Entwicklung Friedrichstraße: Verbesserungspotenzial

Über 1.000 Bürgerinnen und Bürger haben über die Beteiligungsplattform www.sags-doch.de/rahmenplan ihre Meinung und Ideen zur Fortschreibung des Rahmenplans Friedrichstraße eingebracht.

Die Entwicklung der Friedrichstraße in den letzten Jahren wird trotz des seit 2012 bestehenden Rahmenplans eher negativ gesehen.

Der Rahmenplan von 2012 umfasst grundlegende Planungsgedanken, Zielsetzungen und städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten für die Friedrichstraße. Seit der Beschlussfassung 2012 haben sich verschiedene Rahmenbedingungen verändert. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtverwaltung das Büro Wick + Partner aus Stuttgart mit Untersuchungen für eine Fortschreibung im westlichen Teil zwischen Werastraße und Olgastraße beauftragt. Dabei geht es neben dem innerstädtischen Verdichtungsaspekt auch um die Frage, ob die Errichtung eines Hochpunkts als westlichem Abschluss der Friedrichstraße auch zukünftig weiterverfolgt werden soll.

Über die Beteiligungsplattform www.sags-doch.de wurden die Meinungen und Ideen der Bürgerinnen und Bürger zur Fortschreibung eingeholt. Auf der Grundlage der 1.087 verwertbaren Fragebögen konnten wichtige Erkenntnisse über die Wünsche der Bürgerschaft für eine weitere Entwicklung der westlichen Friedrichstraße gewonnen werden.

Knapp die Hälfte der befragten Bürgerinnen und Bürger bewerten die Entwicklung der Friedrichstraße trotz Rahmenplan weiterhin negativ.

Zu einer möglichen Nachverdichtung im Westteil zwischen Olgastraße und Werastraße liegt kein eindeutiges Meinungsbild vor. Auch zu dem bevorzugten Nutzungsschwerpunkt in der westlichen Friedrichstraße gibt es zwei gleichermaßen favorisierte Optionen. Die Zustimmung für Wohnen und gewerbliche Nutzungen im Mix sowie für eine ausschließliche Wohnnutzung sind nahezu gleich gewichtet.

Hinsichtlich der Frage nach der Rolle des eigenen Fahrzeugs sind sich die befragen Befragten wiederum fast einig. Knapp zwei Drittel gibt an, in einem durch den öffentlichen Nahverkehr und die Nahversorgung gut erschlossenen Innenstadtquartier gänzlich auf einen PKW oder zumindest auf den Zweitwagen verzichten zu können.

Bei der Frage nach der Errichtung eines Hochpunktes als westlichem Abschluss der Friedrichstraße sprechen sich die Teilnehmenden mit etwas mehr als zwei Drittel (68,26 Prozent) dagegen aus. Personen, die einen Hochpunkt befürworten, können sich mehrheitlich zwölf Geschosse oder sogar mehr an dieser Stelle vorstellen.

Hinsichtlich der künftigen Nutzung der bisherigen Kleingartenfläche an der Bahnlinie sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger für ein Weiterbestehen der bisherigen Nutzung oder derUmgestaltung zur öffentlichen Grünfläche aus. Der bahnparallele Fußweg wird mehrheitlich als wünschenswert, jedoch als nicht zwingend notwendig, erachtet.

Bei der Beurteilung der Verkehrssituation fällt auf, dass insbesondere hinsichtlich der Radwegeverbindung in der westlichen Friedrichstraße ein Verbesserungsbedarf wahrgenommen wird. Auch weitere oberirdische Querungsmöglichkeiten werden gewünscht. Ein überwiegender Teil der Befragten nutzt die Friedrichstraße im Übrigen als Fußgänger oder Radfahrer.

Die zukünftige Entwicklung der Friedrichstraße wird von den Häflerinnen und Häflern vor allem als gemischter Standort für Wohnen, Dienstleistungen, Einzelhandel und Gastronomie gesehen. Nur 22,63 Prozent sehen hier künftig eine attraktive Flaniermeile.

Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sind nicht repräsentativ und dienen der Meinungsbildung. Sie werden dem Gemeinderat für die weitere Beratung und Entscheidung zur Verfügung gestellt.

Die gesamten Ergebnisse der Befragung sind online einsehbar unter www.sags-doch.de/rahmenplan. Informationen zu den weiteren Beratungen im Gemeinderat werden ab Ende Juni im Ratsinformationssystem der Stadt veröffentlicht: www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de.