Spazierengehen auf dem Rotachwanderweg

Der Rotachwanderweg nördlich von Ailingen ist wieder begehbar. Ein Teilabschnitt des Weges südlich der Weilermühle war für längere Zeit wegen eines Hangrutsches gesperrt. Jetzt sind in den bewaldeten Abschnitten die Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen.
Drei Männer stehen an einem Hang mit Treppen aus Lehm und haben Schaufeln und Haken in den Händen
Mit Hake und Schaufeln wurde im für Maschinen unzugänglichen Bereich gearbeitet, um den Rotachwanderweg wieder begehbar zu machen.

Der Rotachwanderweg ist Teil des Ailinger Panoramawegs und gleichzeitig als Jubiläumsweg des Bodenseekreises ausgewiesen. Zwischen Ittenhausen und der Weilermühle verläuft der Weg zwischen der Rotach und dem angrenzenden Wald.

Wegen eines Hangrutsches musste der Weg aus Sicherheitsgründen auf eine Nebenstrecke umgeleitet werden. Stürme, Starkregenereignisse und das Eschentriebsterben verursachten zusätzlich Schäden an Bäumen entlang des Weges. Ein Brückenbauwerk war durch halb entwurzelte Bäume gefährdet. Außerdem wies der Weg zum Teil tiefe Löcher auf, die durch Ausspülungen aufgrund der letzten Hochwasserereignisse und durch verlassene Gangbauten eines Bibers verursacht wurden.

Um das Brückenbauwerk zu sichern, wurden an dem schmalen Weg eine Rücke-Raupe mit einer Seilwinde eingesetzt. Das Stahlseil wurde durch Seilklettertechnik in mehreren Metern Höhe an den Bäumen angebracht. Dadurch konnten die in Richtung der Brücke und der Rotach umgekippten Bäume gefällt werden. Dies war notwendig, da der schmale Weg für forstliche Fahrzeuge nicht zugänglich war. Die Begehbarkeit des durch den Hangrutsch sowie durch Ausspülungen und Höhlungen durchlöcherten Weges musste in Handarbeit wiederhergestellt werden.

Karin Beer, Revierleiterin des Stadtwaldes Friedrichshafen: „Bei den Arbeiten wurden lediglich Bäume entfernt, die erhebliche Gefahren entlang des Pfades aufwiesen. Bäume, die gefällt werden mussten, wurden sowohl zur Stabilisierung des Hangs wie zur Anreicherung von Totholz im Bestand belassen. Hierbei wurde auf vorhandene Biotopstrukturen und Habitate besondere Rücksicht genommen“.

„Für den Tourismus in Ailingen und Friedrichshafen ist der Wanderweg von großer Bedeutung. Das Interesse am Wandern ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und wurde durch die Pandemie noch verstärkt. Entsprechend steigt die Relevanz des Themas sowohl im Tourismus allgemein als auch bei uns am Bodensee“, so Melanie Raßmann von der Tourist-Information Ailingen.

Der Anteil der Übernachtungen durch Geschäftsreisende ist seit 2019 weniger geworden.  Die geringeren Übernachtungszahlen sollen durch andere Angebote ausgeglichen werden. Auch das Reiseverhalten der Gäste hat sich verändert. Immer mehr Gäste wollen den Urlaub nachhaltig gestalten und neben dem Besuch der touristischen Angebote, die Landschaft und die Natur erleben, um sich zu erholen.

Jetzt, da der Wanderweg wieder genutzt werden kann, weist Stadtförsterin Beer auf die natürlichen Gefahren im Wald hin.  „Bei stärkerem Wind und ungünstigen Witterungsbedingungen sollte man generell nicht im Wald spazieren gehen.  Auch nach der Instandsetzung des Rotachwanderwegs können nach Starkregenereignissen Gefahren durch Bäume und Hochwasser entstehen“, so Beer.

Informationen:
Beim Rotachweg handelt es sich um einen Naturweg. Der Weg ist nicht barrierefrei. Das Reiten und das Befahren mit Fahrrädern ist nicht erlaubt. Für das Begehen ist festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich. Abfälle sollten nicht achtlos zurückgelassen werden, sondern mit Rücksicht auf die Umwelt mit nach Hause genommen werden.