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Streuobstwiesen

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Streuobstwiesen

Unter Streuobstwiesen versteht man eine traditionelle und naturschonende Form des Obstanbaus mit Hilfe von hochstämmigen Obstbäumen mit einer Stammlänge von mindestens 1,60 Metern unter dem ersten Verzweigungspunkt. Der Name stammt von der in der Landschaft locker verstreuten Anlage der Bäume in Reihen und Gruppen.

Streuobstwiesen werden im Gegensatz zu den weit verbreiteten Obstplantagen meist extensiv bewirtschaftet, d.h. chemische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger werden nicht eingesetzt und die Wiesen werden nur selten gemäht. Die bunten Wiesen ziehen zahlreiche Insektenarten an, wie Wildbienen und Schmetterlinge. In den Höhlen der alten Obstbäume finden Vögel, Fledermäuse, Kleinsäuger und holzbewohnende Insekten Platz zum Brüten und Überwintern. Unter den Bewohnern der Streuobstwiesen finden sich auch seltene Arten wie beispielsweise Neuntöter, Wendehals, Gartenschläfer, Haselmaus sowie mehrere Fledermausarten.

Gerade im Hinblick auf die Intensivierung der Landnutzung durch den Ausbau von Siedlungen und Infrastruktur und die intensive Land- und Forstwirtschaft mit großflächig homogenen Flächen, stellen Streuobstwiesen wertvolle Lebensräume und Rückzugsgebiete dar.

Friedrichshafen zählt zur traditionellen Obstbauregion des Bodenseegebiets. Heute ist die Landschaft überwiegend von Intensivobstplantagen geprägt. Traditionelle Streuobstwiesen finden sich nur noch in Restbeständen. Vor allem im Bereich Kluftern und Ettenkirch befinden sich noch größere Streuobstbestände mit hoher ökologischer Bedeutung. Im Stadtgebiet selbst liegt das Hauptvorkommen neben den Streuobstwiesen am Oberhof im Bereich der Grünzäsur vom Hauptfriedhof bis Schnetzenhausen.

Durch mangelnde Pflege, Vergreisung, Mistelbefall und Rodung haben die Streuobstwiesen in Friedrichshafen von 1998 bis 2010 um 28 % von einst 193 ha abgenommen, was etwa 45 ha entspricht. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken hat die Stadt 2011 das „Häfler Obstwiesenprogramm“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Programms werden die Pflege und Neupflanzung von Obsthochstämmen sowie die lokale Vermarktung von Streuobstprodukten und ehrenamtliche Projekte zum Thema finanziell gefördert.

Insgesamt befinden sich ca. 26 ha Streuobstwiesen in städtischer Hand. Im Rahmen der Stadtbiotopkartierung wurden rund 14 ha dieser Bestände hinsichtlich ihres Pflegezustands bewertet mit dem Ergebnis, dass etwa die Hälfte der Flächen zum Teil erhebliche Pflegedefizite aufweisen. 12 ha der städtischen Streuobstwiesen sind nicht näher auf ihren Pflegezustand untersucht worden, darunter Neupflanzungen (5,4 ha), Ausgleichsflächen für die B 31neu (0,47 ha) und gemäß Flächennutzungsplan überplante Flächen, die in absehbarer Zeit überbaut werden.

Für alle die gern eine Streuobstwiese pflegen und nutzen möchten, aber keine eigene besitzen, ist die Internetplattform „Streuobstwiesen-Börse“ empfehlenswert. Auf dieser Internetplattform kann jeder sein Angebot bzw. seine Nachfrage bezüglich Flächen, Obst, Dienstleistungen und Zubehör rund um Streuobstwiesen veröffentlichen.

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