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Lärmaktionsplanung

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Lärmaktionsplanung

In einem Lärmaktionsplan sind bestehende Probleme dargestellt und aufgeführt, wie Lärm reduziert und die Lärmprobleme gelöst werden können.

Was ist ein Lärmaktionsplan?

Der Lärmaktionsplan enthält Ziele, Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmbelastung. Als Grundlage dient der Paragraf 47a des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG), der die EU-Regelungen umsetzt. Für die Planung der Lärmaktionspläne der Stufe 1 und 2 sind die Kommunen zuständig, für die praktische Umsetzung zum Beispiel Straßeneigentümer, Verkehrsbehörden oder das Eisenbahnbundesamt, das Maßnahmen an die Bahngesellschaften delegiert.

Ausgangsbasis der Lärmaktionspläne in Stufe 1 und 2:

Die Umgebungslärmrichtlinie schreibt vor, dass die Geräuschbelastung in Ballungsräumen, an Hauptverkehrsstraßen, an Haupteisenbahnstrecken sowie in der Umgebung von Großflughäfen in Lärmkarten zu dokumentieren ist. Die Erstellung der Lärmkarten erfolgt in in Abhängigkeit vom Verkehrsaufkommen in zwei Stufen.

Was beinhaltet die Lärmkartierung?

Nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie müssen in allen Mitgliedstaaten der EU alle fünf Jahre strategische Lärmkarten erstellen werden. Ziel der strategischen Lärmkartierung ist es, wesentliche Lärmquellen zu erkennen, zu bearbeiten und zu lösen.

Die Kartierung der Eisenbahnstrecken des Bundes ist dem Eisenbahn-Bundesamt übertragen worden. Seite Juli 2017 stehen die Lärmkarten (Schienenlärm Stufe 3) online zur Verfügung. Großflughäfen werden in Baden-Württemberg durch die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) kartiert.

Aus den Lärmkarten kann abgelesen werden, in welchem Umfang die Bürgerinnen und Bürger in Friedrichshafen durch Straßen- und Schienenlärm betroffen sind. Durch die Verknüpfung von Immissionspegeln mit Betroffenenzahlen ist erkennbar, wo die Lärmbelastung im Stadtgebiet besonders groß ist. Um diese Lärmschwerpunkte  kümmert sich die kommunale Lärmminderungspolitik vorrangig.

Strategischen Lärmkarten für Friedrichshafen

Die strategischen Lärmkarten für Friedrichshafen finden Sie auf der Bürgerbeteiligungsplattform: www.machmit-lap.friedrichshafen.de.

Gemeinde- und Kreisstraßen in Friedrichshafen sind in innerstädtischen Bereichen oft eng bebaut und weisen häufig geringe Abstände zur Wohnbebauung auf und damit höhere Lärmpegel als in den dörflichen Gebieten. Aus diesem Grund wurden bebaute Straßen bereits ab einer Verkehrsbelastung von mehr als 7.500 Autos am Tag (Kfz/24h) bei der Lärmkartierung in Friedrichshafen berücksichtigt und nicht erst ab 8.200 Autos pro Tag wie es die Richtlinie vorgibt.

Der Schienenverkehrslärm an bundeseigenen Eisenbahnstrecken mit 30.000 Zugbewegungen pro Jahr wurde durch das Eisenbahnbundesamt kartiert und seit 2015 ist es zusätzlich für die Lärmaktionsplanung des Schienenverkehrs zuständig.

Der Fluglärm des Bodensee-Airports wurde nicht kartiert, weil er bei weniger als 50.000 Flugbewegungen jährlich kein Großflughafen ist. In Friedrichshafen liegen die Flugbewegungen bei 35.000 bis 45.000 im Jahr. Außerdem sind die Lärmgrenzwerte des Gesetzes zum Schutz vor Fluglärm deutlich unterschritten.

Wie ist der Ablauf der Lärmaktionsplanung?

Der Ablauf der Lärmminderungsplanung in Friedrichshafen gliedert sich in mehrere Arbeitsphasen:

In den Strategischen Lärmkarten wird die Lärmbelastung in Friedrichshafen dargestellt und die betroffenen Personen ermittelt. Die Lärmbelastung wird über eine Lärmausbreitungsrechnung bestimmt, in die neben den Emissionsdaten der relevanten Lärmquellen auch Daten über die Bebauung und andere Hindernisse sowie über das natürliche Gelände eingehen.

Die Öffentlichkeit sowie zuständige Behörden werden über folgende Themen der Lärmaktionsplanung durch eine öffentliche Auslage des LAP-Entwurfs sowie über die Bürgerbeteiligungsplattform „Mach mit!“ informiert: Lärmkartierung, die Anzahl der Betroffenen sowie empfohlene Maßnahmen zur Lärmminderung an den am stärksten betroffenen Stellen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden können.

Die eingegangen Hinweise werden gesichtet, ausgewertet und gegebenenfalls in den Lärmaktionsplan eingearbeitet oder als Anregungen und Vorschläge in das Verfahren des Verkehrsentwicklungsplans eingespeist. Ein Gesamtergebnis der möglichen Lärmschutzvorschläge wird vor der endgültigen Beschlussfassung durch den Gemeinderat veröffentlicht.

Das Ergebnis des Beteiligungsverfahrens ist der Lärmaktionsplan, der vom Gemeinderat verabschiedet wird. Nach der Bekanntmachung des Lärmaktionsplans kann mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen werden.

Ist die zweite Stufe abgeschlossen, muss die Stadt die Lärmkarten und Lärmaktionspläne alle fünf Jahre überprüfen und bei Bedarf aktualisieren.

Lärmaktionsplan Friedrichshafen Straßenverkehr – Stufe 2

Auf Basis des Lärmaktionsplans Friedrichshafen (Stufe 1 im Jahr 2011 und Stufe 2 im Jahr 2016) gelten auf mehreren Straßenabschnitten nächtliche Tempolimits von 30 Stundenkilometern:

  • B 31 in Fischbach
  • Albrechtstraße
  • Maybachstraße
  • nördl.Werastraße bis  südl. Hochstraße
  • Eugenstraße/Werastraße bis Eugen-/Olgastraße
  • Ailinger Straße ab Bahnbrücke bis Höhe Wendelgardstraße


Gleichzeitig wurde de verkehrsberuhigte Geschäftsbereich in der Charlottenstraße mit Tempo 30 ganztags bis zur östlichen Eugenstraße (bis Einmündung Olgastraße) ausgedehnt. Zusätzlich bestehen ganztägige Tempolimits von 30 Stundenkilometern:

  • B 31 Friedrichstraße/Werastraße bis B 30 Eckenerstraße Parkhaus Altstadt
  • Keplerstraße/Riedleparkstraße bis Ailingerstraße

Einbau von lärmtechnisch verbesserten Fahrbahnbelägen

Seit 2015 werden entsprechend den Handlungsempfehlungen für den Einsatz von lärmmindernden Asphaltdeckschichten im Innerortsbereich (Verkehrsministerium BW) viele innerstädtische Straßenabschnitte mit einem lärmtechnisch verbesserten Belag versehen. Bei diesen Belägen tritt eine Lärmminderung um 2 dB(A) gegenüber der Regelbauweise ein.

2015

Äußere Ailinger Straße Sanierung Innenring Kreisverkehrsplatz (KVP) Rheinstraße

2015

Ailinger Straße Sanierung KVP Mühlöschstraße und Belagssanierung bis Rotachbrücke

2015

Sanierung Beläge (KVP) Ailingen

2016

Sanierung Bushaltestelle und Gehweg Bodenseestraße (südlich KVP)

2016

Sanierung Bushaltestelle u. Gehweg Bodenseestraße (Bunkhofener Straße)

2016

Äußere Ailinger Straße Belagssanierung (von Bodelschwinghstraße bis Wiechernstraße) mit Querungshilfe zur Geschwindigkeitsreduzierung

2016

Ailinger Straße Belagssanierung und Gehwegneubau von Meistershofener- bis Hadwigstraße

2017

Hauptstraße Belagssanierung (von KVP bis Kirchweg)

2017

Ehlersstraße grundhafte Sanierung von Ailinger Straße bis Polizeirevier Friedrichshafen

2018  

Keplerstraße von 2017 auf 2018 verschoben

Lärmminderungsmaßnahmen

Im Rahmen der Aktionsplanung sind alle Möglichkeiten zu prüfen, die dazu beitragen, den vorhandenen Lärm zu reduzieren und bislang ruhige Gebiete zu schützen. Ziel ist es, deb Lärm bereits an der Quelle mit technischen Änderungen zu minimieren.

Geschwindigkeitsreduzierungen
Geschwindigkeitsreduzierungen auf Überlandstrecken oder auf Stadtstraßen führen zur Lärmreduzierung. Im Stadtgebiet können das zum Beispiel Tempo-30-Strecken sein. Um niedrigere Geschwindigkeiten durchzusetzen, ist eine verstärkte Verkehrsüberwachung sinnvoll, die allerdings nur stichprobenhaft durchgeführt werden können.

Maßnahmen an Fahrbahnbelägen
Auch Lärmoptimierter Asphalt reduziert die Lärmbelastung. Offenporige Asphalte, die eine Lärmminderung von etwa fünf Dezibel ermöglichen, kommen jedoch nur in Ausnahmefällen außerorts zum Einsatz. Innerorts, so die bisherige Erfahrungen, ist eine Lärmminderung von durchschnittlich drei Dezibel bei Geschwindigkeiten ab 30 bis 50 Stundenkilometer möglich.

Aktive Schallschutzmaßnahmen
Lärm lässt sich auf dem Ausbreitungsweg durch Lärmschutzwände und -wälle oder Trog- beziehungsweise Tunnellagen reduzieren.

Straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen
Verkehrsrechtliche Maßnahmen sind zum Beispiel Fahrverbote für Durchgangsverkehr oder Geschwindigkeitsreduzierungen.

Verhaltensänderungen
Um Lärmprobleme langfristig zu reduzieren, ist es wichtig, das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung zu verändern. Vor allem die Wahl des Verkehrsmittels, eine umsichtige Fahrweise, lärmmindernde Bereifung und insgesamt weniger Verkehr verringern die Lärmbelastung.

Verkehrsentwicklungsplan

Der Verkehrsentwicklungsplan Friedrichshafen zeigt Leitideen, Handlungskonzepte und Maßnahmen für die städtische Verkehrsplanung auf und damit auch weitere Lärmminderungen der Stadt Friedrichshafen.

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Service

www.lap.friedrichshafen.de

Kontakt

Herr Schock
stellv. Abteilungsleiter
Abteilung Umwelt und Naturschutz
Tel.: +49 7541 203-2192
Fax: +49 7541 203-82192
E-Mail: j.schock(at)friedrichshafen.de

Alle Sitzungsunterlagen zum Lärmaktionsplan:

Sitzungsunterlagen 2016/V 00167: Lärmaktionsplan Friedrichshafen gemäß EU-URL Stufe 2 - Beschluss

Sitzungsunterlagen 2015/V 00304
: Lärmaktionsplan Friedrichshafen gemäß EU-URL Stufe 2 -Entwurf

Sitzungsunterlagen 2013/V 00044: Lärmaktionsplan Friedrichshafen gemäß EU-Umgebungslärmrichtlinie für den Bereich Straßenverkehr Stufe 1