Kopfbereich
Logo

Friedrichshafen

Metanavigation
Schriftgroesse aendern
Schrift:
Suche
Suche
Haupt Navigation
Traceline
Inhalt-Linke-Navigation-Spalte

Stadtwald

Inhalt-Mittlere-Spalte

Stadtwald

Die kommunalen und privaten Waldflächen auf der Gemarkung Friedrichshafen umfassen insgesamt 1350 Hektar, was fast 20 Prozent der Flächennutzung entspricht. Die Stadt Friedrichshafen besitzt rund 270 Hektar eigenen Wald, der überwiegend stadtnah und stark zerstreut gelegen ist. Die größten zusammenhängenden Bestände sind der Seewald im Osten und der Riedlewald im Zentrum. Der Stadtwald dient vor allem der Naherholung und dem Immissionsschutz, während der Landschafts- und Naturschutz wie die forstwirtschaftliche Nutzung eine untergeordnete Rolle spielen.


Der Stadtwald setzt sich aus ungewöhnlich vielen Baumarten zusammen, die jede für sich für den Forstbetrieb relevante Flächenanteile besitzen. Die häufigste Baumart ist die Fichte (28 Prozent), aber mit abnehmender Tendenz. Ihr setzen auf den häufig grundwassernahen Standorten vor allem Stürme und Borkenkäferbefall zu. An ihrer Stelle wird wieder vermehrt die Weißtanne gepflanzt (ein Prozent). Roterle, Buche und Eiche haben jede etwa 15 Prozent Waldanteil. Die Esche nimmt noch zehn Prozent ein, ist jedoch stark vom Eschensterben betroffen und wird weiter an Fläche verlieren. Ursache des Eschensterbens ist ein Schlauchpilz, der sich seit Anfang der 2000er massiv in Mitteleuropa ausbreitet. An Stelle der Eschen werden wenn möglich Eichen nachgepflanzt.

Der Stadtwald erfüllt wichtige Funktionen für die Allgemeinheit, allen voran als Erholungswald (180 Hektar) und für den Immissions- und Sichtschutz. Nur 12 Hektar Stadtwald liegen hingegen in Landschaftsschutzgebieten. Acht Hektar sind nach Landeswald- oder Naturschutzgesetz als Biotopfläche geschützt. Dazu zählen beispielsweise die Auenwaldbereiche entlang des Lipbachs mit Sümpfen, Still- und Fließgewässern und der Seewald zwischen Friedrichshafen und Eriskirch (Stadtbiotopkartierung Friedrichshafen, Seiten 42 bis 52). Vorrangiges Ziel ist hier der Erhalt seltener und schützenswerter Tierarten wie der Gelbbauchunke oder der Fledermaus.

Unterhalt und Bewirtschaftung des Stadtwaldes sind dem Forstamt des Bodenseekreises übertragen. Ein Viertel des jährlichen Holzeinschlags geht auf Sturmschäden, Insekten- und Pilzbefall zurück. Das sind im Mittel 575 Festmeter pro Jahr. Großes Augenmerk wird deshalb auf die Naturverjüngung und Jungbestandspflege gelegt. Eine andere wichtige Aufgabe ist die Verkehrssicherung an den zahlreichen Waldwegen.

Riedlewald

Der Riedlewald ist mit rund 18 Hektar die größte öffentliche Grünfläche der Stadt Friedrichshafen und eigentlich eine Parkanlage. Die naturnahe Beschaffenheit macht die sogenannte „Grüne Lunge im Herzen der Stadt“ zu einem beliebten Naherholungsgebiet und auch zu einem wichtigen Lebensraum für seltene und gefährdete Tierarten.

Die Wege verlaufen durch die Altholzbestände von Buchen, Stieleichen und zahlreichen anderen Baumarten. Über eine Million Besucher pro Jahr nutzen nach einer Untersuchung der Abteilung Umwelt und Naturschutz den Wald.

Ziel ist es, den nach Waldgesetz ausgewiesenen Erholungs- und Immissionsschutzwald langfristig in seinen ökologischen Funktionen zu sichern. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Riedlewald und dem sogenannten Riedlewaldforum – dem Zusammenschluss interessierter Bürgerinnen und Bürger sowie Naturschutzverbänden – wurden Zielsetzungen für die Entwicklung des Walds festgelegt, die schrittweise umgesetzt werden.

Baumbestand

Um Verkehrssicherungsmaßnahmen an Bäumen zu reduzieren, wurden mehrere hundert Meter Waldwege und Trampelpfade rückgebaut. Altholzparzellen sollen nach ökologischen Zielen waldbaulich entwickelt werden. 200 sogenannte Habitatbäume wurden markiert, die aufgrund ihres Alters, ihrer Struktur samt Spechthöhlen und Totholz besonders geeignet für Fledermäuse, Vögel, Insekten, Moose und Flechten sind.

Außerdem wurden je Hektar etwa 50 sogenannte Zukunftsbäume bestimmt, deren Wachstum und Gedeihen bei waldbaulichen Maßnahmen im Vordergrund stehen. Um die Zukunftsbäume in ihrem Wuchs zu fördern, werden sogenannte Bedrängerbäume gefällt, in der Regel ein bis drei Nachbarbäume.

Flächenvergrößerung

Aufforstungen in den Randbereichen haben den Riedlewald stabilisiert und vergrößert: So gab es Neuanpflanzungen auf einer kleineren Fläche im Norden und im Osten. Darüberhinaus wurde ein großer Teil des alten Messe-Parkplatzes im Süden wieder aufgeforstet.

Neben verschiedenen Pflegemaßnahmen müssen aber immer wieder einzelne Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Der Waldbestand bleibt aber dennoch erhalten. Belassene Hochstümpfe von alten gefällten Bäumen erweitern das Totholzangebot.

In einem ehemaligen Bombentrichter ist ein altes Tümpelbiotop zu neuem Leben erwacht und am Nordrand des Waldes fühlen sich Amphibien im 2013 angelegten Tümpelbiotop wohl.

 

Umweltbildung im Riedlewald

Grüne Klassenzimmer - Lernbiotop
Wasserturm im Riedlewald

 

Seewald

Der Seewald, der sowohl Privateigentümern als auch dem Bodenseekreis und der Stadt Friedrichshafen gehört, erstreckt sich im Osten Friedrichshafens und zählt zu den größeren geschlossenen Waldflächen Landkreis. Etwa 30 Prozent der Waldfläche des 470 Hektar großen Waldgebietes befinden sich auf Friedrichshafener Gemarkung.

Die große zusammenhängende Waldfläche, erschlossen durch ein dichtes Wegenetz, ist sowohl ein beliebtes Naherholungsgebiet als auch wichtiger Bestandteil für den Naturschutz. Als ehemaliger Auwaldstandort zwischen Rotach und Schussen beherbergt der Seewald noch heute geschützte Sumpfwälder und Erlen-Eschenwälder sowie Rotbuchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder. Dementsprechend sind im Seewald zahlreiche geschützte Tierarten zu Hause: darunter Gelbbauchunken, Ringelnattern, Spechte und Waldlaubsänger und auch viele Fledermausarten.

Inhalt-Rechte-Spalte