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Kinderhaus im Riedlepark

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Kinderhaus im Riedlepark Neubau

Maßnahmenbeschreibung

Das Kinderhaus im Riedlepark wird als reine Ganztageseinrichtung mit ursprünglich 7 Gruppen (35 Plätze für Unter-3 [U3]-Jährige und 70 Plätze für Über-3 [Ü3]-Jährige) unter der Trägerschaft der katholischen Gesamtkirchengemeinde geführt. Das Gebäude ist über die Zeppelin-Stiftung im Eigentum der Stadt FN. Es wurde im Jahre 1973 mit drei Flügeln gebaut, wovon jeder Flügel eine unterschiedliche Betreuungsform bot (Kleinkinder, Kinder im Alter von 3 bis 6 sowie Schulkinder sind jeweils in getrennten Flügeln untergebracht).

In den Untersuchungen der Verwaltung zur Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen in FN wurde dargestellt, dass die Räumlichkeiten im Kinderhaus im Riedlepark aufgrund der Veränderungen im Betreuungs- und Bildungsbereich, welche sich über die Jahre hinweg seit 1973 ergeben haben, nicht mehr so genutzt werden können, wie sie ursprünglich gedacht waren. Auch ist der Bedarf für weitere Betreuungsplätze im Ganztags-Bereich nicht ausreichend gedeckt. Es wurde auf nachfolgende Probleme/Defizite des Gebäudes hingewiesen:

  • Flure der Einrichtung sind sehr breit und können nur schlecht genutzt werden;
  • unbefriedigende Esssituation - Kinder essen im jeweiligen Flur des Gebäudeflügels;
  • Schlafräume und Funktionsräume haben eine ungünstige Anordnung.

Das pädagogische Konzept wurde vom Kinderhaus und dem Amt für Bildung, Familie und Sport der Stadt Friedrichshafen weiterentwickelt und in 2011 neu aufgestellt. Die Einrichtung analysierte hierzu auch die sozialen Strukturen der betreuten Kinder bzw. derer Familien sowie die Bedürfnisse der Kinder für ein gutes und harmonisches Aufwachsen in einer Ganztagsbetreuung.

Das Amt für Bildung, Familie und Sport erarbeitete basierend auf dem pädagogischen Konzept ein Raumprogramm, welches wiederum mit dem Team des Kindergartens abgestimmt wurde.Das Stadtbauamt der Stadt Friedrichshafen setzt die Baumaßnahme um.

Zur grundlegenden Erfassung des notwendigen Sanierungsbedarfs und -umfangs wurde eine bauliche Bestanderfassung erstellt. Ziel war die Bewertung der einzelnen Bauteile, um daraus die notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu definieren. Unter Abwägung des hohen Sanierungsaufwandes und der daraus resultierenden hohen Sanierungskosten hat der Gemeinderat am 26.11.2012 beschlossen, dass das Bestandsgebäude komplett abgerissen wird und ein Ersatzneubau an optimierter Stelle auf dem gleichen Grundstück realisiert werden soll.

Der Entwurf für den Neubau wurde durch ein VOF-Vergabeverfahren mit Planung, als nichtoffener Planungswettbewerb während des Verhandlungsverfahren nach § 3 VOF i.V.m. §§ 15,16 VOF ermittelt. Der Wettbewerb wurde als Ideen- und Realisierungswettbewerb mit 20 teilnehmenden Architekten oder Arbeitsgemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten ausgelobt und als einphasiges Verfahren durchgeführt. Zum Abschluss der ersten Stufe dieses VOF-Verfahrens beschloss das Preisgericht einstimmig den 1. Preis an die Architekten Lanz und Schwager BDA aus Konstanz zu vergeben.

Das neue Kinderhaus ist über zwei Ebenen organisiert. Die Haupterschließung erfolgt südseitig von der Margaretenstraße. Eine breite, tribünenartige Treppenanlage verbindet den Eingangsbereich und das Forum im Erdgeschoss mit den Gruppenräumen im Obergeschoss. Das Obergeschoss kann ebenso durch den vorgesehenen Aufzug barrierefrei erreicht werden. Das Obergeschoss ist konsequent und ausschließlich den Aufenthaltsräumen für die Kinder gewidmet. Auf der Nordseite wird das Obergeschoss direkt mit einer Rampe mit dem Landschaftsraum des Riedlepark verbunden. Über diese Rampe gelangen die Kinder ebenerdig zu Ihren Außenspielflächen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Lehrbiotop am Riedlewald. Es bietet erweiterte Möglichkeiten des „Erkundenden Lernens“ und Forschens für Kinder.

Durch das neue Betreuungskonzept und der effizienten Ausnutzung der Räumlichkeiten können insgesamt 100 Ganztagesplätze für 3-6 Jährige und 30 Ganztagesplätze für U3-Jährige angeboten werden.

Die städtebauliche Einbindung des Neubaus wurde besonders berücksichtigt. Der siegreiche Entwurf bietet die Chance den nördlichen Abschluss der Margaretenstraße städtebaulich aufzuwerten und analog der Entwicklung in der östlichen Margaretenstraße mit den Stadtwohnungen den Straßenraum zu fassen und die bauliche Entwicklung auf diesen Bereich zu reduzieren. Dadurch werden auch neue Potenziale für die Außenanlagen in Richtung Riedlepark erschlossen. Es wurde die Möglichkeit einer Erweiterung der Wohnbebauung entlang der Margaretenstraße geschaffen. Das entsprechende Grundstück wurde verkauft u. die zugehörige Planung befindet sich im fortgeschrittenen Stadium.

Energetische Zielsetzung:

Der Rat der Stadt Friedrichshafen hat bereits 2011 ein Energie- und Klimaschutzkonzept beschlossen, welches zum Ziel hat, bis zum Jahr 2020 35% des Strombedarfs im Stadtgebiet regenerativ zu erzeugen und mindestens 16% des Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien abzudecken.

Das im Neubau vorgesehene energetische Konzept basiert auf das innovative Energiekonzept „Effizienzhaus Plus“. Es stellt durch seine PV-Anlage genau so viel Energie her, wie es im Jahr selbst für Heizung und Strom verbraucht. Überschüsse im Sommer werden entweder ins Netz eingespeist oder für Elektromobilität zur Verfügung gestellt.

Aus ökologischer und ökonomischer Sicht, hat sich die Luft-Wasser Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage als sinnvollste Lösung gezeigt. Hierzu wird ein Außengerät gewählt, welches auf dem Flachdach aufgebaut wird und somit in der Außenanlage weder optisch noch schalltechnisch als störend empfunden werden kann. Auch für die einfachere Erschließung zur Heizzentrale ist die Aufstellung auf dem Flachdach als Ideallösung anzusehen.

Unter Berücksichtigung der Verschattung und der auf dem Flachdach vorgesehenen Aufbauten und Sicherheitseinrichtungen wurde die maximal mögliche Fläche für die Montage der PV-Anlage ermittelt. Unter Abwägung einer geringen Modulneigung wird somit die technisch und wirtschaftlich mögliche Anlagengröße von 45 kWp erstellt. Damit erzeugt die PV-Anlage in der Jahresbilanz rd. 20% mehr Strom als zum Heizen benötigt wird. Zusätzlich wird durch die Anlagengröße die ins Netz eingespeiste Strommenge auf ein Minimum reduziert.

Aufgrund der sehr guten Bauteilwerte und des Haustechnikkonzepts liegt der Heizwärmebedarf mit 25,5 kWh/m² x a nur knapp über dem Wert von 15 kWh/m² x a, der für ein Passivhaus gefordert wird. Unter Anrechnung der 45 kW Peak PV-Anlage und eines Blower-Door-Tests ergibt sich ein Jahres-Primärenergiebedarf von 74,6 kWh/m² x a (Anforderungswert: max. 147,8 kWh/m² x a). Die gesetzlichen Mindestanforderungen bezogen auf die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) werden damit um 49,5% unterschritten. Durch das sehr gut abgestimmte Gebäudeenergiekonzept entsteht damit ein Kindergarten, dass einem Passivhaus-Standard sehr nahe kommt. Durch den hohen Stromeigenerzeugungsanteil und die Nutzung von Umweltwärme durch die Wärmepumpe liegen die jährlichen CO₂-Emissionen bei rd. 24 Tonnen und damit rd. 60% unter dem Wert bei konventioneller Beheizung.

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