Montag, 08. Juli 2019

Umfrageergebnis zum Klimawandel steht fest

Vom 31. Januar bis 28. Februar hatten die Bürgerinnen und Bürger in Friedrichshafen die Möglichkeit, sich an einer Onlinebefragung zu den Auswirkungen des Klimawandels zu beteiligen. Den Startschuss für die Onlinebefragung gab ein Workshop am 31. Januar, an dem sich 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligten und gemeinsam verschiedene Lösungsansätze diskutierten. An der Onlinebefragung machten insgesamt 301 Personen mit. In die Antworten spielten die Wetterextreme des heißen Sommers 2018 eine besondere Rolle.

Bei der Einstiegsfrage nach den Auswirkungen des Klimawandels im Alltag antworteten 78 Prozent mit „mehr Hitzetage“, 72 Prozent  mit „höhere Temperaturen“, 68 Prozent mit „mehr Trockenheit und Wassermangel“, 58 Prozent mit „häufigere Starkregen“ und 54 Prozent mit „höhere nächtliche Temperaturen“. Auf die Frage „Welche Auswirkungen haben die klimatischen Veränderungen im Stadtgebiet“ schlägt sich der heiße Sommer 2018 in den Antworten nieder. Hier wurden am häufigsten genannt: Trockenheit (80 Prozent), Niedrigwasser des Bodensees (75 Prozent), Veränderungen der Tierwelt (69 Prozent) und Veränderungen der Pflanzenwelt (66 Prozent). Insgesamt 65 Prozent der Befragten nannten, dass nach ihrer Wahrnehmung auch Veränderungen an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen zu erkennen seien. Rund 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Beeinträchtigungen ihres Wohlbefindens und Risiken für ihre Gesundheit wahrnehmen bzw. befürchten.

Die Hitze, so das Ergebnis aus der Befragung, beeinflusst die Tätigkeiten im Alltag stark. Neben schlechtem Schlaf in den heißen Nächten werden Einschränkungen bei der Arbeit und beim Sport genannt. Als positiven Effekt des Klimawandels werden eine längere Badesaison, mildere Winter, weniger Nebel und geringere Heizkosten aufgeführt.

Die Befragten wurden gebeten, auf einer Karte Orte zu markieren, an denen sie bereits klimatische Veränderungen wahrgenommen haben. Das Ergebnis konzentriert sich vor allem auf das Innenstadtgebiet und den Uferbereich des Bodensees. Hier wurde deutlich, dass sich die Befragten noch gut an das Niedrigwasser des Bodensees und die Sommerhitze in den dicht bebauten Flächen erinnerten.

Grundsätzlich begrüßen alle Teilnehmer der Onlinebefragung die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Klimaanpassung. Dabei werden Maßnahmen zur Renaturierung wie Bäume, Baumpflanzungen sowie eine allgemeine Begrünung besonders häufig als „wünschenswert“ beurteilt. Weitere Maßnahmen, die sich die Bürgerinnen und Bürger wünschen, sind Dach- und Fassadenbegrünungen, Entsiegelung, Trinkwasserbrunnen und Wasserelemente in der Stadt.

Die Ergebnisse der Onlinebefragung fließen nun in einen Experten-und Akteurs-Workshop am 10. Juli ein. Hier wird der Entwurf des Maßnahmenplans zur Klimaanpassung mit Vertretern der unterschiedlichsten Fachrichtungen und Landnutzern beraten. Im Herbst wird das vollständige Klimaanpassungskonzept für Friedrichshafen den Gremien und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das ausführliche Ergebnis der Onlineumfrage finden Interessierte im Internet unter www.mach-mit.friedrichshafen.de .