Donnerstag, 13. Februar 2020

Kunst-Freitag am 6. März 2020

Seit vielen Jahren ist der Kunst-Freitag ein Höhepunkt im Terminkalender: Hochkarätige Kunst an acht Standorten – für alle und kostenfrei. 2020 findet der Kunst-Freitag am 6. März statt, mit den bewährten Partnern und einer verbesserten Bustaktung. In diesem Jahr gibt es nicht nur eine neue Optik für die Plakate, es pendeln auch zwei Kunst-Bus-Shuttles viertelstündlich zwischen den acht Veranstaltungsorten – einer mehr als bisher. Die Eröffnung im Kiesel im Medienhaus am See K42 mit Begrüßung von Bürgermeister Andreas Köster, Ansprache und Audio-Installation beginnt um 18 Uhr, von 19 bis 0 Uhr sind dann die einzelnen Veranstaltungsorte geöffnet. Bereits ab 22 Uhr geht es mit dem Warm-up zur After-Show-Party in der Zeppelin Universität los.
Clara Vetter am Klavier
©Vetter

Eröffnung
Die Auftaktveranstaltung „Stimmen der Fotografie“ bringt die Stimmen renommierter regionaler und überregionaler Fotografinnen und Fotografen in einer Audio-Installation miteinander ins Gespräch. Sie gewähren Einblick in ihre fotografische Leidenschaft, die Herausforderungen und ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen. Die Vielfalt der Fotografie durch verschiedene persönliche Perspektiven zu erleben, ist das Anliegen von Desiree Oster, Jana Faßbender und Noah Vinzens, die alle drei an der Zeppelin Universität studieren.

Kulturbüro im Kiesel K42
Das Kulturbüro zeigt im Kiesel K42 den Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“. Der brasilianisch-französische Fotograf Sebastião Salgado ist einer der berühmtesten Fotografen der Welt, mit seinen Fotoreportagen auf allen Kontinenten zu Themen wie Armut, Krieg und Vertreibung, die er in Ausstellungen weltweit zeigt. Seine fotografische Dokumentation „Genesis“ widmet sich den unberührten, paradiesischen Orten der Erde. Filmemacher Wim Wenders und Salgados Sohn Juliano Ribeiro, der seinen Vater oft bei seinen Reisen begleitete, setzen dem Leben und der Arbeit des Fotografen mit diesem Künstlerporträt ein dokumentarisches Denkmal. 2019 wurde Sebastião Salgado mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Der Film dauert 109 Minuten und beginnt jeweils um 19 und um 21 Uhr.

Artothek Medienhaus am See K42
Die Artothek präsentiert ihre Neuzugänge für den Ausleihbetrieb in einer kleinen Ausstellung. Fotografien aus der Region mit unterschiedlichsten Motiven und Techniken sind nach dem Ausstellungsabend entleihbar. Werke von Martin Maier, Bette Bayer, Gerhard Braun, Ilja Mess, Christa Schweizer und Franzis von Stechow werden zur Sammlung der Artothek hinzugefügt. Führungen finden um 19.30, 20.30 und 21.30 Uhr statt. Geöffnet ist die Artothek von 19 bis 22 Uhr.

Kunstverein Friedrichshafen
Beim Kunstverein Friedrichshafen ist die Ausstellung „Andrew Gilbert: The rise and fall of emperor Andrew’s coffee plantation“ zu sehen. Andrew Gilbert widmet sich in seinen Zeichnungen und Installationen immer wieder der Kolonialgeschichte. Als Andrew the Emperor taucht er auch regelmäßig selbst in seinen Bildwelten auf, in denen er zum Beispiel historische Begebenheiten und Persönlichkeiten auf die kapitalistische Konsumwelt oder aktuelle politische Ereignisse treffen lässt und so der heutigen Weltordnung nachspürt. Kurzführungen finden jeweils um 19, 20 und 21 Uhr statt.

ZF Kunststiftung im ZF-Turmatelier im Zeppelin Museum
Im offenen Atelier zeigt Ignacio Acosta, Artist in residence der ZF Kunststiftung, neben verschiedenen fotografischen Arbeiten das Video „Hito de Mesura“, das erst kürzlich veröffentlicht wurde. Ignacio Acosta wurde in Chile geboren und ist in London als Künstler und Forscher tätig. Der 39. Stipendiat der ZF Kunststiftung nutzt Fotografie und Video, um geopolitische Machtinteressen rund um den Abbau von Bodenschätzen zu erforschen. Seine miteinander verwobenen Kunstprojekte umfassen umfangreiche Feldforschung, investigative Analyse sowie visuelle Dokumentation.

Zeppelin Museum
Im Zeppelin Museum sind zwei Ausstellungen zu sehen:
In „Wege in die Abstraktion. Marta Hoepffner und Willi Baumeister“ wird das Schaffen zweier Künstler gezeigt. Marta Hoepffner ist eine zentrale Vertreterin der experimentellen Fotografie. Mit über 50 Werken widmet ihr das Zeppelin Museum eine Ausstellung. Hoepffners Arbeiten treten mit Gemälden von Willi Baumeister, einem der bedeutendsten Vertreter der abstrakten Malerei, in Dialog. Denn obwohl beide auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet sie der Weg in die Abstraktion. Im Rahmen der Ausstellung wird im Medienraum „Willi Baumeister“ (1954) von Ottomar Domnick zu sehen sein. Kurzführungen finden um 20.30 und 22.30 Uhr statt.

Die zweite Ausstellung „Vernetzung der Welt. Pionierfahrten und Luftverkehr über den Atlantik“ zeigt anlässlich der ersten Überquerung des Nordatlantiks durch ein britisches Luftschiff 1919, wie technische Innovationen den Verkehr, das Reisen und die Verbindung zwischen den Kontinenten nachhaltig veränderten. In einem multiperspektivischen Panorama mit Originalexponaten, interaktiven Modellen und Passagierberichten erzählt die Ausstellung von einer Epoche, deren Dynamik und tiefgreifende Veränderungen unsere Gesellschaft noch heute prägen. Kurzführungen finden um 19.30 und um 21.30 Uhr statt.

Jazz Port im Zeppelin Museum
Der Jazz Port ist in diesem Jahr mit dem Clara Vetter Trio feat. Max Treutner am Saxophon beim Kunst-Freitag vertreten. Clara Vetter ist 23 Jahre alt, hat den Bachelor an der Musikhochschule Stuttgart abgeschlossen und in Stuttgart den „Steinway & Sons Förderpreis“ verliehen bekommen. Gemeinsam mit Jakob Obleser am Bass und Schlagzeuger Lucas Klein widmet sich das Clara Vetter Trio dem musikalischen Forschen. Austausch, gemeinsames Weiterkommen und Freundschaft fügen sich live zu einer expressiven, interaktiven Performance zusammen. An diesem Abend wird der Saxophonist Max Treutner Special Guest im Clara Vetter Trio sein. Die Konzerte im Zeppelin Museum sind um 21 und 22 Uhr.

Galerie Bernd Lutze
Die Galerie Bernd Lutze zeigt Werke von Burkhart Beyerle unter dem Titel „Burkhart Beyerle: Auf Abruf im Neunzigsten“. Beyerle wurde 1930 geboren, studierte Architektur in Aachen und begann bereits 1951 während seiner Lehre als Möbelschreiner mit ersten Holz- und später Linolschnitten. Seit 1964 arbeitete er im Universitätsbauamt in Konstanz und war dort im Bereich der Kunst am Bau der Uni tätig. Parallel dazu entstand ein reiches künstlerisches Werk, aus dem die Ausstellung Beton- und Flaschenobjekte, überarbeitete Pläne und Landkarten, Papierarbeiten und Hochdrucke – immer wieder überdruckt und verändert – zeigt. Führungen gibt es während des Abends nach Bedarf.

Kulturhaus Caserne
Im Kulturhaus Caserne zeigen zwei Künstlerinnen aus der Region ihre Arbeiten bei einer Ausstellung mit dem Titel „Frau. Mensch! Mama? Malerei, Text, Fotografie“. Die Künstlerinnen Vivian Clausen und Lena Reiner haben zufällig entdeckt, dass sie sich derzeit mit sehr ähnlichen Themen befassen. So entstand die Idee, gemeinsam ihre Arbeiten zu zeigen: eine intuitive Annäherung ans Frausein in Malerei, Bodyprint, Text und Fotografie. Wie definiert sich frau? Wie wird frau definiert? Entscheidet ihre Gebärfähigkeit übers Frausein? Wie genau kann man Geschlechter überhaupt voneinander trennen? Die Themen Mutterschaft, nicht-Mutter-sein-wollen (Sterilisation) finden genauso Raum wie unterschiedliche Körperbilder und das Thema Geschlecht an sich. Die Eröffnung mit den Künstlerinnen Lena Reiner und Vivian Clausen findet um 20.30 Uhr statt.

Zeppelin Universität
Auch in der Zeppelin Universität gibt es gleich zweimal Kunst: einmal zum Anschauen und einmal zum Anschauen, Anhören und Abfeiern bei der After-Show-Party mit Mobilegirl.
In der Ausstellung „Der verstehende Blick – Fotografien von Pierre Bourdieu“ sind die Fotografien „Images d’Algérie, 1957–1961“ des französischen Soziologen Pierre Bourdieu zu sehen, die zur Zeit des algerischen Befreiungskrieges entstanden sind. Der Fundus aus 1.125 Aufnahmen zeigt die Widersprüche und Brüche in dieser Gesellschaft. Ein von der „Kooperative für Darstellungspolitik“ konzipiertes Archiv bietet erstmals Zugang zu dem bedeutenden Gesamtwerk. Ergebnisse einer künstlerischen Forschungsreise zu Bourdieus Heimatort mit Andrew McNiven ergänzen das Projekt. Eine Einführung mit von Professor Dr. Franz Schultheis (Stiftung Bourdieu, Kreuzlingen) und Christine Frisinghelli (Camera Austria, Graz) findet um 21.15 Uhr statt.

mobilegirl ist DJ und Produzentin, die in München geboren und mittlerweile in Berlin zuhause ist. Sie ist für ihre Vielfältigkeit inner- und außerhalb der Musik bekannt und zieht Inspiration aus diversen kreativen Feldern wie Design und Videospielen. Als DJ stehen für sie vielfältige tanzbare Rhythmen im Vordergrund, in denen sie eine Bandbreite von Stilen und Genres vermischt. Ihre Mixe werden aufgrund der außergewöhnlichen Auswahl und Übergänge oft als „Collagen“ bezeichnet. Ab 22 Uhr startet das Warm-up mit Dezibel.

Unterwegs mit Kunst-BUS-Shuttles und Ruftaxi RiA
Die Kunst-Bus-Shuttles, gesponsert von Stadtverkehr Friedrichshafen und Stadtwerk am See, fahren ab 19.15 Uhr vom Hafenbahnhof Platz 7 viertelstündlich die verschiedenen Veranstaltungsorte an. Der letzte Bus fährt um 23 Uhr vom Hafenbahnhof Platz 7 zur Zeppelin Universität.

Der Fahrplan:
Hafenbahnhof Platz 7: ab 19.15 Uhr 15-minütig bis 23 Uhr
St. Elisabeth/Zeppelinstraße: ab 19.23 Uhr 15-minütig bis 23.08 Uhr
Fallenbrunnen Süd: ab 19.30 Uhr 15-minütig bis 23. 15 Uhr
St. Elisabeth/Zeppelinstraße: ab 19.37 Uhr 15-minütig bis 23.22 Uhr
Hafenbahnhof Platz 7: an 19.45 Uhr 15-minütig bis 23.30 Uhr
Ergänzend fährt das RiA-Ruftaxi bis 3.25 Uhr in alle Häfler Stadtteile, Teilorte und direkt bis vor die Haustür. Die Fahrt kostet je nach Zielort von €4,20 bis 5,20 Euro pro Person. Weitere Informationen zum Ruftaxi: www.stadtverkehr-fn.de/ria.

Aktuelle Informationen zum Kunst-Freitag gibt es online unter www.kunst-freitag.friedrichshafen.de.