Freitag, 18. September 2020

Was Gewässeranlieger für ihr Gewässser tun können

Tipps und Informationen für Gewässeranlieger

Das neu aufgelegte Faltblatt der WBW Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung gibt Gewässeranliegern Ratschläge für einen nachhaltigeren Umgang mit Gewässern am eigenen Grundstück sowie Informationen zum Hochwasserschutz.

Wer ein Grundstück am Gewässer besitzt, kann sich glücklich schätzen: Gewässeranlieger haben ein Stück Natur und Erholung vor der eigenen Haustür. Damit geht aber auch eine gewisse Verantwortung einher. Falsches Verhalten kann zu negativen Eingriffen in das Ökosystem des Gewässers und zu Hochwasserschäden führen. Ablagerungen von Holz, Schnittgut und anderen Gegenständen können Abflusshindernisse bilden und damit das Hochwasserrisiko erhöhen. Außerdem stellt die Wasserentnahme mit Pumpen oder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger einen erheblichen Eingriff in das Fließgewässer dar. Mit ihrem Verhalten können Gewässeranlieger zu mehr Natur für die Bäche und Flüsse und zu mehr Hochwasserschutz beitragen.

Das gilt für Gewässerrandstreifen:

  • Gemeinden, Städte oder sogar das Land sind Eigentümer der Bäche und Flüsse und sind somit verpflichtet naturnahe Gewässer zu erhalten oder zu erschaffen.
  • Die Lagerung vom Kompost, Holz, Bauschutt sowie der Bau von Anlagen sind nur mit einem ausreichenden Abstand zu einem Gewässer zulässig, doch diese können das Hochwasserrisiko erhöhen. Der Abstand muss innerorts mindestens fünf Meter und außerorts mindestens zehn Meter betragen.
  • Außerdem ist es verboten Pflanzenschutzmittel und Dünger in einem Abstand von fünf Meter zu lagern und zu verwenden, da diese Stoffe die Gewässer schädigen.
  • Die Wasserentnahme aus Gewässern ist nur mit Handschöpfgeräten – zum Beispiel einer Gießkanne oder einem Eimer – erlaubt. Die Entnahme von Wasser mit einer Pumpe bedarf einer rechtlichen Zulassung, da dies vor allem im Sommer ein massiver Eingriff in das Ökosystem bedeutet.
  • Da ein naturnahes Ufer das Grundstück schützt, bedarf es keiner Befestigung der Ufer mit Mauern, diese sind unzulässig.

Das Faltblatt wurde mit Unterstützung der Kleingartenverbände in Baden-Württemberg entwickelt und deren Inhalt basiert auf den gesetzlichen Vorgaben des Bundes und des Landes Baden-Württemberg (WHG/WG). Weitere detaillierte Informationen zu den Rechten und Pflichten am Gewässer liefert das Faltblatt „Tipps und Informationen für Gewässeranlieger“.