Förderrichtlinien Klimaschutz durch Energiesparen (mit Förderung Einbruchschutz)

Warum Energie sparen?

Die Welt deckt ihren Energiebedarf zu 90 Prozent aus fossilen Quellen. Die Darstellung zeigt die weltweite Ölförderung und deren Rückgang in den nächsten Jahrzehnten. Die Nachfrage nach Öl wird jedoch, wie der Weltenergieausblick WEO 2006 der Internationalen Energie Agentur verdeutlicht, weit über das verfügbare Angebot steigen. Dabei gilt die allgemeine Regel: 5 Prozent Verknappung eines Rohstoffs führen zu einer Verdoppelung des Preises.

Die vom Menschen maßgeblich mitverursachte globale Klimaveränderung als Folge der Verbrennung von Erdöl, Gas und Kohle führt auch bei uns am Bodensee zu höheren Temperaturen, unsteten Niederschlägen und stärkeren Unwettern mit erheblichen Auswirkungen auf Mensch und Natur, Land- und Forstwirtschaft. Daher müssen wir den Kohlendioxid-Ausstoß, der in erster Linie für den Treibhauseffekt verantwortlich ist, auf Dauer drastisch einschränken. Mit dem Förderprogramm der Stadt Friedrichshafen wollen wir

  • Beiträge zu Energieeffizienz und Klimaschutz leisten,
  • innovative Energietechnik einschließlich der Elektromobilität fördern und eine nachhaltige Energieversorgung für uns und unsere Kinder sichern,
  • die Wohn- und Lebensqualität in Friedrichshafen erhöhen,
  • heimische Arbeitsplätze sichern.

Der Heizverbrauchskennwert Ihres Hauses ist schnell ermittelt:


1. Schritt – Die Umrechnung: 1 Liter Öl = 1m3 Erdgas = 10 kWh
Sie heizen mit Heizöl und verbrauchen: ___ Liter/Jahr x 10 = ___ kWh/a
Sie heizen mit Erdgas und verbrauchen: ___ m³/Jahr x 10 = ___ kWh/a

2. Schritt – Wenn Sie mit der Heizung auch Warmwasser erzeugen
1.000 kWh x ___ Anzahl Personen = ___ kWh/a

3. Schritt – Triff t der 2. Schritt zu, ziehen Sie das Ergebnis Schritt 2 von Schritt 1 ab
Zwischensumme = ___ kWh/a

4. Schritt – Ihr Heizverbrauchskennwert
Teilen Sie das Ergebnis von Schritt 1 oder die Zwischensumme von Schritt 3 durch die Wohnfläche in Quadratmetern (m²):

Zwischensumme = ___ kWh/a/___ m²

Ergebnis: ___ = Heizverbrauchskennwert in kWh pro m² und Jahr

Dieser Kennwert bietet allerdings nur eine erste Schätzung. Dabei wurde zum Beispiel nicht berücksichtigt, dass es milde und kalte Winter gibt. Einen genaueren Energieverbrauchskennwert kann Ihnen ein Energieberater ermitteln. Dennoch gibt Ihnen der ermittelte Wert einen ersten Anhaltspunkt.

Der Heizverbrauchskennwert Ihres Hauses und die Folgerungen (Angaben in kWh/m² und Jahr):

15 – 20: Passivhaus
15 – 25: KfW-Effizienzhaus 40/40 plus
20 – 30: KfW-Effizienzhaus 55
40 – 70: Aktuelles Neubauniveau
< 100: Gutes energetisches Niveau
100 – 170: Die meisten Maßnahmen lohnen sich schon
170 – 200: Dringender Handlungsbedarf für Gebäudehülle und Heizung
200 – 300: Sie verheizen Ihre Wärmedämmung. Sofortmaßnahmen erforderlich.

Einbruchschutz

Seit Jahren beschäftigen Wohnungseinbrüche Kommunen und Polizeibehörden. Gemeldete Vorfälle schlagen sich mit einem gewichtigen Anteil in den Kriminalstatistiken nieder. Die Stadt Friedrichshafen bietet deshalb ihren Bürgerinnen und Bürgern einen Anreiz das eigene Zuhause noch sicherer zu machen. Die Beratung erfolgt durch die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Friedrichshafen. Einbruchsichere Fenster und Außentüren sollen zu mehr Schutz und Sicherheit beitragen.

Förderumfang und Antragstellung

Was fördert die Stadt Friedrichshafen?

Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel fördert die Stadt Friedrichshafen die aufgeführten Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Verwendung erneuerbarer Energie einschließlich einer vorausgehenden Energieberatung sowie die Elektromobilität. Neu im Programm ist die Förderung des Einbruchschutzes. Eine Förderung gesetzlich vorgeschriebener Maßnahmen wird ausgeschlossen.

Die Förderung gilt in erster Linie für Wohngebäude: Voraussetzung ist daher, dass die Gebäude in der Regel überwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden. Dies ist für die Förderung von Wärmedämmmaßnahmen zwingend. Der Einsatz erneuerbarer Energie, wie Holz- oder Solarenergie und effiziente innovative Energietechnik, wie Lüftung mit Wärmerückgewinnung oder Kraftwärmekoppelung, werden auch für nicht zu Wohnzwecken genutzte Gebäude oder Grundstücke gefördert.

Wohngebäude – Bestand vor 2002: Maßnahmen der Wärmedämmung (Dach, Außenwand, Kellerdecke) und solarthermische Anlagen werden nur für Gebäude gefördert, die vor 2002 genehmigt wurden (Altbestand; maßgeblich ist das Jahr der Baugenehmigung). Wird durch diese Dämmmaßnahmen der KfW-Effizienzhaus-Standard 70, 55 oder 40 erreicht, gewährt die Stadt einen zusätzlichen Bonus.

Wohngebäude – Bestand und Neubau: Alle anderen Maßnahmen werden auch für jüngere Gebäude und Neubauten gefördert. Die Förderung der Eigenstrom-Nutzung mit Speicherung wird nur bei Wohngebäuden gefördert, die vor 2016 genehmigt wurden. Auch thermische Solaranlagen für Warmwasser und/oder Heizungsunterstützung werden für Wohngebäude gefördert, die vor 2016 errichtet worden sind.

Passivhäuser und KfW-Effizienzhäuser 40 und 40 plus werden pauschal gefördert. Die Pauschale beinhaltet die Förderung aller für diese Haustypen erforderlichen Maßnahmen inkl. der Energieberatung und und der Eigenstrom-Nutzung mit Speicherung.

Elektromobilität: Die Förderung der Elektromobilität gilt für in Friedrichshafen ansässige Privatpersonen, Kleinunternehmer, Vereine und gemeinnützige Organisationen. Diese Förderung ist zusätzlich zur Maximalförderung möglich.

Einbruchschutz: Nur Gebäude, die überwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden, sind förderfähig. Gefördert werden Außentüren und Fenster bzw. Balkon- und Terrassentüren, die von einem festen Untergrund von außen direkt und ohne Leiter erreichbar sind. Dies gilt auch für Fenster bzw. Balkontüren im 1. OG, die über Balkone erreichbar sind.

Die Förderung umfasst die Nachrüstung vorhandener Außentüren bzw. Fenster in Wohngebäuden ohne energetische Mindeststandards und der Austausch/Einbau von Fenstern bzw. Außentüren in bestehenden sowie neu errichteten Wohngebäuden mit energetischen Mindeststandards dieses Förderprogramms (U-Wert für das gesamte Fenster von 0,9 W/(m²*K) und U-Wert für die gesamte Außentüre 1,0 W/(m²*K)). Förderfähig nach dieser Richtlinie ist auch die Sicherung von Fenstern durch geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Gitter bzw. Gitter, die nach der VdS-Sicherungsrichtlinie 691 gefertigt und montiert werden.

Eine Energieberatung ist nur erforderlich, wenn der Antragsteller über den Einbruchschutz hinaus energetische Maßnahmen plant. In Kombination mit Energiemaßnahmen wird der Zuschuss zum Einbruchschutz zusätzlich gewährt.

Voraussetzung für eine Förderung des Einbruchschutzes, einerlei ob ohne oder mit Energiesparmaßnahmen, ist der Nachweis einer Beratung durch die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Friedrichshafen und die Umsetzung mindestens einer der empfohlenen Maßnahmen. Außerdem sind die im Beratungsprotokoll aufgeführten technischen Anforderungen an die Ausführung zwingend einzuhalten (siehe Abschnitt 3.2 des Antragformulars).

Wer kann Zuschüsse beantragen?

Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen des privaten Rechts als Eigentümer von Gebäuden und Grundstücken sowie Elektrofahrzeugen, die im Gebiet der Stadt Friedrichshafen registriert sind. Bei Anträgen von Mietern ist die Zustimmung des Eigentümers erforderlich.

Wer die Zusatzförderung B des Baukindergeldes der Stadt Friedrichshafen bezieht oder bezogen hat, kann für das gleiche Objekt keinen Zuschuss aus diesem Programm beantragen.

Das Programm gilt nicht für Gebäude/Wohnungen/Elektrofahrzeuge, die im Besitz der Stadt Friedrichshafen und ihrer Beteiligungs- sowie Stiftungsgesellschaften sind.

Welche Unterlagen müssen eingereicht werden?

Energiemaßnahmen: Dem vollständig ausgefüllten Antragsformular sind Angebote bzw. Kostenvoranschläge des Handwerks oder der Kostenanschlag nach DIN 276 des Architekten bzw. Energieberaters beizufügen. Aus diesen Unterlagen muss eindeutig hervorgehen, dass die in diesen Richtlinien definierten Förderbedingungen erfüllt werden. Entsprechendes gilt für Elektrofahrzeuge.

Bei Beantragung eines KfW-Effizienzhauses 40, 40 plus oder Passivhauses müssen zusätzlich als Nachweis die Energie-Kennwertberechnung nach der gültigen EnEV oder der gültige Passivhausnachweis (PHPP) und zusätzlich (sofern beantragt) die Förderzusage der KfW beigelegt werden.

Thermische Solaranlagen werden nur in Verbindung mit einem Wärmemengenzähler gefördert. Außerdem ist Voraussetzung, dass nach der Inbetriebnahme der Solaranlage ein SolarCheck der Verbraucherzentrale Baden Württemberg durchgeführt wird. Dieser Check kostet 40 Euro und wird ganz bezuschusst. Der SolarCheck dient zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Funktion der Solaranlage, deckt Schwachstellen auf und zeigt, wie sich die Wirkungsweise der Anlage optimieren lässt.

Einbruchschutz: Ohne Nachweis einer fachkundigen und unabhängigen Energieberatung ist eine städtische Förderung nicht möglich. Die Energieberatung muss im Antragsformular bescheinigt werden. Kostenpflichtige Beratungen können bezuschusst werden, wenn mindestens eine der empfohlenen förderfähigen Maßnahmen umgesetzt und die Mindestinvestition erreicht wird.

Ist ausschließlich der Einbruchschutz beabsichtigt, ist eine Energieberatung nicht erforderlich, jedoch eine Beratung durch die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Friedrichshafen nachzuweisen.

Elektromobilität: Bei Elektromobilität ist keine Energieberatung notwendig. Zur Auszahlung der bewilligten Zuschüsse müssen Kopien der Rechnungen und Zahlungsnachweise vorgelegt werden.

Mindestinvestition und höchstmögliche Förderung je Antrag

Energiemaßnahmen: Ihre Investitionen für die förderfähigen Maßnahmen – einschließlich einer kostenpflichtigen Energieberatung – müssen mindestens 5.000 Euro betragen. Sie können max. 4.000 Euro Zuschuss je Antrag zuzüglich bestimmter Boni und ggf. den Zuschuss für die Eigenstrom-Nutzung mit Speicherung sowie den Zuschuss für Elektrofahrzeuge erhalten.

Boni erhalten Sie bei Bestandsgebäuden bis und Bauanträgen vor 2002

  • für den Einbau von nachhaltigen Dämmstoffen bei Dachund Außenwanddämmung zusätzlich zur Maximalförderung von 4.000 Euro,
  • für das Erreichen eines KfW-Effizienzhauses 70, 55 bzw. 40 zusätzlich zu der Maximalförderung von 4.000 Euro.

Einbruchschutz: Der Zuschuss beträgt pro beweglichem Fenster- oder Türflügel unabhängig von der Größe 50 Euro. Die Investition für die förderfähigen Maßnahmen muss mindestens 2.000 Euro betragen. Sie können bis zu 1.000 Euro für eine Wohnung bzw. für ein Ein-/Zweifamilienhaus oder max. 2.000 Euro für ein Mehrfamilienhaus erhalten.

Gleichartige Maßnahmen werden je Gebäude nur einmal bezuschusst, es sei denn, es handelt sich um klar getrennte Gewerke/Anlagen.

Elektromobilität: Der Zuschuss beträgt max. 1.000 Euro. Die Investition für Elektrofahrzeuge muss mindestens 1.000 Euro betragen. Bei Leasingverträgen für Elektroautos besteht keine Mindestinvestitionspflicht. Die Zuschüsse sind eine freiwillige Leistung der Stadt Friedrichshafen, auf die auch bei Vorliegen aller Voraussetzungen kein Rechtsanspruch besteht.

Antragstellung

Die Antragsunterlagen erhalten Sie im Amt für Stadtplanung und Umwelt, Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt der Stadt Friedrichshafen, bei der Energieagentur Bodenseekreis und der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Friedrichshafen sowie im Internet.

Die vollständig ausgefüllten Antragsunterlagen sind bei der Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt der Stadt Friedrichshafen einzureichen.

Wann dürfen Sie mit Ihren Maßnahmen beginnen?

Die vorgesehenen Maßnahmen dürfen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen sein.

Achtung: Mit Auftragserteilung an einen Handwerks- oder Kfz-Betrieb gilt die Maßnahme bereits als begonnen!

Nach Eingang des vollständig ausgefüllten Antrags einschließlich der erforderlichen Unterlagen erhalten Sie die Projektnummer und die Freigabe zum Beginn der Maßnahmen. Daraus resultiert allerdings kein Rechtsanspruch auf eine Bewilligung
und Auszahlung der Förderbeiträge.

Antragsprüfung und Bewilligung der Zuschüsse

  1. Vollständig ausgefüllte Anträge mit den erforderlichen Unterlagen werden in der Reihenfolge des Eingangsdatums bearbeitet.
  2. Die Bewilligung der Zuschüsse erfolgt nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel und unter der Voraussetzung, dass die in den Richtlinien genannten Förderbedingungen erfüllt sind. Die Bewilligung wird dem Antragsteller schriftlich mitgeteilt.
  3. Die bewilligten Beträge sind Höchstbeträge.
  4. Die Erneuerung von Fenstern mit einem U-Wert für das ganze Fenster höher als 0,9 wird nur noch im Rahmen des Schallschutzprogrammes der Stadt Friedrichshafen gefördert. Die Anträge müssen an das Bauordnungsamt, Charlottenstraße 12, Telefon 07541 203-4711 gestellt werden.
  5. Der Antragsteller hat zu prüfen, ob die Förderrichtlinien anderer Institutionen, bei denen er sich auch um Zuschüsse beworben hat, eine Kumulierung erlauben.
  6. Maßnahmen, zu denen der Antragsteller rechtlich verpflichtet ist, werden nicht bezuschusst.

Ausführung der Maßnahmen und Auszahlung der Zuschüsse

  1. Die Ausführung der bewilligten Maßnahmen geschieht in der Regel durch das Fachhandwerk. Die Investitionskosten umfassen Material und Montage sowie alle damit zusammenhängenden Leistungen. Im Falle von Eigenleistungen werden nur die durch Rechnung belegten Sachaufwendungen bezuschusst.
  2. Es sind nur tatsächlich abgerechnete Kosten förderungswürdig. Die Rechnungen einschließlich der Zahlungsnachweise müssen der Stadt Friedrichshafen spätestens 24 Monate nach der Zuschussbewilligung vorgelegt werden. In begründeten Fällen auf rechtzeitigen schriftlichen Antrag 36 Monate.
  3. Die Auszahlung des Förderbetrags erfolgt an den Antragsteller, aufgerundet auf volle Euro-Beträge, entsprechend den durchgeführten Maßnahmen.
  4. Die finanzielle Förderung wird als einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.

Pflichten des Antragstellers

  1. Haus- bzw. Wohnungseigentümer haben ihre Mieter rechtzeitig auf die beabsichtigten Maßnahmen und etwaige Mieterhöhung hinzuweisen.
  2. Sanierungskosten, die durch städtische Zuschüsse abgedeckt werden, dürfen nicht als Grundlage für eine Mieterhöhung herangezogen werden. Die Mieterhöhungsbestimmungen des Modernisierungs- und Energieeinspargesetzes sind zu beachten.
  3. Zuschüsse müssen mit 4 Prozent Zinsen zurückgezahlt werden, wenn die eingegangenen Verpflichtungen verletzt werden oder gegen diese Richtlinien verstoßen wird.
  4. Die Empfänger der Förderung erklären sich damit einverstanden, dass die geförderten Maßnahmen im Rahmen einer Dokumentation veröffentlicht werden.
  5. Beauftragte der Stadt oder der Energieagentur Bodenseekreis dürfen die bezuschussten Gebäude für Prüfungen und Messungen nach vorheriger Anmeldung betreten.

Förderfähige Maßnahmen

Energieberatung

Voraussetzungen für die Förderung von Energie- und Klimaschutzmaßnahmen ist der Nachweis einer fachkundigen Energieberatung:

  • Die Energieagentur Bodenseekreis unterstützt das Programm durch ein umfassendes Beratungsangebot. Das Erstgespräch ist in aller Regel kostenlos.
  • Eine Vor-Ort-Beratung durch einen EnergieFachberater wird bezuschusst.
  • Voraussetzung für eine Bezuschussung ist, dass mindestens eine der empfohlenen förderfähigen Maßnahmen umgesetzt und die Mindestinvestitionen erreicht werden.

Zuschuss für Beratung durch Energiefachberater des Handwerks:  50 Prozent, max. 75 Euro
Zuschuss für Beratung durch unabhängigen Energieberater: 50 Prozent, max. 150 Euro

Wärmedämmung

Technische Anforderung gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV). Maßgebend ist, der U-Wert des gedämmten Bauteils.

  • Dachdämmung (geneigtes Dach, Flachdach, oberste Geschossdecke)
    U-Wert max. 0,14 W/(m²*K)
    Als Nachweis muss zusätzlich zur Rechnung die Unternehmer-Erklärung oder die U-Wert-Berechnung des Energieberaters bzw. Handwerkers eingereicht werden.

    Bestand: Fördersatz 5 Euro/m², Zuschuss max. 1.500 Euro

    Hinweis: Bei der Verwendung natürlicher Dämmmaterialien wird ein Bonus zusätzlich zur Höchstförderung gewährt für natürliche Dämmmaterialien in Flockenform wie Isofloc plus 2,50 Euro/m² – max. 750 Euro und
    natürliche Dämmmaterialien in gebundener Form wie Hanf etc. plus 5 Euro/m² – max. 1.500 Euro.
     
  • Außenwanddämmung
    U-Wert max. 0,20 W/(m²*K)
    Als Nachweis muss zusätzlich zur Rechnung die Unternehmer-Erklärung oder die U-Wert-Berechnung des Energieberaters bzw. Handwerkers eingereicht werden.

    Bestand: Fördersatz 5 Euro/m², Zuschuss max. 2.000 Euro

    Hinweis: Bei der Verwendung natürlicher Dämmmaterialien wird ein Bonus zusätzlich zur Höchstförderung gewährt für natürliche Dämmmaterialien in Flockenform wie Isofloc plus 2,50 Euro/m² – max. 1.000 Euro und natürliche Dämmmaterialien in gebundener Form wie Hanf etc. plus 5 Euro/m² – max. 2.000 Euro.
     
  • Dämmung der Kellerdecke oder Bodenflächen zum Erdreich
    Alle zugänglichen Kellerdeckenflächen.
    U-Wert max. 0,25 W/(m²*K)
    Als Nachweis muss zusätzlich zur Rechnung die Unternehmer-Erklärung oder die U-Wert-Berechnung des Energieberaters bzw. Handwerkers eingereicht werden.

    Bestand: Fördersatz 4 Euro/m², Zuschuss max. 1.000 Euro
     
  • Fenster
    Dreifachverglasung mit einem UW-Wert für das gesamte Fenster von 0,9 W/(m²*K) mit warmer Kante, zwei geschlossenen Dichtungsebenen mit Überschlagdichtung und dampfdichter Montage nach EnEV. Diese Eigenschaften müssen mit Angebot und Rechnung bestätigt werden.

    Bestand und Neubau: Fördersatz 20 Euro/m², Zuschuss max. 1.500 Euro

    Hinweis: Die Fensterförderung ist nur in Verbindung mit einer Lüftungsanlage möglich.
     
  • Außentüren
    U-Wert für die ganze Türe 1,0 W/(m²*K) Bestand und Neubau Fördersatz 60 Euro/m²

    Zuschuss: max. 300 Euro
     
  • Blower-Door-Test zur Qualitätssicherung
    Als Nachweis dient neben der Rechnung das Protokoll der Überprüfung der Dichtigkeit.
    Für Passivhäuser sollte der gemessene Wert des stündlichen Luftwechsels unter 0,6 liegen.

    Bestand und Neubau: 200 Euro

Heizung und Lüftung

  • Zentralheizung mit Holz
    Holzpellets, HolzHackschnitzel, Stückholz, nur wassergeführte Systeme und nur mit Brennwerttechnik, Mindestwirkungsgrad > 89 Prozent, Pufferspeichervolumen mindestens 30 l/kW installierte Leistung, keine Kachelöfen oder Schwedenöfen.

    Bestand und Neubau bei Einsatz von Holzbrennwerttechnik: Zuschuss 1.000 Euro
    Bestand und Neubau bei freiwilliger Ausstattung eines Holzofens mit einem Partikelabscheiders auch bei Kachelöfen oder Schwedenöfen: Zuschuss 500 EUR

    Nachweis erfolgt über Rechnung, gesetzlich vorgeschriebene Partikelabscheider werden nicht gefördert.
     
  • Zentralheizung mit Wärmepumpe unter Verwendung von Ökostrom oder Eigenstrom
    Einbau effizienter Wärmepumpen
    Luft/Wasser – WP (COP > 4,0),
    Sole/Wasser – WP (COP > 4,5)

    Bestand und Neubau mit Ökostromvertrag für die Wärmepumpe oder bestehende PV-Anlage: Zuschuss 1.000 Euro
    Bestand und Neubau mit gleichzeitigem Bau einer PV-Anlage mit einer Mindest-Nutzkapazität von 5 kWh: Zuschuss 1.500 Euro

    Nachweis erfolgt über Rechnung.
     
  • Geregelte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
    Voraussetzung für die Bezuschussung wärmedämmender Fenster

    Dezentral: Mindestwirkungsgrad > 75 Prozent (Herstellernachweis)
    Bestand und Neubau: Zuschuss pro Anlage 150 Euro, max. 750 Euro

    Zentral: Mindestwirkungsgrad > 85 Prozent (Herstellernachweis)
    Bestand und Neubau: Zuschuss 750 Euro

    Hinweis: Bei guter Wärmedämmung und neuen Fenstern unentbehrlich zur Vermeidung von Feuchtigkeitsansammlung und Schimmelbildung.
     
  • Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Blockheizkraftwerk (BHKW) und Mikro-BHKW
    Mind. 28 Prozent elektrische Energieerzeugung.
    Eine Laufzeit über 4.000 Stunden/Jahr ist anzustreben.

    Bestand und Neubau: Zuschuss 1.000 Euro

Solaranlagen

  • Solare Wärmeerzeugung
    Thermische Solaranlagen werden nur mit Wärmemengenzähler gefördert, unabhängig davon, ob die Anlage zur Warmwasserbereitung und/oder Heizungsunterstützung genutzt wird.

    Außerdem ist Voraussetzung für eine Förderung, dass nach der Inbetriebnahme der Solaranlage ein SolarCheck der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg durchgeführt wird.

    Bestand bis und Bauantrag vor 2016: Fördersatz 50 Euro pro m² Kollektorfläche, Zuschuss max. 500 Euro

    SolarCheck der Verbraucherzentrale nach der Inbetriebnahme: Zuschuss 40 Euro

Effizienz- und Passivhäuser

  • KfW-Effizienzhaus 70, 55 und 40
    Wird im Bestand der Standard eines KfW-Effizienzhaus 70, 55 oder 40 erreicht, gibt es einen Bonus zusätzlich zur Förderung der einzelnen Maßnahmen.

    Bestand Effizienzhaus 70: Bonus 1.000 Euro
    Bestand Effizienzhaus 55/40: Bonus 2.000 Euro
     
  • KfW-Effizienzhaus 40/40 plus und Passivhaus
    Nachweis des Standards durch Passivhausnachweis (PHPP) oder Energie-Kennwertberechnung, Blower-Door-Test mit Prüfprotokoll und, wenn vorhanden, KfW-Förderzusage.

    Neubau Effizienzhaus 40, 40 plus und Passivhaus: Zuschuss 4.000 Eruo

    Neubauten unabhängig von der Hausgröße und der Ausführungsart, weitere Zuschüsse aus diesem Förderprogramm sind mit Ausnahme der Elektromobilität und des Einbruchschutzes nicht möglich. Die Förderung wird nicht gewährt für Baugebiete mit einer Verpflichtung zur Errichtung von KfW-40- und Passivhäusern, es sei denn, dies wird mit dem B-Plan entsprechend geregelt.

    Passivhäuser pauschal einschließlich Energieberatung und allen energetischen Maßnahmen sowie Nachweisen.

Eigenstrom-Nutzung mit Speicherung

  • Intelligente Speicherung selbst erzeugten Stroms
    Gefördert werden intelligente Akkuspeicher bei Ergänzung zu vorhandenen oder neuen Stromerzeugungsanlagen auf dem eigenen Grundstück, zum Beispiel Photovoltaik-Anlage. Die Mindestnutzkapazität beträgt 3 kWh.

    Als Nachweis muss nach einem Betriebsjahr (365 Tage) die Abrechnung des eigen produzierten und davon selbst verbrauchten sowie des insgesamt verbrauchten Stroms vorgelegt werden. Es müssen mindestens 50 Prozent des Strombedarfs des Antragstellers aus der eigenen Stromerzeugungsanlage mit Speicherung gedeckt werden.

    Bestand bis und Bauantrag vor 2016: Fördersatz 250 Euro pro kWh Nutzkapazität, Zuschuss max. 2.250 Euro

Elektromobilität

  • Elektroauto, E-Roller und Lastenrad mit Elektrounterstützung
    Bezuschusst werden der Kauf oder Leasing eines Elektroautos sowie der Kauf eines Elektrorollers oder eines Lastenrades mit Elektrounterstützung bei Verwendung von Ökostrom bzw. Eigenstrom. Es werden nur Neufahrzeuge einschließlich Vorführfahrzeuge gefördert, keine Gebrauchtfahrzeuge.

    Als Nachweis ist der Kauf-/Leasingvertrag mit Zahlungsbelegen und ein Stromvertrag mit Ökostrom-Tarif für das Fahrzeug oder eine Bestätigung der Eigenstromversorgung vorzulegen.

    Elektroauto: Zuschuss 1.000 Euro
    Elektroroller: Zuschuss 20 Prozent des Kaufpreises, max. 1.000 Euro
    Lastenrad: Zuschuss 20 Prozent des Kaufpreises, max. 1.000 Euro

    Bei Gewerbetreibenden können bis zu zwei Lastenräder und zwei Elektroroller sowie ein Elektroauto gefördert werden, ausgenommen städtische Beteiligungs- und Stiftungsgesellschaften.

Einbruchschutz

Voraussetzung für eine Förderung des Einbruchschutzes ist der Nachweis einer kriminalpolizeilichen Beratung:

  • Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Friedrichshafen unterstützt das Programm durch ein umfassendes Beratungsangebot. Das Erstgespräch ist in aller Regel kostenlos.
  • Voraussetzung für eine Bezuschussung ist, dass mindestens eine der empfohlenen förderfähigen Maßnahmen umgesetzt und die Mindestinvestitionen erreicht werden. Außerdem sind die im Beratungsprotokoll aufgeführten technischen Anforderungen bei der Ausführung der Maßnahmen einzuhalten.

Bestand und Neubau: Fördersatz pro beweglichem Fenster- und Türflügel bzw. pro Fenstergitter 50 Euro, Zuschuss Wohnung, Einfamilien- und Zweifamilienhaus max. 1.000 Euro, Mehrfamilienhaus max. 2.000 Euro

Hinweis: Bezuschusst wird die Nachrüstung und der Austausch von Fenstern und Außentüren auch ohne die Einhaltung energetischer Mindeststandards.

Beim Austausch oder Neubau von Fenstern oder Außentüren mit energetischen Mindeststandards ist eine Energieberatung erforderlich, wenn diese Maßnahme zusätzlich zum Einbruchschutz gefördert werden soll. Die Fenster werden aber nur in Verbindung mit einer geregelten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gefördert.

Inkrafttreten

Diese Richtlinie tritt zum 01.01.2019 in Kraft und gilt für alle Maßnahmen, die ab diesem Zeitpunkt beantragt werden. Sie ersetzt die bisher gültige Fassung vom Januar 2017.

Ansprechpartner, Beratung und weitere Förderprogramme

Stadtverwaltung Friedrichshafen
Amt für Stadtplanung und Umwelt Abteilung
Landschaftsplanung und Umwelt
Riedleparkstraße 1
88045 Friedrichshafen

Öffnungzeiten:
Mo – Fr 8 – 12 Uhr
Mo – Mi 14 – 16 Uhr
Do 14 – 18 Uhr

www.foerderprogramme.friedrichshafen.de

Beratungsangebote

Energieagentur Bodenseekreis
Lindauer Straße 11
88046 Friedrichshafen
Tel. 07541 2899510
Fax 07541 289951-99

www.energieagentur-bodenseekreis.de

Polizeipräsidium Ravensburg
Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle
Seestraße 1
88045 Friedrichshafen
Tel. 07541 3614251
Fax 07541 3614219

www.polizeiberatung.de

Weitere Förderprogramme

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Frankfurter Straße 29–35
65760 Eschborn/Ts.
Tel. 06196 908-0

www.bafa.de

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Palmengartenstraße 5–9
60325 Frankfurt / M.
Tel. 069 74-310
Fax 069 74312944

www.kfw-foerderbank.de