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Lärmaktionsplanung

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Lärmaktionsplanung

In einem Lärmaktionsplan sind bestehende Probleme dargestellt und aufgeführt, wie Lärm reduziert und die Lärmprobleme gelöst werden können.

Was ist ein Lärmaktionsplan?

Der Lärmaktionsplan enthält Ziele, Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmbelastung. Als Grundlage dient der Paragraf 47a des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG), der die EU-Regelungen umsetzt.  Für die Planung der Lärmaktionspläne der Stufe 1 und 2 sind die Kommunen zuständig, für die praktische Umsetzung zum Beispiel Straßeneigentümer, Verkehrsbehörden oder das Eisenbahnbundesamt, das Maßnahmen an die Bahngesellschaften delegiert.

Ausgangsbasis der Lärmaktionspläne in Stufe 1 und 2:

Die Umgebungslärmrichtlinie schreibt vor, dass die Geräuschbelastung in Ballungsräumen, an Hauptverkehrsstraßen, an Haupteisenbahnstrecken sowie in der Umgebung von Großflughäfen in Lärmkarten zu dokumentieren ist. Die Erstellung der Lärmkarten erfolgt in in Abhängigkeit vom Verkehrsaufkommen in zwei Stufen.

Was bisher erreicht wurde

Lärmquelle Umsetzung strategischer Lärmkartierung Aufstellung der Aktionspläne
Hauptverkehrsstraßen
Stufe 1: über 6 Mio Kfz/Jahr
(16.400 Kfz/Tag)
30.6.2007 18.7.2008
Stufe 2: über 3 Mio Kfz/Jahr
(8.200 Kfz/Tag)
30.6.2012 18.7.2013
Haupteisenbahnstrecken
Stufe 1: über 60.000 Züge/Jahr
(164 Züge/Tag)
30.6.2007 18.7.2008
Stufe 2: über 30.000 Züge/Jahr
(82 Züge/Tag)
30.6.2012 18.7.2013
Großflughäfen
über 50.000 Bewegungen/Jahr 30.6.2012 18.7.2008

Wie ist der Ablauf der Lärmaktionsplanung?

Der Ablauf der Lärmminderungsplanung in Friedrichshafen gliedert sich in mehrere Arbeitsphasen:

In den Strategischen Lärmkarten wird die Lärmbelastung in Friedrichshafen dargestellt und die betroffenen Personen ermittelt. Die Lärmbelastung wird über eine Lärmausbreitungsrechnung bestimmt, in die neben den Emissionsdaten der relevanten Lärmquellen auch Daten über die Bebauung und andere Hindernisse sowie über das natürliche Gelände eingehen.

Die Öffentlichkeit sowie zuständige Behörden werden über folgende Themen der Lärmaktionsplanung durch eine öffentliche Auslage des LAP-Entwurfs sowie über die  Bürgerbeteiligungsplattform "Mach mit!" informiert: Lärmkartierung, die Anzahl der Betroffenen sowie empfohlene Maßnahmen zur Lärmminderung an den am stärksten betroffenen Stellen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden können. Innerhalb der Anhörungsfrist bis 24. März 2016 haben Sie die Möglichkeit Ihre Anregungen und Wünsche zu möglichen Maßnahmenvorschlägen des Lärmaktionsplans der Umweltabteilung mitzuteilen.

Die eingegangen Hinweise werden gesichtet, ausgewertet und gegebenenfalls in den Lärmaktionsplan eingearbeitet oder als Anregungen und Vorschläge in das Verfahren des Verkehrsentwicklungsplans eingespeist. Ein Gesamtergebnis der möglichen Lärmschutzvorschläge wird vor der endgültigen Beschlussfassung durch den Gemeinderat veröffentlicht.

Das Ergebnis des Beteiligungsverfahrens ist der Lärmaktionsplan, der vom Gemeinderat verabschiedet wird.Nach der Bekanntmachung des Lärmaktionsplans kann mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen werden.

Ist die zweite Stufe abgeschlossen, muss die Stadt die Lärmkarten und Lärmaktionspläne alle fünf Jahre überprüfen und bei Bedarf aktualisieren.

Was wurde mit dem Lärmaktionsplan Friedrichshafen Straßenverkehr der ersten Stufe bereits erreicht?

Auf Basis des Lärmaktionsplans Friedrichshafen (Stufe 1 im Jahr 2011) wurden im September 2011 auf der B 31 in Fischbach und der Inneren Umgehung nächtliche Tempolimits von 30 Stundenkilometer eingeführt, die auch überwacht werden. Gleichzeitig gelten seither auf der B 31 Zeppelinstraße-Ost zwischen Jägerhaus und der Abzweigung zum Strandbad 50 Stundenkilometer als zulässige Geschwindigkeit.

Auf den Tempo-30-Abschnitten werden durch die Geschwindigkeitsreduktion nächtliche Lärmminderungen zwischen -2,2 und -2,8 Dezibel erreicht (Berechnung aus Verkehrsaufkommen und zulässiger Geschwindigkeit) und insgesamt sind 134 Personen weniger von Lärmpegeln über 60 Dezibel betroffen. Die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung registriert nur wenige Verstöße. Die Verstoßquote liegt nur im einstelligen Prozentbereich Es kann also davon ausgegangen werden, dass die errechneten Lärmminderungen tatsächlich eingetreten sind.

Durch umfassende Verkehrszählungen vor und nach Einführung der nächtlichen Tempolimits wurden Verlagerungseffekte untersucht (2012 bis 2013), wobei allenfalls nachts ein moderater Ausweichverkehr zu verzeichnen war. Da über 100 Einwohner in der Friedrichstraße nächtlichen Lärmbelastungen von mehr als 60 Dezibel ausgesetzt waren, stimmte das Regierungspräsidium Tübingen einem Tempo-30-Limit zu.

Im Oktober 2014 ordnete die Untere Verkehrsbehörde der Stadt Friedrichshafen ein zusätzliches nächtliches Tempolimit in der Friedrichstraße an. Um Ausweichverkehr zu vermeiden wurde gleichzeitig in der Charlottenstraße ganztags ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 30 ausgewiesen.

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