Kopfbereich
Logo

Friedrichshafen

Metanavigation
Schriftgroesse aendern
Schrift:
Suche
Suche
Haupt Navigation
Traceline
Inhalt-Linke-Navigation-Spalte

Wandrelief erinnert an finsteres Kapitel

Inhalt-Mittlere-Spalte

Wandrelief erinnert an finsteres Kapitel deutscher Geschichte

Hinter einem dichten Laubbaum verbirgt sich ein unter Denkmalschutz stehendes Relief an der Giebelseite des Hauses Hofener Straße 16. Nur im Winter wird die Sandsteinarbeit sichtbar, die an eines der finstersten Kapitel deutscher Geschichte, an den Nationalsozialismus, erinnert. Kraftstrotzend mit bloßem Körper und breitbeinig steht der Kämpfer mit dem Schwert und dem Schild da und blickt in die Ferne. Ausdruck einer martialischen Zeit, die Millionen von Menschen ins Unglück, ins Verderben stürzen sollte. Die heraldischen Zeichen auf dem Schild weisen ihn als Personifizierung des so genannten „Großdeutschen Reiches“ aus. Das Hakenkreuz, das einst auch dort auftauchte, ist längst abgeschlagen.

Hinter einem dichten Laubbaum verbirgt sich ein unter Denkmalschutz stehendes Relief an der Giebelseite des Hauses Hofener Straße 16. Nur im Winter wird die Sandsteinarbeit sichtbar, die an eines der finstersten Kapitel deutscher Geschichte, an den Nationalsozialismus, erinnert. Kraftstrotzend mit bloßem Körper und breitbeinig steht der Kämpfer mit dem Schwert und dem Schild da und blickt in die Ferne. Ausdruck einer martialischen Zeit, die Millionen von Menschen ins Unglück, ins Verderben stürzen sollte. Die heraldischen Zeichen auf dem Schild weisen ihn als Personifizierung des so genannten „Großdeutschen Reiches“ aus. Das Hakenkreuz, das einst auch dort auftauchte, ist längst abgeschlagen.

„…der Rückkehr der Ostmark in das Alt-Reich“ verkündet die an Runen erinnernde Schrift im hellen Sandstein. 1937/38 entstand das Sechs-Familien-Haus an der Hofener Straße 16. Österreich, die „Ostmark“, wie die Nationalsozialisten den Nachbarstaat nannten, hatte sich am 12. März 1938 Deutschland angeschlossen. Noch im selben Jahr, am 9. November 1938 sollte Hitlers Vernichtungsfeldzug gegen die jüdische Bevölkerung beginnen. Das Relief, etwa 120 Zentimeter hoch und 160 Zentimeter breit, muss also nach dem 12. März 1938 entstanden sein. Adolf Hitler, der gebürtige Österreicher, kam mit dem Anschluss Österreichs seiner Vorstellung vom „Großdeutschen Reich“ immer näher. Ein Jahr später, am 1. September 1939, begann mit Hitlers Angriff auf Polen, dem nächsten Land seiner Begierde, der Zweite Weltkrieg.

Ein Schiff für den Schiffbau, ein Amboss für das Ruhrgebiet, das Brandenburger Tor, die Münchner Feldherrenhalle sowie der Wiener Stefansdom zwischen den Beinen der Figur symbolisieren auf der stilisierten Landkarte für den Nationalsozialismus wichtige Städte und Regionen.

Viel mehr als nur Heimatgeschichte verbindet sich mit dieser Arbeit eines Steinmetzen von 1938. Hitler und der Nationalsozialismus haben schrecklichste Weltgeschichte geschrieben. Deren Folgen bekamen die Friedrichshafener spätens sechs Jahre nach dem Bau des Hauses und des Reliefs zu spüren. In elf Bombenangriffen zerstörten die Alliierten bis 1945 die Stadt Friedrichshafen, verloren unzählige Menschen ihre Heimat, viele ihr Leben. Aus wissenschaftlichen Gründen, so befanden die Denkmalschützer, sollte das Relief erhalten bleiben.

Inhalt-Rechte-Spalte

Service

Veranstaltung suchen

Geben Sie hier einen Suchbegriff ein oder schauen Sie zur Veranstaltungsübersicht.

Suchen: