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Die Lourdesgrotte von Habratsweiler

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Die Lourdesgrotte von Habratsweiler zeugt seit 1887 von der Verehrung der Gottesmutter

Sie war noch nicht 14 Jahre alt, da erschien am 11. Februar 1858 der Tochter eines armen Müllers, Bernadette Soubirous, in einer Grotte bei dem französischen Pyrenäenstädtchen Lourdes die Jungfrau Maria. Ein weißes Kleid mit blauer Schärpe soll die Muttergottes getragen haben. Und so sehen wir sie heute noch - den Blick sehnsüchtig gen Himmel gerichtet, einen Rosenkranz an der Seite - in der Lourdesgrotte auf einer kleinen Anhöhe hinter dem Hof Marschall in Ettenkirch-Habratsweiler.

Vor ihr kniet betend Bernadette, selbst gekleidet wie eine Ordensschwester, die sie später auch werden sollte.  In einer Nische der aus Tuffstein aufgebauten urigen Grotte, wie sie für diese Orte des Gebets typisch sind, erinnern die bemalten Gipsfiguren an das Wunder von Lourdes, das sich 1858 noch 17mal wiederholen sollte.

Die Habratsweiler Grotte ist großzügig angelegt, ein Altar hat Platz in ihr, vor unerlaubtem Zutritt geschützt von einem schmiedeeisernen Gitter. Ein großes Kreuz ragt hoch über dieser Szenerie auf. Bäume und Büsche beschatten diesen stillen Ort, vor dem sich ein kleiner Platz mit Andachtsbänken ausbreitet.

Die Muttergottes hatte die junge Bernadette, so erzählt die Legende, aufgefordert, an der Stelle ihrer Visionen eine Kirche zu bauen und die Menschen zu Prozessionen dorthin zu bewegen. Der Quelle, die Bernadette daraufhin entdeckte, werden heilende Kräfte nachgesagt. Und so entwickelte sich Lourdes binnen kürzester Frist zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte des internationalen Katholizismus. Bis heute.

Doch die Menschen wollten auch in ihrer Heimat an das Lourdeswunder denken und begannen, Bernadettes Grotte nachzuempfinden – immer wieder aus dem porösen und damit archaisch anmutenden Tuffgestein, immer mit der blau-weißen Madonna und der knienden Bernadette.

Der Ettenkircher Pfarrverweser Locherer machte da keine Ausnahme und stiftete die Habratsweiler Grotte. Am 11. Juli 1887 wurde sie eingeweiht. Zwischen 1870/71 und dem Ersten Weltkrieg sind die meisten Lourdesgrotten zumindest in Deutschland gebaut worden. Sie sind nicht nur der Volksfrömmigkeit geschuldet, sondern es mögen hier und dort auch politische Gründe – das Aufbegehren der Katholiken gegen den antikatholischen Kulturkampf Bismarcks – eine Rolle gespielt haben. Der aus Oberteuringen stammende Volkskundler Martin Schmolze hatte Anfang der 1990er Jahre herausgefunden, dass die Grotte von Habratsweiler nach dem Willen ihres Stifters „die durch leidenschaftliches Parteigetriebe“ beunruhigte Gemeinde befrieden möge.

Heute kümmern sich vor allem zwei Frauen aus Ailingen hingebungsvoll um die Grotte, bringen frische Blumen und zünden Kerzen an. Und jedes Jahr im Marienmonat Mai kommen die Menschen und beten hier ihre Rosenkränze.

Dem Landesdenkmalamt erscheint die Lourdesgrotte von Habratsweiler  „als spezifischer Ausdruck der katholischen Heiligenverehrung und als Beleg der allgemein in jener Zeit zunehmenden Marienverehrung“ schützenswert. Manch einer aber wird sie wohl deshalb für wertvoll halten, weil sie ein Ort der Stille und der Andacht in unserem hektischen und so weltlichen Alltag ist.

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