European Energy Award

Friedrichshafen ist mit dem europaweiten Preis für kommunales Qualitätsmanagement und Engagement im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz ausgezeichnet.

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Im Klimaschutz engagierte Kommunen haben die Möglichkeit, ihr Engagement im Rahmen europaweiter Initiativen und Zertifizierungsverfahren unter Beweis zu stellen.

Friedrichshafen ist seit 2006 Mitglied imEuropean Energy Award (eea) und hat im Frühjahr 2021 zum dritten Mal die Auszeichnung in Gold erhalten. Der eea ist das internationale Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsinstrument für kommunalen Klimaschutz, das bereits seit mehr als 15 Jahren zahlreiche Kommunen in Deutschland und Europa auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz unterstützt.

In Vorbereitung auf die erste Zertifizierung 2008 wurden alle energierelevanten Bereiche in ein einheitliches System eingebunden. Auf diese Weise sollten energetische Schwachstellen und Verbesserungspotenziale einfacher entdeckt werden. Verschiedene Handlungsfelder definieren dabei den Erfolg.

Die Fortschritte der Stadt Friedrichshafen in den einzelnen Handlungsfeldern variieren: Während die Ergebnisse in einigen Handlungsfeldern über dem geforderten Wert liegen, gibt es bei anderen noch Verbesserungspotenzial.

Wo Friedrichshafen aktuell im Ranking der Städte in Baden-Württemberg steht, finden Sie unter www.kea-bw.de.

Die Handlungsfelder des eea

Alle Maßnahmen, die in der kommunalen Entwicklungsplanung ergriffen werden können:

  • Festsetzung eines energie- und klimapolitischen Leitbildes
  • Vorgaben bei der Bauleitplanung
  • Verkehrsentwicklungsplan
  • Städtebauliche Wettbewerbe
  • Verbindliche Instrumente für Grundstücks(ver)kauf und Bauförderung
  • Energieberatung von Bauinteressierten

Direkte Einspareffekte durch die Reduzierung von Betriebskosten kommunaler Liegenschaften:

  • Bestandsaufnahme, Sanierungsplanung und deren Umsetzung
  • Energiecontrolling und -management
  • Hausmeisterschulungen
  • Spezielle Maßnahmen im Bereich Straßenbeleuchtung

Optimierung der Versorgungs- und Entsorgungsleistungen durch Kooperation mit den kommunalen Energie-, Abfall- und Wasserbetrieben sowie überregionalen Energieversorgern:

  • Optimierung von Energielieferverträgen
  • Verwendung von Ökostrom
  • Optimierte Tarifstruktur
  • Nah- und Fernwärmeversorgung
  • Nutzung erneuerbarer Energien
  • Nutzung von Abwärme, zum Beispiel aus Abfall
  • Regenwasserbewirtschaftung

Angebote und Rahmenbedingungen für die Bürger zur Nutzung energiesparender und schadstoffarmer/-freier Verkehrsträger:

  • Infoveranstaltungen und -kampagnen
  • Verbesserung der Fuß- und Radwegenetze und des ÖPNV-Angebotes
  • Schnittstellenoptimierung zwischen den Verkehrsträgern
  • Parkraumbewirtschaftung
  • Elektromobilität

Organisation und Abläufe der Kommune sollen dafür sorgen, dass alle Akteure gemeinsam das energie- und klimapolitische Leitbild verantworten und voranbringen:

  • Bereitstellung personeller Ressourcen
  • Umsetzung eines Aktionsprogramms
  • Weiterbildungsmaßnahmen
  • Beschaffungswesen
  • Entwicklung und Anwendung innovativer Finanzierungsinstrumente zur Umsetzung von Maßnahmen

Zusammenfassung aller Aktivitäten, die auf das Verbrauchsverhalten Dritter abzielen wie Industrie und private Haushalte:

  • Information, zum Beispiel durch Pressearbeit, Broschüren und Veranstaltungen
  • Etablierung von Energietischen
  • Energieprojekte in Schulen
  • Einrichtung von Informations- und Beratungsstellen
  • Durchführung von Wettbewerben
  • Kommunale Förderprogramme
  • Interkommunaler Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit, regional und international

Meilensteine & Leuchtturmprojekte

In den letzten 20 Jahren wurden in enger Kooperation zwischen Stadt, Stadtwerk am See, Energieagentur Bodenseekreis, lokalen Interessensgruppen und der Wirtschaft zahlreiche Energie- und Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt:

  • Neben dem städtischen Förderprogramm „Klimaschutz durch Energiesparen“ für private Investitionen mit einem Jahresetat von 120.000 Euro, stellt die Stadt zum Beispiel auch Dachflächen für Bürgersolardächer in den Stadtteilen Ailingen und Kluftern zur Verfügung. Inzwischen betreibt sie sieben eigene Photovoltaikanlagen und ein Blockheizkraftwerk.
  • Im Stadtteil Wiggenhausen werden nach einem von der Stadt ausgerichteten Wettbewerb alle Gebäude entweder als KfW 40- oder als Passivhaus errichtet.
  • Die Stadtverwaltung initiiert gemeinsam mit Vertretern aus Industrie und Gewerbe Energietische zum bereichsübergreifenden Austausch und unterstützt industrielle Energieprojekte. Es wurde beispielsweise eine Nahwärmepotenzialstudie zur Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und industrieller Abwärme durchgeführt und den Unternehmen präsentiert.
  • Verbindungen zu Partnerstädten und effektive Städte-Kooperationen sowie die Teilnahme an Fachtagungen und Kongressen schaffen einen regen Austausch auf nationaler und internationaler Ebene.

European Energy Award-Ranking

Dass  Friedrichshafen beim Umsetzen kommunaler Klimaschutzmaßnahmen eine Vorreiterrolle einnimmt, zeigt auch das bundesweite European Energy Award-Ranking, das regelmäßig in einem aktuellen Benchmark zusammengefasst wird.

Zum aktuellen Vergleich

Indikatorenbericht

Cover des Indikatorenberichtes
Zum Öffnen bitte anklicken (PDF nicht barrierefrei)

Der Indikatorenbericht ist eine Erfolgsbilanz der Städte Bad Waldsee, Biberach, Ulm, Ravensburg und Friedrichshafen zu kommunaler Energieversorgung und Klimaschutz.

2017 wurden erstmals ausgewählte Kennzahlen vergleichend aufbereitet, bislang deutschlandweit einzigartig. Die daraus abgeleitete Bilanz enthält bewährte Maßnahmen, praktikable Ideen und innovative Vorschläge, wie die fünf Städte auf ihrem Weg zur Energiewende und zum Klimaschutz vorankommen. Sie zeigt auf, wo die einzelnen Städte ihre Stärken und ihren Aufholbedarf haben und damit voneinander lernen können.

Für den Indikatorenvergleich wurde mit den Kennzahlen gearbeitet, die im Rahmen des eea-Prozesses regelmäßig erhoben werden.

CoME EASY – Friedrichshafen als Vorreiter

Come Easy Logo

Das Projekt CoME EASY unterstützt Kommunen in ihrem energie- und klimapolitischen Engagement, indem es die Synergien des eea mit anderen europaweiten Initiativen stärkt.

Die Botschafterkommunen des Projekts haben die entwickelten Werkzeuge bereits in einer Pilotphase getestet. Nun wenden rund 40 weitere Städte und Gemeinden in ganz Europa, darunter auch die deutschen Vorreiter-Kommunen Friedrichshafen und Münster, die Instrumente an.

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