen. Das Strandbad Friedrichshafen und das Wellenfreibad Ailingen beenden die Saison somit planmäßig; das Frei- und Seebad Fischbach geht inklusive Thermalbecken einige Wochen früher in die Winterpause.

Die Energieeinsparung durch diese Maßnahme beläuft sich auf rund 250 Megawattstunden Wärme pro Monat. Davon können etwa 290 Wohnungen mit 70 Quadratmetern und einem durchschnittlichen Heizenergieverbrauch von 870 Kilowattstunden pro Monat vier Wochen lang beheizt werden.

Während der Revision werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sportbads zunächst in den Freibädern eingesetzt, ein Teil der Mitarbeitenden ist weiterhin im Sportbad mit Revisionsarbeiten beschäftigt oder wird Urlaub oder Überstunden abbauen.

Weitere mögliche Energieeinsparmaßnahmen

„Aufgrund der sich täglich ändernden Lage prüfen wir laufend die in Betracht kommenden Maßnahmen und gehen diese an, wo immer sie substanziell sinnvoll und geboten sind“, betont Erster Bürgermeister Fabian Müller. „Bei einer weiteren Verschärfung der Gasmangellage müssen wir dann auch über eine Schließung des Saunabereichs, des Solebeckens oder gar eine temporäre teilweise Schließung des Sportbads reden. Oberste Priorität hat das gesamtstaatliche Ziel der Energieeinsparung um 20 Prozent, wie von Ministerpräsident Kretschmann ausgegeben. Es gilt mehr denn je: ‚Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.‘ Jetzt liegt es an uns allen, gemeinsam zu sparen, um die notwendige Vorsorge für den Winter zu treffen.“