Förderprogramm „Mehr Natur in Friedrichshafen“

Artenvielfalt in der Stadt – ja, das geht! Städte sind ein Lebensraum, nicht nur für Menschen, sondern auch für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Es gibt sogar Arten, die sich speziell an den menschlichen Lebensraum angepasst haben – unsere sogenannten Kulturfolger, man denke zum Beispiel an den Spatz.

Wegen der hohen Struktur- und Lebensraumvielfalt sind deutsche Städte oft artenreicher als ihr Umland, insbesondere die intensiv genutzte Agrarlandschaft. Öffentliche Parks und Grünanlagen, private Hausgärten und Gründächer, Balkone, Bahn- und Straßentrassen, Fugen in Wänden und Dächern – überall findet die Natur einen Platz.

Ziel und Zweck des Förderprogramms

Eine breit gefächerte Artenvielfalt ist für den Menschen eine der wichtigsten Lebensgrundlagen. Eine gesunde Umwelt liefert nicht nur Nahrung, sauberes Wasser, saubere Luft und Bestäuberdienste: Ein lebenswertes ästhetisches und vielfältiges Umfeld ist auch von unschätzbarem Wert für die menschliche Gesundheit. Und wussten Sie, dass eine Schwalbe über einen Sommer 250.000 Mücken vertilgt?

Das Förderprogramm „Mehr Natur in Friedrichshafen“ unterstützt Grundstückseigentümer und Mieter von privaten und gewerblichen Gebäuden sowie öffentliche Vereine und Institutionen in Friedrichshafen dabei, an und um ihre Gebäude Maßnahmen für die heimische Artenvielfalt umzusetzen.

Handlungstipps zum Förderprogramm „Mehr Natur in Friedrichshafen“ (Datei nicht barrierefrei), wie biologische Vielfalt rund ums Gebäude gefördert werden kann.

Voraussetzungen

Gefördert werden unterschiedliche Maßnahmen:

A. Naturnahe Bepflanzung von Gärten: Die Förderung umfasst die Kosten für heimisches Saatgut für mehrjährige Blühflächen und heimische Pflanzen inklusive Heckensträucher. Es sollen dabei nur Pflanzen und Gehölze aus der Empfehlungsliste verwendet werden.

Eine Kombination mit Förderpunkt D ist wünschenswert.

Die Förderhöchstsumme pro Objekt und Maßnahme beträgt 1000 Euro. Aufwendungen werden zu 90 Prozent gefördert. Zu den Kosten zählen Saatgut und Pflanzmaterial sowie Arbeitsleistungen. Eigenleistungen werden entsprechend der Ehrenamtsentschädigung mit derzeit 15 Euro pro Stunde zu 50 Prozent gefördert. Förderbares Saat- und Pflanzgut kann vom Antragsteller selbst bestellt werden oder, wenn ausreichende Mengen zusammenkommen, von der Stadt als Sammelbestellung beschafft werden.

B. Dachbegrünung und Entsiegelung: Die Förderung umfasst die Anlage von Dachbegrünungen auf Neubauten sowie die Nachrüstung vorhandener Dächer mit arten- und strukturreicher Begrünung. Zusätzlich gefördert werden Flächenentsiegelungen mit der Herstellung versickerungsfähiger Beläge. Förderfähige wasserdurchlässige Beläge sind extensive Wiesen und blumenreiche Schotterrasen. Eine Mindestfläche von 15 Quadratmeter muss begrünt bzw. entsiegelt werden. Gefördert wird die Beratung
durch einen qualifizierten Anbieter, Pflanzen, Material und Arbeitsleistungen zur fachgerechten Ausführung.

Eine Kombination mit Förderpunkt D ist wünschenswert. Förderfähiges Saat- und Pflanzgut kann vom Antragsteller selbst beschafft werden, oder wenn ausreichende Mengen zusammen kommen, von der Stadt als Sammelbestellung beschafft werden.

Die Förderhöchstsumme pro Objekt und Maßnahme beträgt insgesamt 2000 Euro. Aufwendungen werden zu 90 Prozent gefördert. Eigenleistungen werden entsprechend der Ehrenamtsentschädigung mit derzeit 15 Euro pro Stunde zu 50 Prozent gefördert.

C. Fassadenbegrünung: Die Förderung umfasst die Anlage von boden- und wandgebundenen Fassadenbegrünungen. Gefördert wird die Beratung durch einen qualifizierten Anbieter, die Materialkosten für Saat- und Pflanzgut und Handwerkerleistungen zur fachgerechten Ausführung. Es dürfen nur Pflanzen und Gehölze aus der Empfehlungsliste verwendet werden. Das Mindestvolumen für das durchwurzelte Bodensubstrat beträgt vier Kubikmeter. Förderfähiges Saat- und Pflanzgut kann vom Antragsteller selbst beschafft werden, oder wenn ausreichende Mengen zusammen kommen, von der Stadt als Sammelbestellung beschafft werden. Etwaige Konflikte mit dem Denkmalschutz sind vor der Antragstellung auszuschließen.

Eine Kombination mit Förderpunkt D ist wünschenswert. Fassadenbegrünung hat viele Vorteile, beispielsweise Kühlung, Strahlungs- und Witterungsschutz, Wasserrückhalt.

Die Förderhöchstsumme pro Objekt und Maßnahme beträgt 1000 Euro. Aufwendungen werden zu 90 Prozent gefördert. Eigenleistungen werden entsprechend der Ehrenamtsentschädigung mit derzeit 15 Euro pro Stunde zu 50 Prozent gefördert.

D. Anlage von Biotopen für Tiere: Gefördert werden Maßnahmen zur Anlage von Biotopen und Wohnstätten tierischer Stadtbewohner. Die Förderung umfasst die Kosten für Materialien und für die Ausführung.

Die Förderhöchstsumme für Modul D beträgt insgesamt 1.000 Euro. Förderbare Materialien können vom Antragsteller selbst bestellt werden, oder von der Stadt als Sammelbestellung beschafft werden. Bei Eigenbeschaffung müssen als Nachweis Rechnungen eingereicht werden.

  • Modul Vögel: Wir bezuschussen den Kauf von Vogelnisthilfen von Höhlen- und Spaltenbrütern an Gebäuden und an Bäumen zu 100 Prozent bis maximal 200 Euro.

  • Artenvielfalt bei Gebäudesanierung: Wir bezuschussen die Anlage von integrierten Quartieren von Vögeln und Fledermäusen innerhalb von Wandfassaden und Dächern zu 100 Prozent bis maximal 200 Euro. Gebäudesanierungen zum Energiesparen helfen beim Klimaschutz. Oft bieten die Spalten in Gebäuden Lebensräume für Tiere wie Vögel und Fledermäuse. Es ist wichtig, dass solche Quartiere möglichst erhalten und auf jeden Fall ersetzt werden, da sie auch rechtlich geschützt sind. Es ist möglich, Nisthilfen und Lebensräume im Zuge einer Sanierung direkt in das Mauerwerk oder Dach zu integrieren. Solche Installationen bringen energetisch keine Nachteile und sind optisch unauffällig.

  • Modul Fledermäuse: Wir bezuschussen den Kauf von externen Fledermauskästen an Gebäuden und an Bäumen sowie die Anlage von Quartieren in Dachböden zu 100 Prozent bis maximal 200 Euro.

  • Modul Feuchtbiotope für Frösche, Kröten und Libellen: Wir bezuschussen die Anlage eines naturnah gestalteten Kleingewässers den Kauf der dafür benötigten Materialien und Pflanzen sowie die dafür benötigten Arbeitsleistungen. Die Förderhöchstsumme pro Objekt und Maßnahme beträgt insgesamt 500 Euro. Aufwendungen werden zu 90 Prozent gefördert. Eigenleistungen werden entsprechend der Ehrenamtsentschädigung mit derzeit 15 Euro pro Stunde zu 50 Prozent gefördert.

  • Modul Trockenbiotope für Eidechsen, Schmetterlinge und Wildbienen: Wir bezuschussen die Anlage von Biotopen wie Steingärten, Trockenmauern, Lesesteinhaufen und den dafür benötigten Pflanzen, den Kauf eines fachgerecht hergestellten Insektenhotels oder die Materialien zum Bau eines solchen Hotels, sowie dafür benötigte Arbeitsleistungen. Die Förderhöchstsumme pro Objekt und Maßnahme beträgt insgesamt 500 Euro. Aufwendungen werden zu 90 Prozent gefördert. Eigenleistungen werden entsprechend der Ehrenamtsentschädigung mit derzeit 15 Euro pro Stunde zu 50 Prozent gefördert.

    Hinweis: Wildbienen ist es besonders wichtig, dass in der näheren Umgebung ein Nahrungsangebot in Form von Wildblumen zur Verfügung steht.

Ablauf

Die Förderung muss beantragt werden, bevor Sie mit den Maßnahmen beginnen.

Erforderliche Unterlagen

Bitte füllen Sie den jeweiligen Antrag zu Ihrer geplanten Maßnahme aus, bevor Sie mit der Umsetzung beginnen. Im jeweiligen Antrag finden Sie auch weitere Erläuterungen.

Rechtsgrundlage

Formulare & Online-Dienste

Zugehörige Lebenslagen

Kontakt

Frau Naomi Barker
Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt
Mitarbeiterin Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt
Tel. +49 7541 203-4645
Fax +49 7541 203-4699

Informationen & Öffnungszeiten