Montag, 02. Dezember 2019

Claude Dornier ist vor 50 Jahren gestorben

Am 5. Dezember 2019 jährt sich der Todestag von Claude Dornier, der am 14. Mai 1884 in Kempten im Allgäu geboren ist, zum 50. Mal. Die Stadt Friedrichshafen gedenkt diesem großen Pionier der Luftfahrt und legt zu Ehren ihres Ehrenbürgers eine Gedenkschale nieder.
Portrait Mann
Claude Dornier (Stadtarchiv, Sammlung Hättig)

Im Herbst 1910 trat Claude Dornier in die Versuchsanstalt der Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Friedrichshafen ein. Schnell machte er Karriere und setzte 1912 ein erstes Ausrufezeichen, in dem er den Preis des Preußischen Luftfahrtministeriums, der auf eine drehbare Luftschiffhalle ausgesetzt war, erhielt.

Seine weiteren Stationen waren der Umzug mit der Abteilung „Do“ in die Baracke nach Seemoos, um die Konstruktion von Flugzeugen voranzutreiben, die Übernahme der Firmenleitung der eigenständigen Gesellschaft „Zeppelinwerk Lindau“, der Bau seiner legendären „Wal“-Flugboote in den 20er Jahren, der Repräsentationsflug der Do-X über den Atlantik mit der umjubelten Ankunft in New York im Jahr 1931, die Herauslösung des Flugzeugbaus aus dem Zeppelinkonzern mit der Gründung der Dornier-Werke Friedrichshafen, die Konstruktion der „Do 17“, des „Fliegenden Bleistifts“ und nach dem Krieg die Konstruktion von Kurzstart- und Senkrechtstartflugzeugen, wie der aufsehenerregenden DO-31E.

Claude Dornier erwies sich als geschickter Navigator. So haben ihn die Bestimmungen des Versailler Vertrags bewogen, die Konstruktion von Flugbooten in die Schweiz oder nach Italien zu verlegen. Das Verbot des Flugzeugbaus in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg regte ihn wiederum an, auf anderen Gebieten, etwa der Webtechnologie oder der Medizintechnik tätig zu sein. Dornier siedelte damals nach Zug in die Schweiz um.

Bis heute empfinden die Menschen in Friedrichshafen eine große Loyalität zu Claude Dornier. Dies hat mit seiner Art zu tun, mit er mit den Menschen umging. Deutlich wurde dies beim Rekordflug vom 21. Oktober 1929. Mit 169 Passagieren an Bord hob die Do X, das größte und schwerste Flugboot der damaligen Zeit, ab und flog 40 Minuten lang das Bodenseeufer ab. An Bord waren Werksangehörige bis hin zum Lehrling. Dies machte deutlich, wie groß das Vertrauen war, das die Mitarbeiter in Claude Dornier und die von ihm entwickelten Flugzeuge hatte. Es zeigte aber auch, wie wichtig es ihm war, diejenigen, die für ihn arbeiteten, an den Erfolgen teilhaben zu lassen.

Während der NS-Diktatur war Dornier als Wehrwirtschaftsführer in die Kriegsvorbereitungen eingebunden und seine Unternehmen beschäftigten Zwangsarbeiter in Friedrichshafen. Für die Dornier-Industrie wurden in München und Überlingen KZ-Häftlinge eingesetzt.

Bis in die heutige Zeit ist die 1934 bis 1942 erbaute Dornier-Siedlung ein sichtbares Zeichen seines Wirkens.  Was immer noch charakteristisch ist für Friedrichshafen hat auch mit den Unternehmerpersönlichkeiten wie dem Grafen Zeppelin und Claude Dornier zu tun. Als Dornier begann, eigenständig zur Ganzmetalltechnologie und am Prinzip „schwerer als Luft“ zu forschen, wurde er darin von Zeppelin unterstützt. Claude Dornier waren innovative, pfiffige, Ideen wichtig.  Auch 50 Jahre nach seinem Tod ist der Pioniergeist von Claude Dornier in vielerlei Hinsicht sichtbar, bedeutend und gibt Impulse. In Friedrichshafen ist die Erinnerung an Claude Dornier als einem großen Pionier der Luftfahrt bis heute wach.