Altersrente für besonders langjährig Versicherte beantragen (gesetzliche Rentenversicherung)

Sie haben das Rentenalter erreicht und möchten sich Ihre Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die sogenannte "Rente ab 63", ohne Abschläge auszahlen lassen?

Dann müssen Sie einen Antrag stellen.
Die Rentenhöhe in der gesetzlichen Rentenversicherung wird in wechselnden Abständen angepasst. Wann und in welcher Höhe die Renten angepasst werden, bestimmt bundeseinheitlich der Gesetzgeber. Die Rentenanpassung erfolgt ohne Antrag auf Veranlassung des Rentenversicherungsträgers.

Hinweis: Auch nach dem Renteneintritt müssen Sie jede Adress- oder Namensänderung sowie die Änderung des Familienstandes dem Renten Service bekannt geben. Der Renten Service der Deutschen Post AG zahlt die Renten im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung aus.

Voraussetzungen

Sie sind mindestens 63 Jahre alt und waren 45 Jahre rentenversichert.

Zu den 45 Jahren Rentenversicherungszeit gehören:

  • Zeiten mit Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit, Zeiten mit Minijobs ohne eigene Beitragsaufstockung allerdings nur anteilig
  • Zeiten mit Pflichtbeiträge für Kindererziehung, nicht erwerbsmäßige Pflege, Wehr- und Zivildienstpflicht
  • Ersatzzeiten
  • Berücksichtigungszeiten für die Erziehung eines Kindes bis zum 10. Geburtstag oder für nicht erwerbsmäßige Pflege von Januar 1992 bis März 1995
  • Zeiten des Bezugs von Übergangsgeld, Leistungen bei Krankheit (vor allem Kranken- oder Verletztengeld) oder Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung (zum Beispiel Arbeitslosengeld), die gleichzeitig Pflichtbeitrags- oder Anrechnungszeiten sind;
    sollten Sie die Leistungen der Arbeitsförderung in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn bekommen haben, wird diese Zeit nur berücksichtigt, wenn die Leistung durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers bedingt war.
  • Zeiten mit freiwilligen Beiträgen, wenn insgesamt 18 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt wurden;
    das gilt nicht, wenn Sie die freiwilligen Beiträge in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn gezahlt haben und gleichzeitig eine Anrechnungszeit wegen Arbeitslosigkeit vorliegt.
Nicht dazu gehören :

  • Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II
  • Zeiten aus einem Versorgungsausgleich sowie aus einem Rentensplitting unter Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern
  • Anrechnungszeiten ohne Bezug von Entgeltersatzleistungen (zum Beispiel während der Ausbildungssuche oder eines Schul-, Fachschul- oder Hochschulbesuchs)
Für Versicherte, die ab 1953 geboren sind, wird die Altersgrenze von 63 Jahren stufenweise in zwei Monatsschritten angehoben.

Für die Jahrgänge ab 1964 beträgt die Altersgrenze für diese Rentenart 65 Jahre.

Ablauf

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte müssen Sie beantragen.

Sie können Ihren Antrag bei den zuständigen Stellen aufnehmen lassen.
Hinweis: Bei persönlicher Antragstellung erhalten Sie gleichzeitig auch Rat und Hilfe zum Thema Rente.
Oder möchten Sie den Antrag in Papierform selbst ausfüllen? Die Formulare hierzu liegen bei den zuständigen Stellen für Sie bereit. Sie können die Formulare auch von der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg herunterladen.

Den vollständig ausgefüllten Rentenantrag senden Sie direkt an Ihren Rentenversicherungsträger.

Sie können den Antrag auch online stellen.

Nach Bewilligung Ihres Antrags überweist der Renten Service der Deutschen Post AG Ihre Rente am letzten Arbeitstag der Bank eines jeden Monats auf Ihr Konto. Meistens wird ein Eigenanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen.

Sie können Ihre Rente auch auf das Konto einer anderen Person überweisen lassen. Diese Person muss im Rentenantrag der Überweisung zustimmen.

Fristen

Stellen Sie den Antrag spätestens drei Monate vor Erreichen des Rentenalters. Dann erhalten Sie Ihre Rente in der Regel im Anschluss an Ihre Beschäftigung.
Die Rente wird am letzten Arbeitstag der Bank eines jeden Monats ausgezahlt.

Erforderliche Unterlagen

  • ausgefüllter Rentenantrag
  • Personalausweis
  • Nachweise, die im Versicherungsverlauf nicht erfasst sind, beispielsweise:
  • Nachweise über Arbeitslosigkeit
  • Nachweise über Ausbildungszeiten
  • Nachweise über Krankheitszeiteno Aufrechnungsbescheinigungen
  • Geburtsurkunden der Kinder / Eheurkunde

Kosten

keine

Sonstiges

Die Umrechnung der auf Ihrem Rentenkonto angesammelten Punkte in eine bestimmte Summe erfolgt nach einem festgelegten Verfahren. Der Monatsbetrag der Rente wird errechnet aus den im Laufe Ihres Erwerbslebens gezahlten Beiträgen und gegebenenfalls weiteren relevanten Versicherungszeiten (z. B. Kindererziehungszeiten). Die errechnete Summe wird Ihnen monatlich überwiesen.

Rechtsgrundlage

Freigabe

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg hat dessen ausführliche Fassung am 17.11.2017 freigegeben.

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