Montag, 09. Dezember 2019

Gutes tun: Marineflieger helfen

Mit einem Scheck von jeweils 1.300 Euro wurden Familie Muszynski und der Verein Amalie, der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser und der Stiftung Liebenau, vom Marienfliegergeschwader MFG3 „Graf Zeppelin“ überrascht. Anlässlich des Empfangs im Rathaus wurden die Schecks übergeben.
Menschen und ein Kind im Rollstuhl vor Tannenbaum.
Tun viel Gutes: Marineflieger übergaben Spenden an Familie Muszynski und an Sybille Wölfle vom Verein Amalie. Von links: Oberstabsbootsmann Cord Rettig, Oberleutnant zur See Carsten Ewald, Maike Alhelm (Koordinatorin der Stände am Seehasenfest), Nina Heine (Stadt Friedrichshafen), Kapitänleutnant und Patenschaftsbeauftragter Frank Schröder, Miryam Gülz (Bodenseeschule), Kommodore Jörg Mattheé, Bürgermeister Andreas Köster, Sybille Wölfle (Verein Amalie), Stabsbootsmann Ingo Kliewe, Bettina Beck (Bodenseeschule), Familie Muszynski. Vorne: Der 8-jährige Marcel.

Bürgermeister Andreas Köster bedankte sich bei den Verantwortlichen des Marinefliegergeschwaders: „Herzlichen Dank im Namen der Stadt, der Familie und dem Verein Amalie. Es sind Spenden, die gebraucht werden. Ihr Engagement auf dem Seehasenfest und die Unterstützung Häfler Vereine oder Familien sind eine besondere Art der Verbundenheit zwischen Nordholz und Friedrichshafen“.

Das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ aus Nordholz hatte beim Seehasenfest wieder traditionell Speisen und Getränke von der Nordseeküste angeboten. Den Erlös aus dem Verkauf übergeben sie jedes Jahr kurz vor Weihnachten an gemeinnützige Vereine oder hilfsbedürftige Menschen.

„Es ist uns wichtig, an die Menschen zu denken, die unsere Hilfe brauchen. Deshalb freuen wir uns, wenn der Erlös Häfler Bürgerinnen und Bürger zugutekommt“, sagte Kommodore Jörg Mattheé.

In diesem Jahr überraschten die Marineflieger die Familie Muszynski mit einer Spende von 1.300 Euro. Der achtjährige Sohn Marcel leidet seit seiner Geburt an einer seltenen Muskelkrankheit. Seine Muskelfunktion liegt nur bei 40 Prozent. Deshalb sitzt er im Rollstuhl. Der Achtjährige geht jetzt in die dritte Klasse an der Bodenseeschule und nimmt dort am normalen Schulalltag teil. Um den Alltag in der Regelschule bewerkstelligen zu können, benötigt er dringend ein Tablet zum Schreiben. „Dieses Tablet und sogar noch weiteres Zubehör können wir von der großzügigen Spende kaufen. Dies erleichtert Marcel den Schulalltag, vor allem bei Diktaten und beim Schreiben von Geschichten ganz enorm“, so seine Mutter.

Über weitere 1.300 Euro freute sich Sybille Wölfle vom der Verein Amalie, dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser und der Stiftung Liebenau. Der Verein begleitet Familien, deren Kind lebensverkürzend erkrankt ist. Sie unterstützen auch Kinder, die ein Elternteil verloren haben. Die Familien werden von qualifizierten ehrenamtlichen Patinnen und Paten begleitet. Der Sitz des Vereins ist derzeit noch im Gemeindepsychiatrischen Zentrum (GPZ) in Friedrichshafen. Ein Umzug in neue Räume ist vorgesehen. „Mit einem Teil des Geldes werden für unsere neuen Räumlichkeiten in der Margaretenstraße einen Kaffeevollautomaten, mit dem auch warme Milch und Tee zubereitet werden können, beschaffen. Dann können wir den Eltern und Kinder auch warme Getränke anbieten. Außerdem werden wir für die Kinder Spielsachen anschaffen“, so Sybille Wölfle vom Verein Amalie. 

Sie dankte den Marinefliegern herzlich für die Unterstützung. Derzeit begleiten 70 geschulte Ehrenamtliche 27 Familien im Bodenseekreis und im Kreis Ravensburg, deren Kinder lebensverkürzend erkrankt sind. Ein besonderes Angebot sind die Kindertrauergruppen für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. „Es gibt eine große Nachfrage von Familien, in denen ein Geschwisterkind oder ein nächster Angehöriger verstorben ist“, berichtete Sybille Wölfle.