Mittwoch, 19. Juni 2019

Ambrosia gefunden – bitte an LUBW melden

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) bittet um Meldung von Fundorten der hochallergenen Beifuß-Ambrosie.

Im Juli beginnt die Beifuß-Ambrosie zu blühen und verbreitet ihre Pollen in warmen Wintern bis in den Dezember. Zu Beginn der Sommermonate ist die Pflanze bereits zu erkennen und ihre Bekämpfung vor der Blüte besonders wirkungsvoll.

Die Meldestelle für Baden-Württemberg ist bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) angesiedelt. Die LUBW erhebt die Bestände, um das aktuelle Verbreitungsgebiet zu bestimmen und gibt für eine gezielte Bekämpfung die Informationen an die unteren Verwaltungsbehörden in Kommunen und Landkreisen weiter.

„Leider hat sich die Pflanze in Baden-Württemberg in den letzten Jahren besonders entlang von Straßen, in Blühstreifen und an Ackerrändern deutlich ausbreiten können“, so Dr. Kai-Achim Höpker, Referatsleiter „Medienübergreifende Umweltbeobachtung, Klimawandel“ der LUBW und ergänzt: „Mithilfe von engagierten Bürgerinnen und Bürgern können wir Bestände der Ambrosia möglichst flächendeckend erfassen. Deswegen bitten wir wieder um rege Beteiligung bei der diesjährigen Meldeaktion.“ Vom Spaziergänger, Gartenbesitzer bis zum Landwirt sind alle gefragt bei der Aktion mitzumachen. 

Wie können Ambrosia Funde gemeldet werden?

Auf der LUBW-Webseite „Ambrosia-Bestände melden“ sind die Merkmale der Pflanze beschrieben und die verschiedenen Meldemöglichkeiten übersichtlich erläutert. Diese reichen von einem Formular zur manuellen Eingabe über Meldung per E-Mail bis hin zur App „Meine-Umwelt“, mit deren Hilfe die Bestände von unterwegs gemeldet werden können. Wichtig ist, ein Foto der Pflanze zu machen, da die Beifuß-Ambrosie oft mit anderen Pflanzen verwechselt wird. Die Meldung sollte genaue Angaben zum Fundort, zu Größe und Anzahl der Pflanzen enthalten.

Ambrosia: ein Problem für die Gesundheit und die Landwirtschaft

Schon geringe Mengen der Pollen in der Atemluft können bei Allergikern Reaktionen wie Heuschnupfen, Bindehautreizungen und Asthma auslösen. Neben dem Gesundheitsproblem ist die Ambrosia auch für die Landwirtschaft eine Problempflanze, denn sie ist ein Ackerunkraut, welches intensive Bekämpfungsmethoden – beispielsweise einen erhöhten Herbizideinsatz – mit sich bringt.

Klimawandel beschleunigt den Vormarsch der Ambrosia

Beifuß-Ambrosien kommen schon seit vielen Jahrzehnten sporadisch im Land vor. Ihre Samen wurden beispielsweise durch Verunreinigung von Vogelfutter eingeschleppt. Mit den wärmeren und längeren Sommern, die im Rahmen des Klimawandels zu beobachten sind, können die Samen der Pflanzen regelmäßiger und in großen Mengen heranreifen. Die LUBW rechnet damit, dass die Ambrosie zukünftig flächendeckend im Land sehr gute Ausbreitungsbedingungen vorfindet.

Bekämpfung der Pflanze

Jetzt ist ein günstiger Zeitraum, die Art zu bekämpfen. Sie ist so weit entwickelt, dass man sie erkennen kann, blüht aber meist noch nicht. Im eigenen Garten ist es einfach, kleinere Mengen an Ambrosien durch Ausreißen selbst zu bekämpfen. Sie sollte unbedingt nur mit Handschuhen ausgerissen und über den Restmüll entsorgt werden, also nicht über die Biotonne. Bereits die Berührung mit den behaarten Stielen der Pflanzen kann eine Kontaktallergie auslösen. Blüht die Pflanze bereits, sollte man diese Arbeit nur mit Mund- und Nasenschutz und langer Kleidung durchführen. Eine spätere Nachkontrolle des Bestandes ist ratsam, da sie oftmals wieder austreibt kann, wenn die Wurzel nicht entfernt wurde.

Weiterführende Informationen sind auf den folgenden Webseiten der LUBW zu finden:

Medienübergreifende Umweltbeobachtung/Klimawandel – Biologische Folgen/Neobiota/Ambrosia.

Ambrosia-Pflanzen – Ursache für die Zunahme von Allergien?

Bekämpfung der Hohen und der Stauden-Ambrosie mittels unterschiedlicher Methoden