Donnerstag, 08. April 2021

Quartier Hofen: Fünf Studierende, fünf Ideen

Bei der Zusammenarbeit fünf Studierender mit engagierten Anwohnerinnen und Anwohnern, dem städtischen Quartiersmanagement, dem Stadtbauamt und der Hochschule Nürtingen sind fünf Bachelorarbeiten entstanden, die zeigen, wie das Quartier Hofen und der Fridolin-Endraß-Platz genutzt werden könnte.

Wie könnte der Fridolin-Endraß-Platz im Quartier Hofen mehr Aufenthaltsqualität bieten? Diese Frage stellten sich 2019 einige engagierte Anwohnerinnen und Anwohner – und trafen sich mit dem städtischen Quartiersmanagement vor Ort. Gemeinsam mit dem Stadtbauamt und der Hochschule Nürtingen entstanden fünf Bachelorarbeiten, die jetzt online präsentiert werden.

Der Fridolin-Endraß-Platz wird geprägt durch ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Das vor rund 23 Jahren eingeweihte Mahnmal des Keramikkünstlers Klaus Schultze ist zwischenzeitlich in die Jahre gekommen und sollte mittelfristig instandgesetzt werden. In Verbindung mit dem kränklichen Baumbestand lädt der zentrale Platz des Quartiers Hofen derzeit leider kaum zum Aufenthalt ein. Das städtische Quartiersmanagement hat deshalb den Kontakt zum Stadtbauamt gesucht.

Parallel dazu hatte die Hochschule Nürtingen für den Studiengang Landschaftsarchitektur nach einem landschaftsplanerisch-städtebaulichen Thema für Bachelorarbeiten beim Stadtbauamt angefragt. Und so bot das Stadtbauamt unter dem Titel „Friedrichshafen – Wege zur Zukunftsstadt“ die Bearbeitung des Quartiers Hofen mit dem Kerngebiet Hofener- und Wendelgardstraße sowie Fridolin-Endraß-Platz an. 

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr an der Hochschule Nürtingen fünf Bachelorarbeiten zum Quartier erarbeitet. Aufgrund des Corona-Lockdowns mussten die Studierenden unter erschwerte Bedingungen arbeiten, da beispielsweise ein gemeinsamer Ortstermin mit dem Stadtbauamt und eine Fragenstunde im Technischen Rathaus entfallen mussten. „Trotz dieser Schwierigkeiten sind die Arbeiten sehr fundiert“, sagt Wolfgang Kübler, Leiter des Stadtbauamts und betont: „Die Arbeiten zeigen, dass sich die Studierenden intensiv mit Geschichte, Bestand sowie mit den Themen Mobilität, Grün und dem Leben in Stadt und Quartier befasst haben.“

Für die Hofener- und Wendelgardstraße haben die Studierenden vielfältige Entwürfe erarbeitet, die Lösungsansätze unter den Aspekten Klimaanpassung, Begrünung, Fuß- und Fahrradstraße, Freiraumgestaltung und mehr aufzeigen. Detailpläne zum Fridolin-Endraß-Platz geben Impulse zu einer zukunftsfähigen Platzgestaltung. Darüber hinaus haben sie Vorschläge beispielsweise zum Schulhof Graf-Zeppelin-Gymnasium/Pestalozzischule, dem Kirchplatz St. Canisius oder dem Parkplatz an der Feuerwache ausgearbeitet. Themen wie Shared-space, Mobilitätspunkte, Regenwassermanagement, Quartiers-HUB wurden in übergeordnete Masterpläne integriert.

„Das Bachelorthema wurde ohne den Anspruch auf Realisierung ausgegeben, allerdings zeigen die Ergebnisse wie umfassend generell Freiraumplanung gedacht werden muss, um zukunftsfähige und an das sich ändernde Klima angepasste Stadtquartiere gestalten sein können“, betont Renate Gauß, Abteilungsleiterin Stadtgrün im Stadtbauamt. In späteren städtebaulichen und baulichen Projekten werde die Stadtverwaltung Impulse aus den Arbeiten prüfen, bei Bedarf aufnehmen und weiterentwickeln.

Da aufgrund von Corona eine Vor-Ort-Präsentation im Quartier nicht möglich ist, werden die Arbeitsergebnisse für drei Wochen online veröffentlicht.

Die Stadt dankt den Studierenden Max Häge, Dijana Mitrovic, Maxime Scagnetti, Jule Schöttner und Tabea Rückle für die gelungenen Arbeiten und die Zustimmung zur Veröffentlichung sowie Professorin Dr. Nicole Pfoser für die Betreuung der Arbeiten.

Max Häge

Dijana Mitrovic

Maxime Scagnetti

Jule Schöttner

Tabea Rückle