Freitag, 27. Juli 2018

Klasse 4 a will die Bachmuschel retten

Kinder der Klasse 4 a der Grundschule Schnetzenhausen haben an Oberbürgermeister Andreas Brand geschrieben, um ihm von ihren Sorgen um den Mühlbach und um die in ihm lebenden Bachmuscheln zu berrichten.

Aus dem Brief der Kinder wurde ganz deutlich, dass sie sich sehr für die Natur um Schnetzenhausen, den Mühlbach und die vielen in ihm lebenden Bachmuscheln, die wegen ihrer Seltenheit streng geschützt sind, interessieren.

Über dieses Interesse der Kinder an der Natur freute sich OB Brand und machte den Kindern den Vorschlag, gemeinsam mit Mitarbeitern der Abteilung Umwelt und Naturschutz und des Sachgebiets Gewässer im Stadtbauamt etwas für den Mühlbach und die in ihm lebenden Bachmuscheln zu tun.

Noch vor den Ferien trafen sich die Kinder mit Manuela Hänsch und Elisabeth Austen sowie Angelika Eckstein, Biologin und Pädagogin des Grünen Klassenzimmer, am Mühlbach.

Zu Beginn stellten sich alle kurz vor, damit jeder wusste, wer der andere ist. Danach erzählten die Kinder, warum sie sich für den Mühlbach und die Bachmuscheln interessieren. „Wir interessieren uns für den Mühlbach von der Bäckerei Ulmer in Schnetzenhausen bis zur Baustelle Heiseloch, weil dort die Bachmuscheln und Amphibien wohnen. Damit die Tiere besser geschützt werden, haben wir den Brief an den Bürgermeister geschrieben“.

Danach berichteten Manuela Hänsch und Elisabeth Austen von ihrer Arbeit und was sie täglich so machen dürfen. Angelika Eckstein erzählte den Kindern Faszinierendes über die Bachmuschel, die bis Mitte des 20. Jahrhundert sehr weit verbreitet war. Heute ist sie in Deutschland vom Aussterben bedroht. Deswegen ist das Vorkommen im Mühlbach Schnetzenhausen etwas ganz besonders Wertvolles und Schützenswertes.

„Durch die Bachmuscheln muss der Mühlbach gar nicht mehr als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Er ist bereits durch die dort lebende Bachmuschel als Lebensraum geschützt. Alle Flüsse und Bäche haben außerdem schon einen guten Schutz durch bestehende Gesetze. So dürfen die Gewässer und ihre Ufer nicht beeinträchtigt werden“, erzählt Manuela Hänsch den Kindern.

Eine Bachmuschel filtert zwei bis fünf Liter Wasser pro Stunde und trägt somit zur Selbstreinigung der Gewässer bei. Die Bachmuscheln leben verborgen im Bachbett und man muss schon ganz genau schauen, um sie zu sehen. Die Kinder der Klasse 4 a waren da richtige Experten und entdecken die geschützten Tiere sofort zwischen den Steinen.

Dann ging‘s an den praktischen Teil der Exkursion. Dafür hatten Mitarbeiter der städtischen Baubetriebe bestimmte Stellen am Mühlbach gemäht. Unter Anleitung der Betreuerinnen gruben die Kinder im Mühlbach so genannte „Bachmuscheltaschen“ als Unterschlupf für die Tiere. Am Rand des Mühlbachs säten die Kinder Blüh-Mischungen und sammelten den achtlos weggeworfenen Müll auf. Insgesamt kamen zwei große Säcke Müll zusammen.

„Die Mitarbeiter der Baubetriebe kümmern sich um die Pflege der etwa 300 Kilometer Flüsse und Bäche in Friedrichshafen. Aber sie können natürlich nicht überall sein und es wird viel zu viel Müll weggeworfen, der überall in unseren Flüssen landet. Daher ist es toll, dass ihr euch engagiert und Müll am Bach sammelt“, dankte Elisabeth Austen den Kindern für ihren Einsatz.

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