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1977 - Umbau des Karl-Olga-Hauses zum Alten- und Altenpflegeheim

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1977 - Das Karl-Olga-Haus wird zum Alten- und Altenpflegeheim umgebaut

Nachdem das Karl-Olga-Haus nunmehr keine Krankenhauseinrichtungen mehr beherbergte, wurden im Folgenden mehrere Planungsänderungen erforderlich. Auf Wunsch des Landes Baden-Württemberg wurde dann im Juni 1977 noch das Kuratorium Deutsche Altershilfe Köln zur Beratung der Umbaupläne hinzugezogen. Die Verbesserungsvorschläge wurden berücksichtigt.

Im Oktober 1977 erfolgte die Ausräumung des Hauses von restlichem medizinischen Gerät, die Entrümpelung, die Altmöbelbeseitigung, die Herausnahme verwendungsfähiger Installationsstücke, die Demontage des für die Weiterbenutzung vom TÜV nicht mehr zugelassenen Speisenaufzuges und der großen Zentral-Sterilisationsmaschine. Von April bis August 1978 liefen die Abbruch-, Beton- und Maurerarbeiten.

Der Gemeinderat äußerte aufgrund einer Besichtigung des Hauses im Mai 1978 gezielt Anregungen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge, worauf die Planung nochmals korrigiert wurde.

Die noch im März 1977 veranschlagten Baukosten von rd. 4 Mio. DM reichten bei weitem nicht mehr. Während der Bauarbeiten wurden zahlreiche Schäden sichtbar, die in der Planung nicht vorhersehbar waren, die aber trotzdem behoben werden mussten. Am 28.09.1978 informierte das Hochbauamt den Gemeinderat über die voraussichtlichen Kosten, die mit rd. 6 Mio. DM beziffert wurden.

Was musste nun konkret im Karl-Olga-Haus an Bauarbeiten durchgeführt werden? Vom Keller bis zum Dach gab es kein Geschoss, das nicht vom Umbau betroffen war. Im Hauptbau mussten die meisten Fußböden herausgerissen werden, da die Beläge vermodert und verfault waren. Fast in jedem Raum offenbarte sich ein anderer Unterbau - vom Holzestrich bis zur Schlacke und vom wurmstichigen Gebälk bis zu zerbröseltem Beton. Es wurden viele verborgene Schäden aufgedeckt. Teilweise mussten daher auch gewichtige Doppel-T-Träger als Unterzüge eingebaut werden. Die riesigen alten Fenster schlossen längst nicht mehr dicht und konnten von alten Menschen kaum noch geöffnet und geschlossen werden, weil sie viel zu schwer waren. Ein Großteil der sanitären Rohre und Abwasserleitungen war völlig verrostet und im Querschnitt verengt. Die meisten Türen mussten erneuert werden; viele Türöffnungen musste man zumauern und an anderer Stelle neu aus der Wand brechen.

Da im Altenheimbereich und im Altenpflegeheimbereich eine völlige Neugestaltung der Zimmer notwendig war, ging es nicht ohne das Versetzen von Wänden ab. Hier mussten überdies abgehängte Decken eingebaut werden. Im Erdgeschoss des Hauptbaues entstanden Räume der Verwaltung, Auskunft, Schreibzimmer und Pforte sowie Speiseräume für Altenheimbewohner und Personal und außerdem die Küche. Im ehemaligen Labor wurde die Beschäftigungstherapie untergebracht.

Im 1. Obergeschoss war das Altenpflegeheim vorgesehen. Die Zahl der Pflegeplätze wurde inzwischen von 35 auf 42 erhöht. Neben verschiedenen Funktionsräumen im rückwärtigen Teil des 1. Obergeschosses entstand im ehemaligen Operationssaal ein Gemeinschaftssaal, der auch heute noch für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Das Altenheim wurde im 2. Obergeschoss und teilweise im Dachgeschoss untergebracht. In beiden Geschossen wurde eine recht schwache Bausubstanz aus der Wiederaufbauphase nach dem Krieg angetroffen. Zahlreiche Fenster, Türen und Wände wurden entfernt und neu eingezogen. Auch im Altenheimbereich mussten einige Funktionsräume geschaffen werden.


Übernahme der Betriebsträgerschaft durch die Katholische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen

Im November 1978 bewarb sich die Katholische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen um die Betriebsträgerschaft für das Alten- und Altenpflegeheim. Der Gemeinderat stimmte dieser Trägerschaft in seiner Sitzung vom 02.04.1979 zu. Die Katholische Gesamtkirchengemeinde hatte damit "Pionierarbeit" zu leisten, da sie ein neues Heim von Grund auf organisieren musste.


Das neue Alten- und Altenpflegeheim wird eingeweiht

Am 24.05.1980 war es dann endlich soweit. Das neue Heim konnte seiner Bestimmung übergeben werden. 8,9 Mio. DM Baukosten waren letztendlich angefallen, mit den 37 Altenheimplätze und 42 Pflegeheimplätze geschaffen werden konnten.

Trotz aller Unwägbarkeiten, die ein so altes Haus zwangsläufig mit sich bringt, war am Schluss doch ein funktionsfähiges und schönes neues Heim entstanden.

Mit dem Bezug des neuen Heimes konnten auch die Bewohner des bisherigen städtischen Altenheimes an der Keplerstraße in das Karl-Olga-Haus ziehen. Keiner der Bewohner des Altenheimes an der Keplerstraße hat sich durch den Umzug verschlechtert.

Die Eingewöhnung dürfte diesem Personenkreis dann auch nicht schwer gefallen sein, zumal im neuen Gebäude wesentlich mehr Platz vorhanden war. Im Übrigen stößt das Karl-Olga-Haus mit seiner Westseite zwar an die viel befahrene Ailinger Straße an, aber verglichen mit der Keplerstraße ist es hier doch wesentlich ruhiger. In diesem Zusammenhang darf auch der vorhandene schöne Park auf der Südseite des Hauses erwähnt werden, in welchen 90 % der Heimbewohner hinausschauen.


Erweiterung um 11 Pflege- und 2 Altenheimplätze

Es scheint das Schicksal des Hauses zu sein, dass an ihm laufend umgebaut und saniert wird. Wer geglaubt hatte, dass mit dem Bezug des neuen Heimes nun auch Ruhe in dieses Haus einkehrt, sah sich bald getäuscht.

Am 06.06.1983 beschloss der Gemeinderat die Schaffung von 11 weiteren Pflegebetten und 2 weiteren Altenheimbetten. Dadurch -so ist in der Begründung des Hochbauamtes zu lesen- konnte das Verhältnis von allgemeinen Dienstflächen zu den Wohnplätzen wirtschaftlich verbessert werden. 850.000,-- DM waren für die dafür erforderlichen baulichen Veränderungen vorgesehen. Gerechnet wurde mit einer Bauzeit von 14 Monaten. Diese relativ lang erscheinende Bauzeit war damit zu begründen, dass unter dem laufenden Heimbetrieb umgebaut werden musste. Letztendlich wurde die Baumaßnahme mit rd. 550.000,-- DM abgerechnet.

Umbau des Ostflügels zur beschützenden Abteilung ("Arche")Der Gemeinderat beschäftigte sich am 30.06.1983 mit weiteren Baumaßnahmen im Karl-Olga-Haus. Die zunächst für die Unterbringung einer vertrauensärztlichen Dienststelle vorgesehene Raumreserve im Ostflügel des 1. Obergeschosses wurde nun vordringlich für die Einrichtung einer beschützenden Abteilung für desorientierte Personen benötigt, weshalb sich der Gemeinderat zum Umbau entschloss. Insgesamt sollte diese Abteilung 12 Betten umfassen. 1988 konnte die beschützende Abteilung in Betrieb gehen. Die Schlussabrechnung für diese Maßnahme belief sich auf rd. 1,65 Mio. DM.Nutzung der NebengebäudeDie frühere "Isolierstation" wird seit 1986 unter dem Namen "Spektrum" als Vereinshaus genutzt. Die Schwesternwohnungen an der Ailinger Straße sind auch heute noch Wohnungen und zwar zum Teil für Personal des Karl-Olga-Hauses und zum Teil für ältere Menschen.

 

 

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