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Schulmuseum - Dauerausstellung

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Ein Rundgang durch die Dauerausstellung –

Von der Klosterschule zur Werkrealschule

Der Beginn der europäisch-abendländischen Schulen liegt in der Antike. Erst die Griechen und später die Römer führten Schulen ein. Diese überlebten jedoch den Zusammenbruch des römischen Imperiums nicht.

Nördlich der Alpen begann die Entwicklung von Schulen mit der Ausbreitung der christlichen Kirche ab dem 7. Jahrhundert. In den Klosterschulen wurde der geistliche Nachwuchs unterrichtet. Die sieben freien Künste, Latein, Psalmen und die Kirchenrechnung waren Unterrichtsinhalte.

Später waren diese Schulen auch für Laien aus vermögenden Familien zugänglich. Neben den Klosterschulen wurden früh auch Dom-, Stifts- und Pfarrschulen gegründet.

Mit den wachsenden Städten des Spätmittelalters wurde der Bedarf an Schulen größer. Als neuer Typus kamen städtische Schulen hinzu, die den Magistraten der Städte unterstanden. Die Unterrichtsinhalte ähnelten denen der Klosterschulen, es wurde ebenfalls in lateinischer Sprache unterrichtet.

 

Bedingt durch die Reformation konnten viele von der Kirche getragene Schulstellen nicht mehr besetzt werden, es fehlten oft die Lehrer.

Die deutsche Sprache gewann immer mehr an Gewicht. Sie löste das Lateinische als Schul- und Gelehrtensprache ab. Neben die bisherigen Schulen traten Winkelschulen, in denen sich freie Schreib- und Rechenmeister ihren Lebensunterhalt verdienten. Dort wurden Fertigkeiten gelehrt, die Kaufleute und Handwerker für ihre Belange brauchten, also Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen und das eben in deutscher Sprache, die immer mehr im Geschäftsleben und im Schriftverkehr genutzt wurde.

Neben den städtischen und kirchlichen Lateinschulen verbreiteten sich ab dem 16. Jahrhundert die deutschsprachigen Schulen bis in die ländlichen Gebiete aus. In den Dorfschulen lernten teils bis zu 100 Schüler unterschiedlichen Alters gemeinsam Lesen, Schreiben und vor allem Religion. Denn die Schulaufsicht lag in den einfachen Schulen immer noch bei den Kirchen.

Die aufkommenden Territorialstaaten griffen immer mehr in die Schulen ein. Sie erließen die Schulpflicht, ordneten das Schulwesen und legten den Grundstein zu einer Lehrerausbildung.

Die alten Lateinschulen und die Dorfschulen reichten im 19. Jahrhundert nicht mehr den Ansprüchen der neuen bürgerlichen Schicht. Sie schob die Entwicklung neuer Schulformen für ihre Kinder an. Weiterführende Schulen wie Gymnasien und Realschulen wurden gegründet, neue Schulgebäude wurden gebaut und die Lehrerausbildung wurde systematisiert.


Nicht nur Männer wurden in den Lehrdienst aufgenommen, auch Lehrerinnen fanden im Laufe des 19. Jahrhunderts Zugang zu den Seminaren. Sie kämpften jedoch lange gegen Vorurteile, die ihnen eine Lehrbefähigung absprachen.

Im Deutschen Kaiserreich leiteten sich dann wichtige Erziehungsziele direkt vom Kasernenhof ab: Disziplin, Ordnung, unbedingter Gehorsam, Treue zum Staat und dem Kaiser, Vaterlandsliebe.

Erst in der Weimarer Republik kamen im Unterricht neue Ansätze aus der Reformpädagogik zum Zug, auf demokratischer Grundlage wurde das Schulwesen reformiert.

Allerdings wurden diese Neuerungen demokratischer Art unter der nationalsozialistischen Diktatur ab 1933 bald abgeschafft. Rassenideologie, Führerprinzip und die Vorbereitung auf das Militär bestimmten die neu eingeführte „Deutsche Schule“, die die bisherigen kirchlich getragenen Schulen ablösen und somit den Einfluss der Kirchen auf die Kinder und Jugendlichen mindern sollte.

Zerstörte Schulgebäude, fehlendes Unterrichtsmaterial und Lehrermangel bestimmten den Schulalltag nach 1945. Im Vordergrund stand die Erziehung zur Demokratie. Die Einführung der christlichen Gemeinschaftsschulen markierte das Ende der bisherigen Abhängigkeit der Schule von der Kirche. Kinder aller Konfessionen wurden nun gemeinsam unterrichtet und die Geschlechtertrennung in den Klassen wurde aufgehoben. Viele kleine ländliche Schulen wurden im Zuge von Reformen der 1960er und 1970er Jahre aufgelöst. Neue Schulformen, wie die Werkrealschule und die Verkürzung der Schuljahre in Gymnasien, stellen aktuelle Neuerungen dar.

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Service

Kontakt:

Dr. Friederike Lutz, Museumsleitung
Schulmuseum

Friedrichstraße 14
88045 Friedrichshafen
Tel. Kasse: +49 7541 32622
Tel. Verwaltung: +49 7541 3746990
Fax: +49 7541 370335
E-Mail: info(at)schulmuseum-fn.de
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täglich 10 bis 17 Uhr

1. November bis 31. März:
dienstags bis sonntags 14 bis 17 Uhr,
montags geschlossen

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24. und 25. Dezember (Heiligabend und erster Weihnachtstag).
31. Dezember (Silvester)
23. Februar 2017 (Weiberfastnacht)
17. Juli 2017 (Seehasen-Montag)


Führungen nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Das Museum ist nicht barrierefrei.